Fünf Tipps um Seminar- und Hausarbeiten erfolgreich abzuschließen

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Jeder, der studiert hat, kann ein Lied davon singen: Das regelmäßige Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten gehört zu den größten Herausforderungen der gesamten Studienzeit. Meist stehen diese Seminar- und Hausarbeiten wie ein riesiger Berg vor einem und wenn man den Weg nach oben gefunden hat, ist der Aufstieg mühsam, der Gipfel erscheint unerreichbar und Pausen sind eine ständige Verlockung. Viele geben irgendwann auf: Vor einigen Jahren schätzte eine Sozialwissenschaftlerin der Berliner Humboldt-Universität, dass etwa die Hälfte aller Hausarbeiten nie abgeschlossen wird. Damit Sie solche Misserfolge vermeiden und planmäßig die Ziele Ihrer Seminar- und Hausarbeiten erreichen, haben wir hier hilfreiche Tipps zu den wichtigsten Punkten für Sie zusammengestellt. Die eigentliche Arbeit kann den Studierenden natürlich niemand abnehmen – aber es gibt einige Möglichkeiten, wie der Prozess bestmöglich organisiert und strukturiert werden kann.

1. Themenwahl

Zwar sollte man den Gesamtprozess nicht unnötig in die Länge ziehen; dennoch ist es sinnvoll, sich schon möglichst früh auf die Themensuche zu begeben. Nützlich kann dabei eine Liste mit Ideen sein, die man über einen längeren Zeitraum sammelt und notiert. Oft kommt ein passender Gedanke zu einem ungünstigen Zeitpunkt, deshalb sollte man die Liste immer bei sich tragen. So ist es wahrscheinlicher, dass Sie sich für ein Thema entscheiden, dass Sie auch wirklich interessiert. Überprüfen Sie Ihre Vorschläge vorab daraufhin, ob eine ausreichende Anzahl von namhaften Werken und Quellen dazu verfügbar ist. Denn wissenschaftliches Arbeiten bedeutet in erster Linie, dass Sie die Erkenntnisse zu einer bestimmten Fragestellung aus vorhandener Literatur zusammenstellen, herausarbeiten und interpretieren.

Achten Sie bei Ihrem Thema außerdem darauf, dass es möglichst spezifisch, klar und sinnvoll eingegrenzt werden kann. Mit einem zu allgemein gefassten Themengebiet tun Sie sich keinen gefallen, sondern Sie machen es sich und Ihren Lesern unnötig schwer. Lieber konkretisieren Sie das Themenfeld mit einer explizit zugespitzten Fragestellung. So ist von Anfang an klar, worauf die Untersuchung abzielt. Am Ende sollten Sie die Themenwahl unbedingt mit Ihrem Dozenten bzw. Professor abstimmen. Denn nichts ist ärgerlicher als nach bereits begonnener Recherche wieder komplett neu anzufangen oder tiefgreifende Änderungen vorzunehmen.

2. Literaturrecherche

Wenn das Thema gefunden und klar eingegrenzt ist, kommt der wohl wichtigste Baustein des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses: die Literaturrecherche. Die Arbeit mit Quellen ist essenzieller Bestandteil jeder Studienarbeit und kann bis zu 70 % des gesamten Pensums ausmachen. Bei der Suche nach passender Literatur und bei der Arbeit mit dieser sollten Sie mit höchster Sorgfalt vorgehen – so vermeiden Sie böse Überraschungen während des Schreibprozesses. Bei der Suche nach geeigneter Literatur sollten Sie mehrere Wege gehen, um von einer passenden und vor allem aktuellen Sammlung zu profitieren. Eine mögliche erste Anlaufstelle ist der Dozent, der Ihnen in aller Regel erste Literaturhinweise geben kann. Nachschlagewerke wie Handbücher und Fachlexika sowie entsprechende Plattformen im Internet bieten ebenfalls einen guten ersten Überblick zu einem Thema.

Von dort beginnend, können Sie sich dann weitere Literatur erschließen. Diese Suche läuft oft unsystematisch, indem Sie in der bereits gefunden Literatur auf wiederum neue, zu Ihrem Thema passende Literatur stoßen und so weiter. Weitere Möglichkeiten zur vertiefenden Recherche bieten sich über das OPAC-System der Universitätsbibliotheken (OPAC = Online Public Access Catalog), das Konsultieren von Periodika sowie Präsenzbibliotheken. In OPAC ist sämtliche vorhandene und bestellbare Literatur der Universitätsbibliotheken verzeichnet. Heftreihen, Zeitschriften, Zeitungen und ähnliche regelmäßig erscheinende Medien bieten oft einen aktuellen zeitlichen Bezug. Auch in Präsenzbibliotheken (Literatur ist von der Ausleiehe ausgeschlossen) findet man gelegentlich spezielle Fachzeitschriften zu spezifischen Themen.

3. Gliederung

Während Sie die Literatur sichten, sollten Sie sich bereits erste Notizen machen, relevante Stellen markieren, und eine Sortierung in verschiedene Themenbereiche vornehmen. Daraus können Sie eine schlüssige Gliederung für die Arbeit entwickeln. Die Gliederung dient zunächst als grobes Gerüst für die nächsten Schritte und ist keineswegs in Stein gemeißelt. Sie hilft Ihnen während des Lese-, Analyse, und Schreibprozesses nicht den roten Faden zu verlieren und den Fokus auf die einzelnen Abschnitte sowie die Gesamtaussage der Arbeit zu legen.

Grundsätzlich sollte sich jede Arbeit in die Teile Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedern. Während in der Einleitung die Fragestellung, das Thema und die Zielsetzung verständlich erläutert werden, ist der Hauptteil der zentrale und umfangreichste Abschnitt der Arbeit. Hier müssen anhand der vorhandenen Literatur die verschiedenen Argumente und Sichtweisen der Thematik in einer verständlichen Abfolge von Kapiteln wiedergegeben werden. Der Schlussteil sollte in eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen sowie ein Fazit und einen möglichen Ausblick münden. Bei Unklarheiten ist es hilfreich, sich mit dem zuständigen Betreuer oder Dozenten auszutauschen. Je nach Umfang und Bedeutung der Studienarbeit kann es sinnvoll (oder erwünscht) sein, vorab ein Exposé zu erstellen und dieses entsprechend abzustimmen.

4. Schreibprozess

Anhand der Gliederung und mithilfe der bei der Literaturarbeit entstandenen Notizen, Zusammenfassungen, Markierungen und Gedanken entwickeln Sie die Textpassagen. Dies geht Hand in Hand mit weiterer und vertiefender Literaturarbeit. Dabei können Sie mit Exzerpten, Zusammenfassungen und eigenen Gedanken arbeiten. Vergessen Sie nicht, für Ihren eigenen Text und Fußnoten stets die exakte Fundstelle zu notieren. Wer, was, wann, wo? Also: Autor, Gedanke/Zitat, Erscheinungsjahr, Seitenzahl, Ort. Wörtliche Zitate müssen mit Anführungszeichen wiedergegeben werden. Beachten Sie: Wenn Sie fremde Gedanken nur inhaltlich wiedergeben, müssen Sie die Quelle ebenfalls in Fußnoten kenntlich machen.

5. Korrekturlesen

Am Ende sollten Sie Ihre Arbeit Korrektur lesen bzw. lesen lassen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Text je nach Umfang einige Tage liegenzulassen, bevor Sie sich erneut damit beschäftigen. Wer sich intensiv mit einer Thematik befasst, wird gelegentlich betriebsblind gegenüber eigenen Fehlern. Deshalb ist es besonders sinnvoll, zusätzlich eine unbeteiligte Person zu bitten, die Studienarbeit auf Fehler und Schlüssigkeit zu überprüfen. Auch beim Layout fallen Fehler oder Ungereimtheiten dann schneller auf und können entsprechend korrigiert werden. Nehmen Sie sich genug Zeit für diesen letzten Schliff – denn es wäre überaus ärgerlich, wenn Ihre inhaltlich gute Abhandlung durch vermeidbare Flüchtigkeits- und Formfehler eingetrübt würde.