Gewinner und Verlierer

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Halbzeitpause im DAX. Diejenigen, die Anfang dieses Jahres breit in den Index investierten, konnten mit der Wertentwicklung des beliebten DAX wenig zufrieden sein. Da kann sich ein Blick auf einzelne Branchen oder Titel lohnen. Finanzinstitute wurden in den ersten sechs Monaten regelrecht abgestraft, Konsum- und Versorgerwerte stiegen tendenziell.

Der lange Weg zum Gipfel ist mühselig. Ohne Pausen geht es nicht, ansonsten fehlt die Puste und ein Kollaps droht. Diese Binsenweisheit zeigt sich auch beim Rückblick auf das erste Halbjahr im DAX. Nach dem Erdrutsch zum Jahresanfang, der DAX ging bis auf 8.800 Punkte in die Knie, ging es im Frühjahr mit den Kursen zunächst wieder aufwärts. In der Spitze standen wir bei 10.400 Zählern. Danach pendelten wir, mit einigen mehr oder weniger starken Ausschlägen, um die magische 10.000er Marke. Das Brexit-Referendum verhagelte so manchem optimistisch gestimmten Börsianer die Stimmung. Abschläge um die 10 Prozent sind nicht einfach zu verdauen. Immerhin eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 90 Mrd. Euro. Nun ist der erste Schock vorbei und es könnte gut sein, dass wir die 10.000er Schwelle im DAX wieder nach oben durchbrechen. Entscheidend hierfür dürften die Unternehmensergebnisse im ersten Halbjahr sein. Und überhaupt, gab es neben dem Schatten auch etwas Licht im DAX? Die Antwort lautet: Ja. Glanzlicht, passend zur gleichzeitig stattfindenden Fußball-EM, ist die Adidas-Aktie. Ein Plus von mehr als 40 Prozent (!) seit Jahresbeginn beschert den Herzogenaurachern eindeutig die Pole-Position. Im Bericht für das erste Quartal 2016 ist zu lesen: „Unser Umsatz im ersten Quartal liegt auf einem Rekordniveau von 4,8 Mrd. Euro…“ Der Börsenkurs steht aktuell bei circa 127 Euro. Anfang 2015 waren es „nur“ 60 Euro. In die Reihe der Gewinner des ersten Halbjahres 2016 gesellt sich auch die Aktie des Versorgers RWE. Ein zweistelliges Plus von derzeit um die 20 Prozent auf 11,70 Euro schlägt zu Buche. Allerdings sollten Investoren nicht vergessen, dass Versorger in der Vergangenheit eher abgestraft wurden und die Hausse am Aktienmarkt nicht mitmachten. So steht die RWE auf 3-Jahres-Sicht deutlich im roten Bereich. Abwarten, ob hier der positive Trend von Dauer ist. Dunkelrote Vorzeichen bei den Banken. Die Finanzinstitute haben an verschiedenen Fronten zu kämpfen und wurden im ersten Halbjahr abverkauft. Hier stellt sich die Frage, ob und wann eine Gegenbewegung einsetzt. Die Marktkapitalisierung der Deutschen Bank liegt aktuell gerade einmal bei 17,3 Mrd. Euro…

Ein Kommentar von Alexander Heftrich für finanzwelt online

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