Großer Bedarf für Kunden und Chance für Makler

Paulo Patricio, Organisationsdirektor für Makler und Mehrfachagenten der HanseMerkur Versicherungsgruppe

Was es bei der Arbeitskraftabsicherung aus Sicht eines Kassenversicherten oder aus Sicht eines Selbstständigen zu beachten gibt, weiß Paulo Patricio, Organisationsdirektor für Makler und Mehrfachagenten der HanseMerkur Versicherungsgruppe. Das und weitere Tipps für eine allumfassende Beratung der Arbeitskraftabsicherung gibt es im finanzwelt-Interview.

finanzwelt: Herr Patricio, als Krankenversicherer gibt es verschiedene Aspekte, die für die Absicherung der Arbeitskraft relevant sind. Fangen wir an mit dem Krankentagegeld. Was muss ein Makler hier bei Abschluss einer KV oder BU beachten, damit alles passt?
Paulo Patricio: Mir geht es nicht nur um Krankentagegeld oder BU. Mir geht es um die einheitliche Betrachtung des Kunden. Die meisten Kunden sind ja gesetzlich versichert. Wenn man sich anschaut, welchen Bedarf die Kunden bei der Arbeitskraftabsicherung haben, dann geht es in erster Linie um eins: Dass sie nach der Leistung vom Arbeitgeber, welche in der Regel sechs Wochen andauert, nicht in ein finanzielles Loch fallen. Wer hier keine anständige Absicherung mit dem Krankentagegeld hat, bekommt natürlich schnell ein Problem. Zwar ist bei den über die gesetzlichen Krankenkassen versicherten ein Krankentagegeld enthalten, das deckt aber eventuell nicht den Bedarf. Denn das gesetzliche Krankentagegeld ist nie 100 % des Nettoeinkommens. Also besteht hier auch meistens ein Handlungsbedarf.

finanzwelt: Wie sieht es dann bei den Selbstständigen aus? Da ist der erste Tag der Krankheit doch schon relevant, oder?
Patricio: Ja, für die Selbstständigen ist gleich der erste Tag relevant. Hier ist von vorneherein ein Bedarf vorhanden, der noch vor einer BU-Absicherung vom Makler zu besprechen ist. Zwar werden Sie keinen Versicherer finden, der Ihnen vom ersten Tag der Krankheit an Krankentagegeld anbietet. Aber eine Absicherung ab dem 8. Tag ist durchaus möglich. Nur ist natürlich die Prämie entsprechend höher, je früher die Absicherung einsetzen soll. Meine Empfehlung wäre daher, erst Krankentagegeld ab vier oder sechs Wochen Krankheit in Anspruch zu nehmen und die Zeit dazwischen mit Krediten oder Rücklagen zu überbrücken. So kann man die monatliche Prämie deutlich senken und ist bei längerer Krankheit doch gut abgesichert.

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