Generali leidet unter Corona

Triest, Heimat der Generali / Foto: © Dieter Hawlan - stock.adobe.com

Die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass der Generali-Konzern im ersten Quartal dieses Jahres deutliche Einbußen hinnehmen musste. Dennoch ist der Versicherer finanziell weiterhin solide aufgestellt.

Im ersten Quartal dieses Jahres hat die Generali ein Operating Result von 1,448 Mrd. Euro erzielt. Wesentlich dazu beigetragen haben die Bereiche Komposit und Vermögensverwaltung, in denen auch die jüngsten Akquisitionen enthalten sind. Auch die Segments Holding und andere Geschäftsbereiche haben ihren Teil zum Ergebnis beigetragen. Deutlich gesunken ist das Konzernergebnis, das mit 113 Mio. Euro gerade einmal ein etwas mehr als ein Siebtel des Vorjahreswertes von 744 Mio. Euro erreichte. Der Rückgang ist vor allem auf die Netto-Wertminderung auf Kapitalanlagen zurückzuführen. So sank aufgrund der Corona-Krise der Wert der Kapitalanlagen um 655 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Außerdem wies der italienische Versicherungskonzern einem außerordentlichen internationalen Fonds für den Pandemie-Notfall 100 Mio. Euro zu. Zudem gab es im Vergleich zum Vorjahr keinen Ertrag aus Veräußerungen im Vergleich zu einem Gewinn von 128 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Die gesamten Brutto-Beitragseinnahmen lagen mit 19,2 Mrd. Euro um 0,3 % über dem Vorjahreswert. Wesentlich zur Verbesserung hat hierbei das Komposit-Segment mit einem Wachstum von 4 % beigetragen. Völlig anders entwickelte sich hingegen das Leben-Segment, wo die Netto-Zuflüsse um 25,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgingen und bei 3,1 Mrd. Euro lagen. Auch die versicherungstechnischen Rückstellungen haben sich negativ entwickelt und lagen mit 363,4 Mrd. Euro um 1,6 % über dem Wert der ersten drei Monate 2019. Dies ist vor allem auf die aktuelle Performance der Finanzmärkte zurückzuführen.

Positiv hat sich hingegen die technische Profitablität des Komposit-Geschäfts entwickelt. So lag die Combined-Ratio hier mit 89,5 % um 2 Prozentpunkte unter dem Wert des ersten Quartals. Die Profitabilität des Leben-Neugeschäfts betrug 4,04 %, 0,35 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Erträge aus dem Asset Management nahmen weiter zu.
Mit einer vorläufigen Solvency-Ratio von 196 ist die Kapitalaustattung des Generali-Konzerns weiterhin solide.

„In einer der schwierigsten und unsichersten Zeitabschnitte der letzten Jahrzehnte – im Hinblick auf die Corona-Krise und den daraus resultierenden starken makroökonomischen und finanziellen Auswirkungen – hat unser Geschäftsmodell die operative Kontinuität des Konzerns gewährleistet und es uns ermöglicht, unsere Rolle als Lifetime Partner unserer Kunden aufrechtzuerhalten. Dies ist auch das Ergebnis der stetig zunehmenden Digitalisierung unserer Prozesse und Produkte, eines Multikanal-Vertriebs, das ein globales Netz von Vertriebspartnern nutzt, und der internationalen Diversifizierung.
Die ersten drei Monate des Jahres zeigten eine gute operative Leistung und bestätigten die solide Kapitalausstattung des Konzerns. Das Konzernergebnis wurde durch Wertminderungen aufgrund der aktuellen Performance der Finanzmärkte als Folge der globalen Pandemie beeinträchtigt“, so Cristiano Borean, Group CFO der Generali. (ahu)