Globale Wachstumsängste sind überzogen

Paul Donovan / Foto: © UBS

Argentiniens Zentralbank hat die Zinssätze kräftig erhöht. Auf diese Weise will sie den Wert des Peso stabilisieren. Doch dies ist in erster Linie ein lokales Problem. Generell sind die Konjunkturbedingungen für die meisten Schwellenländer gut, erklärt Global Chief Economist WM Paul Donovan.

Die aktuellen Handelsdaten aus China und Europa deuten an, dass die Angst vor einer globalen Wachstumsschwäche übertrieben gewesen ist. Die Exportnachfrage bleibt robust. Die Rohstoffnachfrage aus China bleibt auch robust. Das globale Wachstumstempo dürfte etwa genauso hoch sein wie 2017.

Die US-Notenbank entzieht der US-Wirtschaft nach wie vor Liquidität. Damit reagiert sie auf die geringere Nachfrage nach Liquidität in der US-Wirtschaft. Es gibt daher keinen Grund, sich über einen massiven Verlust an USD-Liquidität außerhalb der USA zu sorgen. Die US-Zinserhöhungen sind recht moderat (vor allem im Vergleich zur steigenden US-Inflation). Die Anhebung der US-Zinssätze in mehreren Schritten stellt kaum eine Gefahr für das Wachstum in den Schwellenländern dar.

Der moderate Anstieg des US-Dollar genügt nicht, um daran etwas zu ändern. Wir erwarten nicht, dass die USD-Stärke von Dauer ist. Das steigende US- Leistungsbilanzdefizit dürfte den Wert des US-Dollar drücken. Die Wechselkursbewegungen liegen bislang innerhalb einer normalen Spannbreite. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dürften gering sein.

Marktkommentar von Paul Donovan,  Global Chief Economist WM bei UBS