Generali setzt auf Telematik

Generali setzt auf Telematik
Monika Sebold-Bender, Vorsitzende der Motor Working Group der Insurance Europe

Die Generali setzt jetzt auf Daten über das Verhalten von bewegten Fahrzeugen im Straßenverkehr. Künftig werden diese Bewegungsdaten einen direkten Einfluss auf die zu zahlende Prämie haben.

Die Generali Deutschland hat eine innovative Telematik-Lösung auf den Markt gebracht: Für Kunden der AachenMünchener und der Generali Versicherungen, die einen solchen Kfz-Tarif wählen, zahlt sich eine sichere und vorausschauende Fahrweise jetzt aus. Der Direktversicherer der Generali die Cosmos Direkt folgt im Oktober 2016 mit einem Angebot, das sich speziell an junge Fahrer richtet. „Mit der Einführung von Generali Mobility haben wir nach Generali Vitality und Generali Domocity einen weiteren Meilenstein unserer Smart-Insurance-Offensive erreicht. Damit übertragen wir unseren Ansatz, Anreize für Risikoprävention zu setzen, auch auf das Autofahren. Unser Ziel als Vorreiter in Smart Insurance ist es, unseren Kunden mit innovativen Lösungen ein verlässlicher Partner in allen Lebensbereichen zu sein – insbesondere auch dann, wenn ein Schaden noch gar nicht eingetreten ist“, erläutert Giovanni Liverani, Vorstandsvorsitzender der Generali Deutschland AG.

Generali international Vorreiter in Telematik

Als einer der größten Anbieter in Europa verfügt die Generali Group über eine hohe Expertise im Bereich Telematik. Europaweit hat die Gruppe bereits mehr als 1 Million Telematik-Verträge im Bestand. Mit der Einführung der hochentwickelten Technologie von My Drive baut die Generali ihre Vorreiterrolle jetzt weiter aus. Das in London ansässige Unternehmen ist einer der führenden Anbieter im Bereich Data Analytics mit Fokus auf die Versicherungsbranche. My Drive gehört seit 2015 zur Generali Group. Die App, die My Drive zusammen mit der 2015 gegründeten Smart Insurance Factory der Generali in Deutschland entwickelt hat, ist eine der fortschrittlichsten und innovativsten Lösungen am Markt. AachenMünchener, Generali Versicherungen und Cosmos Direkt führen auf Basis dieser App unterschiedliche Telematik-Lösungen ein, die auf verschiedene Kundengruppen ausgerichtet sind. Generali Versicherungen und Cosmos Direkt bieten erstmals in Deutschland einen Tarif an, dessen Prämie auf Grundlage des Fahrverhaltens kalkuliert wird. Während die Generali Versicherungen ein Komplettpaket für sicherheitsbewusste Fahrer jeder Altersklasse anbieten, ermöglicht der Tarif der Cosmos Direkt jungen Fahrern bis 28 Jahren einen günstigen Einstieg in die Kfz-Versicherung und den Aufbau eigener schadenfreier Jahre. Die AachenMünchener bietet Telematik als Zusatzoption an und gewährt ihren Kunden bei sicherer und vorsichtiger Fahrweise einen Rabatt.

Individuelles Feedback zur Fahrweise

„Ob jung oder alt – wer vorausschauend fährt, senkt das Unfallrisiko und schützt sich und andere. Es ist nur fair, wenn sich dieses Risikobewusstsein auszahlt. Und auch wer heute noch nicht mit einer optimalen Fahrweise unterwegs ist, kann von Generali Mobility profitieren: Denn nach jeder Fahrt gibt die App dem Fahrer ein individuelles Feedback zu seiner Fahrweise sowie Vorschläge, wie er diese gezielt verbessern kann“, erklärt Dr. Monika Sebold-Bender, Country Chief P&C Officer der Generali Deutschland AG. Für die Nutzung der Telematik-Tarife sind nur ein Smartphone und die entsprechende Telematik-App erforderlich, im Fahrzeug selbst muss kein zusätzliches Gerät installiert werden. Mithilfe der App misst der Kunde sein Fahrverhalten und ermittelt einen individuellen Vergleichswert, einen sogenannten Score, der zwischen 0 und 100 Punkten liegen kann. „Dabei fließen verschiedene Faktoren in die Berechnung ein. Hierzu zählen die Geschwindigkeit, das Bremsverhalten, die Beschleunigung und das Kurvenverhalten. Aber auch vorausschauendes und gleichmäßiges Fahren sind relevante Faktoren. Hinzu kommt, dass wir die Fahrdaten im jeweiligen Kontext zur Straßensituation setzen. Das Fahrverhalten im ländlichen Raum, auf Schnellstraßen oder eben auf der Autobahn wird entsprechend bewertet. Dieser komplexe Algorithmus ist ein herausragendes Merkmal unseres Messverfahrens“, sagt Ulrich Rieger, Vorstand für Komposit-Versicherung der AachenMünchener. Der Score ergibt sich aus der Abweichung von der optimalen Fahrweise in der jeweiligen Fahrsituation. Der Kunde hat so die Möglichkeit, seinen Versicherungsprämie in der Höhe aktiv zu beeinflussen: Bei der AachenMünchener gibt es mit der Telematik-Option bis zu 15 Prozent Rabatt auf die Jahresprämie, bei der Cosmos Direkt und den Generali Versicherungen wird die Prämie von Generali Mobility jährlich bzw. jedes Quartal auf Basis des aktuellen Score neu ermittelt. Die Telematik-Daten und das eigentliche Versicherungsprodukt sind strikt voneinander getrennt, der Versicherer selbst hat keinen Zugriff auf die Daten der App. An ihn werden aber der Score, die Anzahl der aufgezeichneten Fahrten und die gefahrenen Kilometer übermittelt, aber keine Informationen zu einer einzelnen Fahrt. My Drive kennt hingegen lediglich die Telematik-ID des Kunden, aber nicht seinen Namen und seine Adresse. Noch können alle Kunden frei entscheiden, ob sie einen Telematik-Tarif abschließen möchten oder nicht. Dabei können sie sich auf ein hohes Datenschutzniveau verlassen: Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung entspricht den Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes. Zudem werden die Daten unter Einhaltung von hohen Sicherheitsstandards gespeichert.

Digitalisierung im Straßenverkehr

Die Generali in Deutschland nutzt die Chancen der Digitalisierung, um ihre Kunden im Straßenverkehr zu schützen – sowohl vor als auch im Schadenfall: Die Generali Versicherungen haben im März 2016 als einer der ersten Anbieter in Deutschland die Idee des Unfallmeldedienstes (UMD) umgesetzt, der auf einer Initiative des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beruht. Auch die AachenMünchener reagiert mit einem entsprechenden Angebot. Der UMD ermöglicht im Schadenfall rasche Hilfe durch einen automatisch ausgelösten Notruf über ein Smartphone. Der Kunde benötigt dafür nur einen Unfallmeldestecker für seine 12V-Steckdose und die zugehörige App. „Telematik bietet uns als Versicherer die Chance, Kunden mit innovativen Lösungen zu begeistern, ihre Sicherheit im Straßenverkehr zu steigern und nachhaltig Impulse für den Schutz unserer Umwelt zu setzen. In meiner Arbeit in der Insurance Europe und dem GEAR 2030 der EU-Kommission ist mir der branchenweite Erfahrungsaustausch über Digitalisierungstrends zu diesen Themen deshalb sehr wichtig – als Vorreiter in Smart Insurance ist die Generali ein wichtiger Treiber dieser Debatte“, sagt Expertin Sebold-Bender, die zudem gleichzeitig die Vorsitzende der Motor Working Group der Insurance Europe ist. (db)