Gesundheit vor Kapitalmarkt!

Armin Christofori (li). u. Sebastian Hasenack (re.) - © SDV und DJE

Die SDV AG hat kürzlich ihr Portfolio um die Online-Vermögensverwaltung Solidvest erweitert. Grund genug für ein Gespräch mit Sebastian Hasenack, Leiter Vertrieb von Solidvest, der Online-Vermögensverwaltung von DJE und Armin Christofori, Vorstand des Finanzmaklers SDV, zu den Beweggründen der Kooperationen und der allgemeinen Marktsituation.

finanzwelt: Meine Herren, natürlich lautet die erste Frage nach Ihrem Resümee des ersten Halbjahres. Wie fällt das in Zeiten der Corona-Pandemie aus?
Sebastian Hasenack: Auf einen Punkt gebracht: Gesundheit vor Kapitalmarkt! Die letzten Monate waren für uns alle nicht leicht. Angst und Unsicherheit haben unseren Alltag geprägt. Die Pandemie hat die Grundlagen unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Miteinanders erschüttert und auf eine große Probe gestellt.
Als Vermögensverwalter blicken wir damit verbunden auf ein sehr arbeitsintensives Halbjahr zurück, mit dem Ziel, der Performance-Verantwortung für unsere Kunden gerecht zu werden. Aufgrund der frühzeitigen Reaktion unseres Research-Teams und starken Eingriffen in die Portfolio-Allokation sind wir vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Seit Jahresbeginn haben Solidvest-Anleger kein Geld verloren bzw. unsere 4 Risikoklassen stehen alle im positiven Bereich.

Armin Christofori: Ich schließe mich an. Für uns war und ist natürlich die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Partner die erste Prämisse. Rückblickend hat uns Corona einen weiteren Digitalisierungsschub gegeben, der die Akzeptanz unserer Lösungen für den Makler, wie unseren Apps, aber auch der Videoberatungstools, zusätzlich vorangebracht hat. Das erste Halbjahr, speziell zu Beginn von Corona war extrem intensiv. Die Verlagerung des Betriebs ins Home Office, aber auch die Entwicklung von tragfähigen Vertriebslösungen für unsere Partner hat Kraft gekostet! Der Einsatz hat sich aber gelohnt, so blicken wir jetzt tatsächlich auf das beste erste Halbjahr der Unternehmensgeschichte zurück.

finanzwelt: Herr Hasenack, mitunter standen Robo-Advisor in den vergangenen Monaten in der Kritik. Wie haben Sie sich in der Crashphase verhalten?

Hasenack: Generelle Kritik ist nachvollziehbar. So waren etliche Kundendepots im Robo-Umfeld insbesondere im März ein Spielball der Märkte und erholten sich vergleichsweise langsam. Wir hingegen konnten die Verluste für unsere Kunden dank unseres konsequenten Risikomanagements signifikant eindämmen. Solidvest investiert zielgerichtet in Aktien und Anleihen und verzichtet dabei auf Indexinvestments. Wir haben bereits Ende Februar, mit Beginn der steigenden Infektionszahlen in Europa und vor allem in Italien, unsere taktische Kassequote erhöht, die uns mehr Flexibilität in volatilen Märkten gibt. Zugleich haben wir die Aktienquote reduziert. Unternehmen von besonders stark betroffenen Branchen, beispielsweise die Reiseindustrie, haben wir frühzeitig verkauft. Dennoch mussten auch wir kurzfristig Verluste hinnehmen. Im März wirkten sich zum Beispiel Investments in Unternehmen aus konjunkturabhängigen Sektoren nachteilig aus. Grundsätzlich profitieren unsere Kunden aber von dem hohen Grad an Flexibilität in der Allokation. Wir investieren für unsere Kunden aktuell übergewichtet in Unternehmen aus den Sektoren Technologie, Pharma und eCommerce. Dadurch konnten unsere Kunden bereits an der jüngsten Erholung partizipieren.

finanzwelt: Im neuesten Capital-Ranking gehört Solidvest wiederum zur erweiterten Spitzengruppe. Was zeichnet Sie aus? Was machen Sie anders?

Hasenack: Kurz gesagt: Solidvest ist kein Startup, sondern ermöglicht den digitalen Zugang zu 45 Jahren Markterfahrung und Expertise des DJE Research-Teams. Wenn Sie sich den von Ihnen genannten Test oder vergleichbare Analysen anschauen – etwa in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren – so erzielen wir durchweg beachtenswerte Ergebnisse. Ein Grund dafür ist selektives Vorgehen. Wir investieren entsprechend der jeweiligen Anlegermentalität vorrangig in qualitätsgeprüfte Einzeltitel. Das sind von den DJE-Analysten, mit denen wir ohnehin eng zusammenarbeiten, international ausgewählte Anleihen und Aktien. Wir setzen dabei auf eine Kombination aus zunehmender Datenverfügbarkeit, Erfahrung und Kompetenz unseres Teams sowie Unternehmensbesuchen vor Ort. Unterm Strich sichert dieser Mix an Expertise und Kompetenz die Qualität der Depots: mit Chance auf deutliche Kursgewinne in guten Börsenphasen – und bestmöglich balancierten Risiken in volatilen Märkten.

finanzwelt: Herr Christofori, die SDV AG geht eine Kooperation mit DJE ein. Können Sie uns zunächst einmal kurz darlegen, wofür Ihr Haus steht?

Christofori: Die SDV AG steht seit nun mehr als 10 Jahren für den perfekten Service um den Maklerbetrieb. Wir bieten die wohl umfangreichsten Services in den Bereichen Back Office und Vertriebsunterstützung im Bereich Versicherung. Da wir sehr stark über den Bereich Outsourcing kommen, sind unsere Zielkunden solide Maklerunternehmen, sowie größere Konstrukte wie Bankenvertriebe, die Wert auf qualitativ hochwertige Unterstützung legen.

finanzwelt: Welche Gründe gaben letztlich den Ausschlag für die DJE bzw. Solidvest?

Christofori: Die jahrelange Markterfahrung und die nachweisbaren Erfolge von DJE, in Kombination mit perfekter technischer Infrastruktur haben den Ausschlag für den Start der Kooperation gegeben.

finanzwelt: Inwiefern können angebundene Partner von der neuen Kooperation profitieren?

Christofori: Unsere Partner können ihren Kunden nun eine echte Vermögensverwaltung mit einer wirklich niedrigen Eintrittsschwelle anbieten. Eine sehr gute Ergänzung zu unseren vorhandenen Produktpartnern im Versicherungsbereich.

finanzwelt: Mit Blick nach vorne – was dürfen wir von Ihren Häusern noch Neues erwarten?
Hasenack: Wir gehen davon aus, dass uns das Thema COVID-19 noch länger beschäftigen wird. In Zeiten wie diesen sind enger Kontakt zu unseren Kunden und Transparenz wichtig. Daher bieten wir Interessenten und Kunden in den kommenden Monaten vermehrt Webinare und persönliche Gespräche vor Ort in den DJE- Niederlassungen in Frankfurt, Köln und München an. Als digitaler Anbieter arbeiten wir zudem kontinuierlich daran, das Kundenerlebnis zu verbessern und intuitiver zu gestalten. Darüber hinaus sind weitere Partnerschaften – die unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten – noch für dieses Jahr geplant sowie diverse Produktweiterentwicklungen.
Christofori: Wir werden den eingeschlagenen Weg stringent weitergehen, denn das Virus wird nicht von heute auf Morgen verschwinden. Selbst wenn in absehbarer Zeit eine Therapie oder gar Impfung zur Verfügung steht, wird die jetzige Phase die wir durchleben, Information, Beratung und Vertrieb nachhaltig verändert haben. Unsere Partner können davon ausgehen, dass wir nach den Themen Apps und Remoteberatung künftig weitere vertriebliche Unterstützung in Form von Kampagnentools, Webauftritt sowie digitaler Reichweite noch in diesem Jahr auf sie zubringen werden. Damit werden wir echte Ausrufezeichen setzen! (ah)