Gold: Klassisch oder Exotisch

04.01.2021

Dr. Marc-Oliver Lux, Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG / Foto: © Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG

Welche Alternativen zum Krügerrand gibt es?

Die Anlegermünze aus Südafrika ist noch immer der unangefochtene Marktführer in Deutschland. Daneben kaufen die Deutschen verstärkt den kanadischen Maple Leaf und den Wiener Philharmoniker der Münze Österreich. Alle drei Münzen kosten aktuell das Gleiche: rund 1.600 Euro. Manchmal gibt es jedoch leichte Preisunterschiede, etwa wenn der Krügerrand nur eingeschränkt lieferbar ist. Dann wählt man einfach das günstigste Produkt. Etwas ausgefallener sind der China Panda oder das australische Känguru.

Was sind die Nachteile exotischer Investment-Münzen?

Sie sind teurer als der Krügerrand, der Aufpreis beträgt rund zwei bis drei Prozent. Hinzu kommt, dass möglicherweise nicht alle Händler jede Münze zum Ankaufspreis zurücknehmen, sondern nur den Schmelzwert zahlen. Wer beispielsweise eine weniger verbreitete Münze in eine kleinere Sparkassenfiliale bringt, muss damit rechnen, dass er sie dort nur mit einem Abschlag los wird. Bei einer bekannteren Anlagemünze ist man flexibler, wenn man sie wieder verkaufen will. Die Händler, bei denen die exotische Münze gekauft wurde, nehmen sie aber in der Regel auch zu einem fairen Preis wieder zurück.

Wo werde ich Goldschmuck los, der mir nicht mehr gefällt?

Wer alten Goldschmuck zu Geld machen will, kann zum Edelmetallhändler oder zum Juwelier gehen. Beim Altgoldrecycling ist der Markt sogar noch etwas unübersichtlicher als beim Münzankauf. Beim Juwelier besteht immerhin noch die Chance, dass er den Schmuck wiederverkaufen kann – vor allem, wenn es Stücke von bekannten Marken wie Cartier oder Bulgari sind. In den allermeisten Fällen landet das Altgold in der Schmelze. Das bedeutet: Weder das Design wird bezahlt noch die Marke. Das kann zu unangenehmen Überraschungen führen, wenn das 4000-Euro-Collier plötzlich nur noch 2000 Euro bringt.

Wichtig ist auch, dass Anleger auf die Transparenz des Ankaufsprozesses achten. Der Schmuck sollte vor den Augen des Kunden gewogen werden. Zudem sollten sich Anleger im Vorfeld über den aktuellen Goldpreis informieren. Wenn der Händler oder Juwelier dann 20 oder 30 Prozent unter Marktpreis anbietet, darf man schon fragen, wie das zustande kommt. Bei Schmucklegierungen oder Dentalgold bietet sich mitunter auch eine Mehrstoffanalyse an, um zum Beispiel Platin- oder Palladiumanteile zu erfassen und im Ankauf vergüten zu lassen.

Kolumne von Dr. Marc-Oliver Lux, Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München

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