Girokonto 2020: Das ist wichtig

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Was muss ein Girokonto im Jahr 2020 können? Während Konten einst schlichtweg für Gehaltseingänge und zur Zahlung von Rechnungen gedacht waren, sind die Ansprüche heute deutlich höher. Beinahe jeder besitzt ein eigenes Konto. Gesetzlich ist es gar festgelegt, dass jeder Bürger das Recht auf ein Girokonto hat. Online-Konten sind längst gang und gäbe, das Onlinebanking ohnehin. Aber was können Kunden im Jahr 2020 von ihrem Konto erwarten? Dieser Artikel greift die Frage auf.

Abbildung 1: Online-Konten sind schon lange Standard, aber was sollte ein gutes Girokonto 2020 können? Foto: @ Stephen Phillips / Unsplash.com

Niedrige Kosten

Sicherlich führen die niedrigen Zinsen dazu, dass Banken andere Wege finden müssen, um ihre Kosten zu decken. Die Kontoführungsgebühr bei Giro- und Geschäftskonten ist dafür ein gängiges Mittel. Grundsätzlich gilt:

  • Kostenfrei – es gibt weiterhin Banken, die Girokonten ohne eine Kontoführungsgebühr anbieten. Kunden sollten allerdings genau hinschauen, denn nicht selten sind diese Konten an Bedingungen geknüpft. Alternativ kann es geschehen, dass die fehlende Führungsgebühr an anderer Stelle, beispielsweise über die Abrechnung jeglicher Kontenbewegung, aufgefangen wird.
  • Mit Gebühr – hin und wieder kann ein Girokonto mit einer Kontoführungsgebühr günstiger sein, als das ohne Gebühr. Wer vergleicht, der sollte immer nachrechnen. Ein einfaches Beispiel: Die fixe Kontoführungsgebühr kostet monatlich 7,00 Euro, dafür sind 100 Kontobewegungen aller Art frei. Werden nun bei einem Konto ohne Gebühr alle Kontobewegungen mit einem Betrag bedacht, der in der Summe höher liegt als diese 7,00 Euro, kann das Konto mit Gebühr günstiger sein. Natürlich kommt es auf die Gesamtzahl der Bewegungen sowie auf die Abrechnungsmodalitäten an.
  • Dispokosten – der Dispositionskredit ist grundsätzlich kostenlos wenn er bereitgestellt wird. Wichtig ist, sich die Zinsbelastung für die Nutzung des Dispo anzuschauen. An dieser Stelle lässt sich ein guter Vergleich aufstellen, da nicht alle Banken horrende Dispokosten.

Generell ist es auch in diesem Jahr wichtig, die verschiedenen Konten miteinander zu vergleichen und für den Vergleich sowohl Konten von Haus- als auch von Onlinebanken mit einzubeziehen. Auf diese Weise lässt sich oft ein günstigeres Girokonto aus der Masse herausfiltern.

Bargeld und Karten

Sicherlich ist für viele Bürger das Bargeld bereits nahezu obsolet geworden. Dennoch ist es gut, stets etwas Bargeld zur Verfügung zu haben. Gerade bei Onlinebanken oder Banken, deren Filialnetz in den vergangenen Jahren massiv eingeschränkt wurde, kommt es auf Folgendes an:

  • Bargeldbeschaffung – wo kann kostenlos Bargeld abgeholt werden? Onlinebanken arbeiten oft mit anderen Geldhäusern zusammen. Auch die Bargeldabholung im Supermarkt oder Discounter sollte von der Bank freigegeben sein. Ein Konto ist relativ nutzlos, wenn der Kunde erst mehrere Kilometer fahren oder Umwege in Kauf nehmen muss, um kostenlos Geld abzuheben. Das Geld abheben an nicht in der Zusammenarbeit eingeschlossenen Automaten wird grundsätzlich mit hohen Gebühren belastet.
  • Bargeldeinzahlung – selbst ein Onlinekonto sollte die Option bieten, Bargeld einzuzahlen. Wenngleich Gutscheine stets gängiger werden, kommen doch Geldgeschenke bei Geburtstagen oder größeren Anlässen vor – die natürlich eingezahlt werden sollen.

Nicht weniger wichtig ist die Giro- oder Maestrocard. Ein Konto sollte mindestens eine Karte standardmäßig und kostenlos bieten. Etliche Girokonten bieten auch die Möglichkeit, eine zweite Karte hinzuzufügen.

Rund um das Bezahlen über das Konto spielen längst weitere Faktoren eine Rolle. So könnte Folgendes ausschlaggebend für die Entscheidung für oder gegen ein Konto sein:

  • Virtuelle Karte – erlaubt die Bank, eine virtuelle Girokarte zu generieren oder stellt sie gar eine entsprechende App zur Verfügung? Natürlich sollte die virtuelle Karte kostenfrei sein. Vermehrt wird das Zahlen über die Smartwatch nachgefragt. Erlaubt das eigene Konto beziehungsweise die Bank diese Option? Arbeitet der Anbieter daran, mit Smartwatch-Anbietern zusammenzuarbeiten?
  • Zahlungsanbieter – erlaubt das Girokonto die Nutzung digitaler Zahlungsanbieter oder unterstützt sie diese gar? Kann das Konto problemlos mit Google Pay oder anderen Diensten verknüpft werden?

Virtuelle Zahlungen dürfen nicht anders behandelt werden als herkömmliche Überweisungen oder Lastschriften. Es sollten also bei einer bargeldlosen Zahlung über eine virtuelle Karte keine Kosten entstehen, die nicht bei der Nutzung der regulären Girokarte entstehen würden.

Zusätzliche Prämien

Hin und wieder können Bankkunden allein durch die Eröffnung eines neuen Bankkontos Gelder oder Prämien erhalten. Natürlich bietet nicht jede Bank, ob online oder offline, diese Prämien, doch lohnt es sich, danach zu schauen:

  • Startguthaben – wird das Konto eröffnet, stellt die Bank ein Startguthaben zur Verfügung. Dies kann an Bedingungen geknüpft sein, die sich um die ersten Geldeingänge drehen. Andere Banken stellen ein kleineres Guthaben jedoch ohne besondere Bedingungen ein. Ein solches Girokonto mit Prämie kann durchaus eine spannende Alternative darstellen.
  • Kostenfreie Kreditkarten – zum Konto gibt es eine Kreditkarte obendrauf. Diese kostet keine Jahresgebühr, die einzelnen Nutzungen werden hingegen mit einer geringen Gebühr berechnet. Über die Kreditkarte kann natürlich auch Geld abgehoben werden. Wer noch keine Erfahrungen mit Kreditkarten hat, der sollte schauen, wie die Abrechnung erfolgt.
  • Tankgutscheine – auch dies ist eine recht beliebte Prämie. Der Bankkunde erhält einen Gutschein über eine fixe Summe, die an teilnehmenden Tankstellen eingelöst werden kann.
  • Weitere Gutscheine – oft können Kunden auswählen, welche Art Gutschein sie sich wünschen. Anstelle des Tankgutscheins stehen daher auch Gutscheine von Sportartikelherstellern, großen Onlinehändlern oder ähnlichen Geschäften zur Verfügung.
  • Sachprämien – auch diese gibt es. Smartphones, Elektroartikel, Laptops oder andere Highlights werden ausgeschrieben.

Bankkunden können jedoch nicht erwarten, dass Prämien oder Startguthaben direkt ausgegeben werden. Unterliegt diese Prämie einer Bedingung, wird erst abgewartet. So kann die Bedingung lauten, dass monatlich 1.000 Euro auf dem Konto eingehen oder eine gewisse Anzahl von Kontenbewegungen stattfinden. Die Banken warten nun meist einige Monate und prüfen dann, ob sich der Kunde für die Prämie qualifiziert hat.

Die Prämien sind nicht als reine Lockangebote zu verstehen, sondern sollen den Bankkunden längerfristig binden. Daher ist es ratsam, sich niemals von Startguthaben oder Ähnlichem ablenken zu lassen, sondern stets die Konditionen des Kontos in den Vordergrund zu stellen.

Abbildung 2: Die Bargeldbeschaffung spielt bei der Wahl des Kontos ebenfalls eine wichtige Rolle. Bildquelle: @ mrganso / Pixabay.com

Fazit – das heutige Konto muss mehr können

Die Welt ändert sich und somit müssen Girokonten im Jahr 2020 mit den Entwicklungen Schritt halten. Viele Verbraucher möchten mittlerweile mit dem Smartphone bezahlen, jedoch auch eine Onlinebank so greifbar haben, dass sie mühelos Bargeld einzahlen können. Jedem Kunden kann empfohlen werden, infrage kommende Girokonten ausführlich miteinander zu vergleichen und auch auf die Bedingungen zu achten. Diese Vorgehensweise sichert, auf längere Sicht mit dem Bankkonto zufrieden zu sein.

Autor: Henry Scholz