Gewinner des Corona-Rennens

Rainer Beckmann, Geschäftsführer der ficon Börsebius Invest GmbH / Foto: © ficon Börsebius GmbH

Formycon AG München (A1EWVY)

Normalerweise arbeitet die Firma Formycon AG aus München im Sektor der Biosimilars, um Biopharmaka nach ihrem Auslaufen der Lizenz ersetzen zu können. Biosymilars sind das Pendent zu den bekannten Generika im normalen Pharmageschäft. Für das erste Medikament, dem Augenheilmittel Lucentis zur Bekämpfung der Makuladegeneration des menschlichen Auges, wurde zu Beginn dieses Jahres bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA der Antrag auf Zulassung zur Produktion gestellt. Für die europäische Gesundheitsbehörde folgt dieser Antrag im Laufe dieses Jahres.

Mit den zwei weiteren Biosimilarkandidaten Eylea (Augenheilkunde) und Stelara (Morbus Chron) will Formycon in den nächsten zwei Jahren die drei umsatzstärksten Biopharmazeutika mit Patentablauf nach 2020 als Biosimilars entwickeln und zur Zulassung bringen. Der weltweite Umsatz der drei Referenzprodukte lag im Jahr 2019 bei weit über 15 Milliarden US-Dollar. Mit den ehemaligen Hexal-Inhabern, den Gebr. Strüngmann, hat die Formycon-Crew zwei Mitstreiter und Kapitalgeber mit einer exzellenten Erfahrung und Marktstrategie an Bord, die nach der Zulassung der einzelnen Biopharmaka auch die Produktion der einzelnen Mittel übernehmen werden.

Aufgrund der besonderen Expertise im Bereich der antikörperbasierten Therapien hat das Unternehmen jetzt bekanntgegeben, sich neuerdings auch zielgerichtet auf die Entwicklung eines neuen COVID 19 Medikamentes zu konzentrieren. Eine sehr interessante Mitteilung aus dem Hause Formycon.

BioNTech (A2PSR2)

Eine weitere sehr große Beteiligung der Gebr. Stüngmann ist das deutsche Unternehmen BioNTech (A2PSR2) aus Mainz. BioNTech erwartet bereits Anfang Juli erste Testergebnisse für einen möglichen Impfstoff gegen das CORONA Virus COVID 19. Tests an über 200 Personen laufen z. Zt. in Europa, in den USA wird bei bis zu 360 Probanden getestet. Die starke Verbindung dieser beiden Unternehmen kann nur von großem Vorteil sein. Der Kurs der Aktie, die stärker in den USA gehandelt wird, hatte schon einen ersten Höhenflug auf über 100 US Dollar ist aber nach einer Beruhigungsphase auf ca. 50 US-Dollar zurückgekommen. Hochinteressant, wenn die Testergebnisse bekannt gegeben werden.

Nanorepro AG (657710)

Die Aktie Nanorepro AG (657710) aus Marburg ist bereits der große Highflyer im Thema rund um das Corona Virus. Nanorepro hat Anfang März mitgeteilt, dass man ein Corona Virus Testgerät an den Markt ausliefern wird. Die ersten Auslieferungen sind Mitte Mai erfolgt. Dieser SARS-CoV-2 Antikörper-Schnelltest (IgM/IgG) misst mit einer sehr hohen Testgenauigkeit und zeigt das Ergebnis bereits nach ca. 15 Minuten an. Gerade ein solch preiswerter Test wird aufgrund der Aussagen der Bundesregierung im Markt gebraucht, um schnell eine große Zahl von Menschen in unserem Lande zu testen. Wir sind weiterhin auf der Kaufseite bei Kursen von ca. zwei Euro. Der Höchstkurs war nach der Bekanntgabe bereits bis auf ca. 3,90 € hochgeschnellt. (spekulativ)

Kolumne von Rainer Beckmann,
Geschäftsführer der ficon Vermögensmanagement GmbH Düsseldorf

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