Gerade für junge Leute wichtig

finanzwelt: Haben Sie denn eine überzeugende Lösung, um jungen Leuten den Zugang zu der wohl unverzichtbaren Berufsunfähigkeitsversicherung zu erleichtern?
Stille: Ja, die haben wir. Wir bieten als Dialog einen altersabhängigen, also immer risikoadäquat kalkulierten Tarif an. Da bei jungen Menschen das Risiko, berufsunfähig zu werden, noch gering ist, kommen sie so zu einem vollwertigen Berufsunfähigkeitsschutz zu einer äußerst günstigen Prämie. Im Laufe der Jahre steigen die Beiträge moderat an, doch entspricht dies der allgemeinen Einkommensentwicklung. Ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass der Abschluss gerade für junge Leute sehr wichtig ist, da sie in der Regel über keine größeren finanziellen Reserven verfügen. Dazu profitieren sie von dem Vorteil, dass bei ihnen die Gesundheitsprüfung zumeist unproblematisch ist.

finanzwelt: Als Versicherer kennen Sie ja am besten die Fälle, wo Existenzen auf der Kippe standen. Wie sehr wird das Risiko unterschätzt?
Stille: Ich habe gerade hohe Prämien als Hemmschuh beim Versicherungsabschluss erwähnt. Zu Recht weisen Sie darauf hin, dass elementare Lebensrisiken aber auch von vielen Menschen unterschätzt werden. Doch nicht nur das, sie werden oft auch verdrängt. Tod und Verlust der Arbeitskraft sind unangenehme Themen, mit denen sich viele Menschen nur ungern auseinandersetzen und deswegen auch keine Vorsorge treffen. Hier müssen wir uns aber auch selber in die Pflicht nehmen: Mehr Aufklärung tut not – Versicherungswirtschaft, Politik und Verbraucherschützer sind hier gemeinsam gefordert. Auch die Arbeitgeber können in der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit über Kollektivverträge einen wichtigen Beitrag leisten.

finanzwelt: Fast jeder hat eine private Haftpflicht, eine Hausrats- und, um auf ganz sicher zu gehen, auch eine Handy- oder Elektronikversicherung. Wie können wir die Kunden mehr für die wirkliche Gefahr sensibilisieren?
Stille: Wir Deutsche sind sehr auf Sachwerte fokussiert und sichern diese bevorzugt ab. Lebensrisiken sind dagegen etwas Abstraktes – nicht anzufassen wie ein schöner Wertgegenstand. Der Wert der Arbeitskraft übersteigt in der Regel die Million-Grenze, Sachwerte sind im Vergleich dazu oft gering. Das dicke Brett der Aufklärungsarbeit habe ich erwähnt. Weiter helfen können in dieser Richtung auch die freien Vermittler, die ja im Auftrag der Kunden tätig sind und diese gezielt und unabhängig über die Notwendigkeit der Vorsorge informieren können. Als Versicherer, der ausschließlich mit Maklern zusammenarbeitet, wollen wir unsere Vertriebspartner gern bei dieser Arbeit unterstützen.

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