Gothaer behält Fitch-Rating

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Fitch Ratings bestätigt die Rating-Ergebnisse der Gothaer Allgemeine Versicherung AG und der Gothaer Lebensversicherung AG. Die Umstellung der Produktpalette in der Lebensversicherung wird als positiv bewertet. Für das künftige Rating ist vor allem die Kapitalausstattung relevant.

Sowohl die Gothaer Allgemeine Versicherung AG als auch die Gothaer Lebensversicherung AG werden von Fitch Ratings weiterhin mit „A“ geratet. Der Ausblick für beide Gesellschaften bleibt stabil.

Gothaer weiterhin finanzstark

Als Begründung führt die Ratingagentur an, dass beide Gesellschaften über eine widerstandsfähige Kapitalausstattung, gute Profitabilität sowie eine diversifizierte Aufstellung verfügen. Weil aufgrund der Lücke zwischen Aktiv- und Passivduration in der Lebensversicherung ein Wiederanlagerisiko besteht, sind die Ratings aufgrund der negativen Auswirkungen der aktuellen Niedrigzinsphase eingeschränkt. Als positiv wird die Kapitalausstattung des Konzerns angesehen. So verfügt die Gothaer im Fitchs’s Prism FBM-Kapitalmodell über eine unter der Solvency II berechnete Solvabilitätsquote von 220 % für Ende 2016. Die Solvabilitätsquote ohne Verwendung von Transitionals betrug zum gleichen Zeitpunkt 140 %. Fitch erwartet, dass sich aufgrund der günstigen Zinsentwicklung die beiden Solvency II Qouten bis Ende letzten Jahres verbessert haben.

Für 2017 erwartet Fitch einen Jahresüberschuss, der auf dem Vorjahresniveau von 164 Mio. Euro liegt. Zudem geht die Ratingagentur davon aus, dass sich das versicherungstechnische Ergebnis im Schaden/Unfallgeschäft im abgelaufenen Geschäftsjahr verbessert hat und die Netto-Schaden-/Kostenquote der Gothaer Allgemeine leicht unter der Quote von 2016 von 97,5 % liegen wird.

In der Lebensversicherung war das versicherungstechnische Ergebnis durch die negativen Auswirkungen der Niedrigzinsen beeinfluss, was jedoch durch Verbesserungen auf Kostenseite wieder ausgeglichen werden konnte. Für 2017 erwartet Fitch eine Zinszusatzreserve unter dem Niveau von 2016 in Höhe von 298 Mio. Euro.

Die Kapitalanlagestruktur der Gothaer bewertet Fitch als sicherheitsorientiert und gut diversifiziert. Für das abgelaufene Geschäftsjahr werden diesbezüglich keine Änderungen erwartet. Die Aktienquote von 1 % wird als niedrig beurteilt. Hingegen liegen die Anteile der Kapitalanlagen in Immobilien (8 %) und alternativen Anlagen (3 %) über dem Marktdurchschnitt.

Durchschnittliche Durationslücke in der LV

Bei der Gothaer Leben ist die Duration der Kapitalanlagen kürzer als die Duration der Verbindlichkeiten. Diese Durationslücke liegt auf dem Durchschnittswert der deutschen Lebensversicherer. Die Durationslücke wird von Fitch als negativer Faktor für das Rating bewertet, denn sie trägt zum Zinsänderungsrisiko bei. Für das vergangene Geschäftsjahr erwartet Fitch eine leichte Verbesserung der Durationslücke. Als positiv bewertet Fitch, dass die Gothaer Leben in den letzten Jahren ihre Produktpalette von klassischen Lebensversicherungsprodukten auf neue, weniger zinssensible Produkte umgestellt hat.

„Die erneute Bestätigung unseres Ratings zeigt, dass wir bei der strategischen Ausrichtung und Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells auf dem richtigen Weg sind. Fitch Ratings würdigt damit unsere weiterhin stabile Marktposition in einem herausfordernden Marktumfeld und bestätigt uns, dass uns die wertorientierte und nachhaltige Führung des Gothaer Konzerns sehr gut gelingt“, freut sich der Vorstandsvorsitzende des Gothaer Konzerns, Dr. Karsten Eichmann.

Was könnte das künftige Rating beeinflussen?

Die Gothaer könnte ihr Rating herauf stufen, indem sie eine Verbesserung der Kapitalausstattung erreicht, gemessen anhand einer nachhaltigen Verbesserung des Ergebnisses im Fitch PRISM-Kapitalmodell auf „sehr stark“ unter Beibehaltung der guten Profitabilität mit einer Eigenkapitalrendite von über 7,5% (2016: 8,3%).

Ein Rückgang der Kapitalausstattung, gemessen an einem Rückgang auf ein Niveau von untere Ende der „stark“ Kategorie in Fitch‘s Prism FBM-Kapitalmodell oder an eine Netto-Schaden- /Kostenquote von über 105 %, könnte hingegen zu einer Herabstufung der Gothaer führen. (ahu)

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