Gibt es noch den “Traum vom Haus”?

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Für die junge Generation ist der Traum von der eigenen Immobilie zwar durchaus vorhanden, aber nicht um jeden Preis. Viele sehen auch die negativen Seiten des Immobilienbesitzes – sowohl in monetärer als auch in nicht-monetärer Hinsicht.

Nur jeder zweite Deutsche wohnt in den eigenen vier Wänden. Damit liegt die Bundesrepublik europaweit bei der Eigentumsquote auf dem vorletzten Platz. Lediglich die Schweizer wohnen noch seltener in Wohneigentum. Gerade junge Menschen wohnen eher zur Miete: So besitzen nur 27 % der Bundesbürger zwischen 18 und 40 Jahren eine Immobilie. Die hohe Mieterquote hängt aber nicht damit zusammen, dass die Deutschen kein Interesse an Wohneigentum haben: 69 % der Deutschen zwischen 18 und 40 Jahren wünschen sich eine eigene Immobilie. Dieser Wunsch scheitert meist am Geld. Das ergab eine forsa.Omninet-Panelbefragung im Auftrag der ZBI Gruppe und Union Investment. Hierzu wurden ca. 1.000 Internetnutzer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren befragt.

So lebt der typische Deutsche unter 40

Von den Mietern leben 89 % in einer Wohnung. Diese besteht durchschnittlich aus 2,9 Zimmern und ist 74 m² groß. Dafür werden jeden Monat durchschnittlich 553 Euro Kaltmiete fällig. Lediglich 5 % der Mieter leben in einem Haus.

Von den  Eigentümern  leben lediglich 17 % in einer Wohnung. 58 % leben in einem frei stehenden Haus und haben durchschnittlich 128 m² in 5,2 Zimmern zur Verfügung. Um ihren Immobilienkredit zu tilgen, zahlen sie jeden Monat durchschnittlich 842 Euro.

Bildungsniveau und Besitz von Wohneigentum hängen zusammen

Wer studiert, steigt zwar normalerweise mit einem höheren Gehalt ein, als wenn eine Ausbildung absolviert wird. Jedoch müssen Akademiker deutlich länger auf ihr erstes großes Gehalt warten als Menschen, die eine Ausbildung machen. Entsprechend kann auch erst deutlich später das nötige Eigenkapital für den Erwerb von Wohneigentum aufgebaut werden. So haben 81 % der Umfrageteilnehmer, die Wohneigentum besitzen einen mittleren Bildungsabschluss. Mieter haben hingegen zu 49 % einen mittleren und 51 % einen höheren Bildungsabschluss. „Offensichtlich gelingt es Menschen, die nach einer Lehre direkt in ihrem Beruf arbeiten, deutlich früher, genug Kapital zu bilden, um die Finanzierung einer eigenen Immobilie zu realisieren“, erläutert Jörg Kotzenbauer, Leiter der Konzernentwicklung bei Union Investment.

Woran scheitert der Immobilienkauf?

Gerade das Geld ist eine wesentliche Hürde beim Erwerb von Wohneigentum. So gaben 83 % der befragten Mieter an, dass sie nach eigener Einschätzung nicht genug Eigenkapital haben, um sich Wohneigentum leisten zu können. 64 % fehlt ein ausreichendes Haushaltseinkommen, um sich die eigenen vier Wände leisten zu können. Ein anderes Problem ist die zunehmende Flexibilisierung der Arbeit: Heute haben ca. 3 Mio. Deutsche lediglich ein befristetes Arbeitsverhältnis, das betrifft vor allem junge Leute. Aufgrund der damit verbundenen Unsicherheit scheuen 44 % der Befragten den Erwerb von Wohneigentum.

Eine Immobilie zu erwerben ist eine Lebensentscheidung; entsprechend sollte es gut überlegt sein. So liegt auch hier ein Hemmungsgrund für viele junge Menschen: Nur 19 % der befragten Mieter gaben an, sich mit dem Thema Immobilienerwerb gut oder sehr gut auszukennen. 81 % sind hingegen der Meinung, dass nur maximal befriedigendes Wissen über das Thema haben.

„Die Ergebnisse unserer Umfrage belegen, dass für viele jüngere Menschen die Hürden für den Erwerb von Wohneigentum sehr hoch sind. Vielen wird es also nicht gelingen, sich den Traum vom eigenen Heim zu erfüllen. Für Investoren in Wohnimmobilien heißt dies, dass Mietobjekte auch perspektivisch eine attraktive Kapitalanlage bleiben werden“, erläutert ZBI-Vorstand Dr. Bernd Ital. „Dies gilt sowohl für direkte Investitionen in Mietobjekte als auch für Kleinsparer, die über Wohnimmobilienfonds an vermieteten Immobilien beteiligt sind“, ergänzt Kotzenbauer.

Immobilie? Nein, danke! Ich will flexibel bleiben

Nicht jeder, der aktuell zur Miete wohnt, möchte dies ändern. Auch hier spielt das Geld eine wesentliche Rolle. So gaben 50 % der Mieter, die kein Interesse an einer eigenen Immobilie haben, an, dass sie auf einen Immobilienkauf verzichten, weil sie die damit verbundene finanzielle Belastung scheuen und eine Überlastung fürchten. Dazu passt auch, dass 39 % der Mieter, die auch weiterhin kein Wohneigentum wollen, dies mit den hohen Immobilienpreisen begründen. 44 % der nicht an Wohneigentum interessierten Mieter möchte durch das weitere Wohnen zur Miete die persönliche Flexibilität erhalten und sehen sich durch den Erwerb von Wohneigentum eher eingeschränkt. Eine Woche Campingplatz in Bayern anstatt zwei Wochen USA-Rundreise: Wer sich Wohneigentum anschafft, muss vielleicht in dem ein oder anderen Lebensbereich Abstriche machen. Für 32 % der Mieter kommt das nicht in Frage und sie verzichten deshalb auf den Kauf der eigenen vier Wände.

„Finanzieller Spielraum, Flexibilität und Kostenbewusstsein sind für die aktuelle Generation von Mietern demnach wichtige Bedürfnisse, die wir als Investoren bei der Auswahl von Objekten wissen und berücksichtigen müssen. Wenn wir dies tun, bleiben die Immobilien in unserem Portfolio auch zukünftig dauerhaft vermietbar“, betont Dr. Ital. „Diese langfristige Perspektive entspricht unserer Philosophie, ehrliche Mietrenditen zu erzielen damit wir unseren Anlegern, bei denen es sich hauptsächlich um Kleinanleger handelt, ein passendes Produkt anbieten können. Dies steht nicht im Widerspruch zu guter Qualität und fairen Preisen für die Mieter unserer Objekte. Da uns bewusst ist, dass die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum eine zentrale politische und soziale Frage mit enormer Tragweite ist, bleibt es unser langfristiges Ziel, den Mietern diesen Wohnraum und den Anlegern eine adäquate Rendite zu ermöglichen“, ergänzt Kotzenbauer. (ahu)

www.zbi-ag.de

www.union-investment.de