Frauen hinken (noch) hinter her

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Viele Frauen vernachlässigen nach wie vor das Thema Altersvorsorge, je nach Bundesland unterschiedlich stark. Wenn sie vorsorgen, dominiert ganz klar ein Produkt.

Der März ist der Monat, in dem an zwei Tagen prominent auf die finanziellen Unterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht wird: Zum einen am Weltfrauentag am 8. März, zum anderen am Equal Pay Day, der an diesem Jahr auf den 18. März fiel. Wie die finanzielle Lage von Frauen derzeit ist, hat finanzen.de untersucht.

In den 1960er Jahren war für Frauen das Thema finanzielle Absicherung im Alter nicht relevant. Zum einen war die Lebenserwartung damals deutlich niedriger, zum anderen konnten sich die Frauen darauf verlassen, dass sie durch ihren Ehemann finanziell abgesichert sind. Doch die 60er-Jahre sind lange vorbei und auch die Ruhestandsplanung der Frauen hat sich deutlich verändert. So beobachtet finanzen.de eine steigende Nachfrage von Frauen am Thema Altersvorsorge und private Absicherung. Das Problem ist jedoch, dass viele Frauen, die in fünf bis zehn Jahren in Rente gehen werden, zu spät mit der eigenständigen Altersvorsorge begonnen haben und deshalb von Altersarmut bedroht sind. Die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau breiten sich auch in der Rentenzeit aus, sodass aus der Gender-Pay-Gap die Gender-Pension-Gap wird. Auch viele jüngere Frauen vernachlässigen bislang noch das Thema Altersvorsorge. So hat laut finanzen.de jede fünfte Frau noch keine Anstrengungen für die Altersvorsorge unternommen.

Dabei zeigen sich auch regionale Unterschiede: So beschafft sich in Nordrhein-Westfalen jede vierte Frau zwischen 25 und 50 Jahren aktiv Informationen zur finanziellen Ruhestandsabsicherung, in Bayern ist es hingegen nur jede siebte und in Baden-Württemberg gerade einmal jede elfte. In Berlin hat dies bislang nur jede 14. Frau zwischen 25 und 50 Jahren gemacht.

Wenn Frauen für das Alter vorsorgen, dann setzen sie am häufigsten auf die Riester-Rente: Diese Vorsorgeform wird von 66,2 % der Frauen genutzt. Als Gründe hierfür macht finanzen.de die hohe Flexibilität, die Grund- und Kinderzulagen für Mütter und die Sicherheit der Anlagen aus. Am zweithäufigsten Nutzen Frauen Risikolebensversicherungen zur Altersvorsorge (19,7 %), gefolgt von Lebensversicherungen und Rürup-Renten (je 7,6 %).(ahu)

Quelle: Finanzen.de

www.finanzen.de/magazin/frauen-altersvorsorge-1920-2020