Geldanlage – gestern und heute

Frank Wieser, PMP Vermögensmanagement, Donner & Reuschel Luxemburg S. A., Zweigniederlassung Deutschland / Foto: © PMP

Geldanlage ist viel schneller, kostenbewusster und komplexer geworden. Bestimmte Produktkategorien wie zum Beispiel Zertifikate sind fast verschwunden, dafür sind neue Assetklassen oder Themen entstanden. Vor zehn Jahren wusste kein Anleger was Bitcoin ist und nachhaltige Themen waren in weiter Ferne. Hätte man damals Anlegern gesagt, dass es Geld von der Notenbank geschenkt gibt wäre man für verrückt erklärt worden. Auch die Neigung zu „Flash-Crashs“ hat zugenommen. Innerhalb weniger Tage kann sich eine Jahresrendite aufgelöst haben. Vor zehn Jahren war Geldanlage irgendwie ruhiger und „beschaulicher“.

Nicht alle Veränderungen waren und, viele auch nicht schlecht

Viele regulatorische Maßnahmen waren überraschend gut. Dass mit Mifid II die Branche gezwungen wurde, verdeckte Kosten aufzudecken kann nur begrüßt werden. Auch wenn beim Thema Beratungsprotokolle die Bürokratie zu groß ist, so ist doch der Trend zu mehr Verbraucherschutz und Transparenz richtig. Negativ ist die gestiegene Volatilität an den Kapitalmärkten, weil sie dazu führt, dass viele Anleger bei Aktienanlagen immer zögerlicher werden. Die Aktie ist aber nach wie vor das Instrument für eine vernünftige Altersvorsorge.

Sehr zwiespältig kann man Minuszinsen sehen. Der typisch deutsche Anleger, der überwiegend in Anleihen anlegt, wird dadurch benachteiligt und muss sich nach Alternativen umsehen. Wer aber ein Haus finanzieren möchte freut sich. Allerdings sind Minuszinsen eine Art Droge für die Kaitalmärkte – eine Entwöhnung dürfte kaum möglich sein und lange dauern.

Vor zehn Jahren war man der Meinung, dass ein Mix aus „soliden Aktien der gängigen Branchen“ immer eine gute Geldanlage ist. Ein Jahrzehnt später weiß man, dass einstmals dominierende Branchen wie die Stahl-, Banken- und Automobilindustrie einem heftigen Veränderungsprozess unterzogen sind. Aus soliden Aktien sind schnell abgehängte Aktien geworden. Das zeigt auch, dass man immer etwas „Zukunft“ im Depot haben sollte.

Der uralte Grundsatz  „Kaufen wenn die Kanonen donnern“ galt und gilt aber immer noch. Wer in den letzten zehn Jahren bei Kursrückgängen mutig investiert hat, wurde immer belohnt.

Kolumne von Frank Wieser,
Geschäftsführer PMP Vermögensmanagement,
Düsseldorf

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