Frankfurt profitiert vom Brexit

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Für viele Experten gilt der Frankfurter Immobilienmarkt als großer Gewinner des Brexit. Dies wird nun auch durch die Analysen führender Immobilienunternehmen- und Investoren gestützt. Der Wohnungsmarkt hat noch deutlichen Nachholbedarf.

Nach Zahlen von BNP Paribas Real Estate, Colliers International, JLL und Savills erreichen sowohl die Nachfrage als auch die Spitzenmieten für Büroimmobilien in der Mainmetropole neue Rekordhöhen. So liegt der Flächenumsatz bis zum Ende des dritten Quartals bei ca. 450.000 m², ca. 100.000 m² mehr als im Vorjahreszeitraum. Bis Ende des Jahres wird mit einem Gesamtflächenumsatz von ca. 800.000 m² gerechnet, im Vorjahr wurden insgesamt ca. 530.000 m² Bürofläche umgesetzt. Das Wachstum dürfte sich auch in den nächsten Jahren so fortsetzen, denn Frankfurt Finance erwartet, dass aufgrund des Brexits in den nächsten vier Jahren ca. 10.000 Arbeitsplätze aus London nach Frankfurt verlagert werden könnten. Um die großen Geschäfts- und Personalverlagerungen stemmen zu können, sind vor allem große, zusammenhängende Büroflächen von mehr als 10.000 m² gefragt. Mit der hohen Nachfrage sinkt auch die Leerstandsquote, die nun bei ca. 10 % und damit ca. einen Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert liegt. Die Spitzenmiete liegt mit ca. 40 Euro 2 Euro über dem Vorjahresniveau. Im Gegensatz zu anderen Finanzzentrenten bleibt Frankfurt damit jedoch preisgünstig.

Mehr Wohnungen gebraucht

Problematisch ist hingegen die Situation auf dem Wohnungsmarkt, wie Hubertus Väth, Geschäftsführer, Frankfurt Main Finance e.V., erläutert: „Das Angebot an Gewerbeimmobilien ist die geringste Sorge in Frankfurt. Es entstehen 250.000 m² an neuer Bürofläche in mehreren neuen Hochhäusern im Verlauf von 5 Jahren. Aktuell in Frankfurt sind 19 Hochhäuser im Bau und 26 stehen in der Planung. Handlungsbedarf bestand schon zuvor und besteht nun noch mehr bei Wohnimmobilien. Im Bereich Microapartements für Pendler und dem Segment Hochhauswohnen sieht es dabei besser aus als bei erschwinglichem Wohnraum für die Breite der Interessierten. Da das Problem erkannt ist und man einen Vorlauf hat, sollte aber auch das mit vereinten Kräften machbar sein.“ (ahu)

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