G10-Währungen im Vergleich

Wie stabil ist der Euro? Während die dynamischen Schwellenländer insbesondere nach Anbeginn der Weltfinanzkrise 2007 viele Investitionen anzogen, schlägt das Pendel seit einigen Jahren wieder zurück.

(fw/rm) Immense Geldströme flossen in die Industrieländer zurück, die ihrerseits vor Herausforderungen stehen. Der Londoner Währungsexperte Ebury hat daher ermittelt, wie sich der Euro gegenüber den anderen G10-Währungen in den vergangenen fünf Jahren entwickelte. Als G10-Währungen werden die zehn weltweit am stärksten gehandelten Währungen von Industrieländern zusammengefasst, sie sind nicht mit der politischen Gruppe der G10-Länder zu verwechseln. Die G10-Währungen gelten als “liquide”, sie sind etwa im Gegensatz zum chinesischen Renminbi offen handelbar und ihr Handelsvolumen hat keine Auswirkungen auf den Wechselkurs. Dem Währungs-Set gehören US-Dollar, Euro, britisches Pfund, japanischer Yen, Schweizer Franken, australischer Dollar, Neuseeland-Dollar, kanadischer Dollar sowie die schwedische und norwegische Krone an.

Die Bilanz des Euro in den vergangenen Jahren

Vor dem Hintergrund des Brexit-Refenderums, struktureller Defizite im Euro-Raum und etwa den Abenomics – nach dem japanischen Premier benannte fiskalische Maßnahmen in Nippon – erfasst die Bewegung an den Devisenmärkten auch die G10-Währungen, insbesondere den Euro.

Währung im Verhältnis zum Euro 25.08.16 25.08.15 Veränderung zum Vorjahr in Prozent 25.08.11 Veränderung letzte fünf Jahre in Prozent
US-Dollar 1,13 1,13 -0,44% 1,42 -25,77%
Yen 113,420 136,110 -20,01% 109,090 +3,81%
Pfund 0,85 0,73 +14,38% 0,88 -2,45%
Franken 1,09 1,08 +1,13% 1,12 -2,538%
Australischer Dollar 1,48 1,59 -7,40% 1,33 +9,99%
Neuseeland-Dollar 1,54 1,76 -13,89% 1,67 -8,45%
Kanadischer Dollar 1,46 1,51 -3,39% 1,40 +4,15%
Schwedische Krone 9,48 9,61 -1,19% 9,07 +4,35%
Norwegische Krone 9,27 9,47 -2,19% 7,66 +17,38%

  Bezogen auf den Zeitraum August 2015 bis August 2016 wertete der Euro am meisten gegenüber dem Pfund auf (14,38 Prozent). Aufgrund der starken wirtschaftlichen Abhängigkeiten zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich geriet der Euro selbst ins Fahrwasser der Brexit-Abstimmung vom 23.06.16 und musste teils drastische Verluste im Verhältnis zu anderen G10-Währungen verbuchen. So verlor der Euro binnen eines Jahres massiv an Wert gegenüber der klassischen Fluchtwährung Yen (-20,69 Prozent), dem Neuseeland-Dollar (-13,89 Prozent) und dem australischen Dollar (-7,4 Prozent).  Über einen längeren Zeitraum betrachtet ergibt sich ein anderes Bild. Während im Verhältnis zum Dollar das vergangene Jahr kaum Bewegung erkennen lässt, verbilligte sich der Euro gegenüber dem Greenback innerhalb von fünf Jahren um 21,71 Prozent. Auch langfristig büßte der Euro gegenüber dem Neuseeland-Dollar an Wert ein (-8,45 Prozent), wertete gegenüber dem australischen Dollar hingegen um fast zehn Prozent auf, gegenüber der norwegischen Krone innerhalb von fünf Jahren gar um 17,38 Prozent. “Nicht nur im Außenhandel mit Schwellenländern sind Wechselkursschwankungen zu berücksichtigen. Allein in die USA exportierten deutsche Unternehmen im Jahr 2015 Waren im Wert von 113.990.351 Euro und sie importierten für 59.654.623 Euro. Nach Großbritannien exportierten sie für 89.293.875 Euro und importierten für 38.317.508 Euro. Bei diesen Dimensionen machen sich Wechselkursschwankungen bei der Marge schnell bemerkbar”, so Rob Adrichem, Country Manager bei Ebury für Deutschland und Benelux. www.ebury.com