Gehen Sie mit der Zeit, sonst gehen Sie mit der Zeit

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Bald wird es kein Nebeneinander mehr von digitaler und menschlicher Welt, sondern einer Vermischung der beiden Welten geben. Wie dies konkret aussehen wird und was das für die Finanzdienstleistungsbranche bedeutet, wurde gestern auf dem BCA PRESSE-DIALOG in Frankfurt behandelt.

„Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert!“ Dies betonte Fuad Abuschuscha beim gestrigen BCA PRESSE-DIALOG gleich zu Beginn. Der Senior FutureManager bei der FutureManagementGroup machte anhand verschiedener Beispiele deutlich, welche Möglichkeiten die digitale Technik inzwischen schon hat und dass Künstliche Intelligenz neben dem Erkennen, dem Kommunizieren und dem Verstehen auch fähig ist, zu kreieren. Doch die Möglichkeit der KI gehen noch viel weiter: Auch das Thema Entscheidungen hat der Mensch längst nicht mehr exklusiv. So erwähnte der Zukunftsexperte, dass ein Investmentunternehmen eine Software bereits als Vorstandsposten mit vollem Stimmrecht eingerichtet hat. Auch wenn noch nicht klar ist, wie erfolgreich diese Maßnahmen sein werden, steht eines fest: Die Digitalisierung wird die Welt grundsätzlich verändern – und das schneller als viele denken wollen. So erwähnte Fuad Abuschuscha in seinem Vortrag, dass die Veränderungen oftmals nicht linear, sondern exponentiell verlaufen würden und außerdem viele Technologien Jahrzehnte ein Schattendasein führen, es sie plötzlich den Markt disruptiv verändern. Als Beispiele nannte er, dass bereits im 19. Jahrhundert Elektromotoren bekannt waren und Mitte der 50er Jahre bereits eine erste Konferenz zur Künstlichen Intelligenz stattfand. Dennoch sind diese Technologien erst viele Jahre später dabei, ihren (möglichen) Durchbruch zu erleben, dafür aber umso heftiger. „KI  lernt jede Sekunde dazu“, betonte der Zukunftsexperte.

Makler müssen mit der Zeit gehen

Fuad Abuschuscha zeigte in seinem Impulsvortrag auf, wie das zukünftige Maklerprofil durch technische Rahmenbedingungen beeinflusst werde. „KI wird die Interaktion zwischen Verbraucher, Makler und Produktgesellschaft grundlegend wandeln“, erläuterte der Zukunftsexperte. So würden viele Aufgaben innerhalb der Finanz- und Versicherungsbranche künftig durch KI-Systeme begleitet oder übernommen. Neben intelligenten Softwarelösungen, die bereits heute Verbraucher und Investmentgesellschaften unterstützen, verliefen auch ganze Produktwelten wie etwa Smart-Contract-Versicherungen ganz ohne menschliches Zutun.

Makler müssen dennoch nicht fürchten, vollständig durch Technik ersetz zu werden. So bleibt laut Abuschuscha die fachliche und menschliche Nähe zum Kunden durchaus erfolgsentscheidend. Wenn Makler an dieser Stelle gut aufgestellt seien, könnten Sie auch von der zunehmenden Regulierung profitieren. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass sich der Makler mit Hilfe der technologischen Möglichkeiten weiter professionalisiere. Makler, die sich unternehmerisch als Hybridmodell aufstellen würden, könnten somit die qualitativ hochwertige persönliche Beratung mit erstklassigen digitalen Servicekomponenten und Beratungstools zu einer verbraucherfreundlichen Mixtur verknüpfen.

Wie Makler den digitalen Wandel am besten nutzen können, lesen Sie auf Seite 2