“Fünf große Chancen des digitalen Vertriebs”

Jamal El Mallouki, Geschäftsführer CrowdDesk / Foto: © CrowdDesk

Gerade die aktuelle Zeit macht deutlich, wie sehr der Finanzvertrieb auf digitale Tools angewiesen ist, um erfolgreich zu sein. Um ihren Vermittler diesbezüglich zu unterstützen, nutzen die beiden Emissionshäuser Habona und BVT seit wenigen Wochen die Technologie von CrowdDesk. Wie diese bislang von den Vermittlern angenommen wurde und wie sich der Vertrieb durch die Digitalisierung verändert, darüber sprachen wir mit CrowdDesk-Geschäftsführer Jamal El Mallouki.

finanzwelt: Welche Chance bietet der digitale Vertrieb den Vermittlern?

Jamal El Mallouki: Es gibt aus unserer Sicht fünf große Chancen bei der Digitalisierung des Vertriebs: Der Vermittler ist zeitlich und örtlich viel flexibler, er reduziert seinen administrativen Aufwand, vermeidet Fehler, erhöht die Effizienz in der Abwicklung und erschließt neue Zielgruppen. Was bedeutet das konkret? Im Kontakt mit dem Kunden sind Finanzvermittler wesentlich freier in der Entscheidung, wann, wie und wo sie beraten. Das bedeutet, dass sie zeit- und ortsunabhängig agieren können. Auch zeitfressende Fehler gibt es durch die Digitalisierung nicht mehr. In der digitalen Zeichnungsstecke müssen alle Unterschriften und Dokumente hinterlegt sein, da ansonsten keine Investition möglich ist. Für Vermittler bedeutet das weniger Aufwand. Es erhöht die Effizienz und Geschwindigkeit des Prozesses enorm und spart so Zeit und Geld. Zusätzlich erweitern Vermittler durch digitale Angebote den Kreis ihrer potenziellen Kunden und sie können Zielgruppen ansprechen, die sie durch den klassischen Vertrieb bisher nicht oder nur schlecht erreichen konnten.

finanzwelt: Wo sehen Sie in Zukunft noch Potenziale bei der Digitalisierung des Vertriebs?

Jamal El Mallouki: Vor allem die zunehmenden regulatorischen Vorschriften erfordern von Finanzvermittlern immer wieder, Prozesse und Beratungsabläufe anzupassen, um eine rechtssichere Arbeit gewährleisten zu können. Mit den wachsenden Anforderungen steigt auch der Zeitaufwand für administrative Arbeiten und die Kosten für Protokollierung und Sicherung der Kundendaten. Die Nutzung von Online-Lösungen, die eine vollständige rechtssichere Abwicklung garantieren und die sich dynamisch an neue Gesetzgebungen anpassen, erleichtern den Vertrieb. Der Vermittler kann sich stärker auf die Kundenberatung konzentrieren.

Auch aus Krisen wie der aktuellen Corona-Pandemie ergeben sich Potenziale bei der Digitalisierung. Wer sich auch in Zukunft unabhängig von derartigen Ausnahmesituationen und anderen externen Einflüssen machen und sein Geschäftsmodell zukunftssicher aufstellen will, kommt um digitale Instrumente nicht herum. Dieser Schritt muss nicht komplex sein: Wir bieten zum Beispiel Softwarelösungen an, die sich unkompliziert in bestehende Systeme integrieren lassen und einfach zu nutzen sind.

finanzwelt: Der persönliche Kontakt zum Kunden gilt trotz aller Digitalisierung als wichtig. Wie kann dieser auch in digitalen Zeiten nicht verloren geht?

Jamal El Mallouki: Persönlicher Kontakt ist ja viel mehr als dem Kunden direkt gegenüber zu sitzen und ihn zu beraten. Menschen nutzen verschiedene Wege und Kanäle, um miteinander in Kontakt zu bleiben. Das gilt auch für geschäftliche Beziehungen. Durch digitale Instrumente, die den Zeitaufwand für Dokumentation und Administration verringern, hat der Vermittler die Chance seine Kunden schneller, flexibler und umfassender zu beraten. Informationen können online zur Verfügung gestellt und immer aktuell gehalten werden. So hat der Kunde die Möglichkeit zu entscheiden, wann er sich mit dem Thema beschäftigt. Er ist nicht an Geschäftszeiten gebunden, die schlecht zu seiner Lebensplanung passen.

Auch die Kaufabwicklung ist durch die digitale Zeichnungsstrecke für alle Beteiligten sicherer und effizienter. Dadurch spart der Vermittler Zeit, die er in die persönliche Beratung investieren kann. Ein reibungsloser und fehlerfreier Abschlussprozess kann außerdem das Vertrauen des Kunden in die Qualität der Vermittlung stärken.

finanzwelt:Wie wurde das Angebot zum digitalen Vertrieb der BVT-Fonds bislang angenommen?

Jamal El Mallouki:Das Angebot wurde von den Finanzvermittlern bisher gut aufgenommen. Trotz Sommerpause implementiert aktuell eine mittlere zweistellige Zahl an umsatzstarken Vermittlern einen digitalen Vertriebskanal und will darüber den BVT-Fonds vermitteln. Wir rechnen fest damit, dass wir diese Zahl nach dem Sommer sukzessive weiter steigern können. (ahu)