FPSB offenbart Sorgen und Motive der Anleger

Die Sorge vor der eigenen finanziellen Zukunft bewegt die Menschen rund um den Globus.

(fw) Um mehr über die Konsumenten und ihr Verhalten bei Finanzfragen herauszufinden, hat der Financial Planning Standards Board Deutschland e. V. (FPSB Deutschland) zusammen mit der internationalen Dachorganisation FPSB Ltd. eine weltweite Verbraucherbefragung in 19 Ländern mit über 19.000 Teilnehmern durchgeführt. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Neben Fragen zu den persönlichen Geld-Angelegenheiten wurde auch untersucht, welche Motivation die Konsumenten haben, einem CFP®-zertifizierten Berater (CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®) ihr Vertrauen zu schenken. „Die Studie verdeutlicht, dass die Unsicherheit beim Thema Geld sehr groß ist“, sagt Prof Dr. Rolf Tilmes, Vorsitzender des Vorstands des FPSB Deutschland. „Sie zeigt aber auch, dass eine professionelle Finanzplanung einen echten Mehrwert bietet.“

Die Umfrage, die von 19 nationalen FPSB-Zertifizierungsorganisationen regional begleitet wurde, ist das weltweit erste Projekt dieser Art. FPSB, die internationale Vorreiter-Institution für Finanzplanungs-Standards und Eigentümer des Certified Financial Planner-Zertifizierungsprogramms außerhalb der USA, kooperierte bei der Studie mit der GfK, einem globalen Marktforschungsunternehmen mit großer Erfahrung im Finanzsektor.

Die FPSB-Mitgliedsorganisationen, die in insgesamt 26 Staaten und Regionen weltweit anzutreffen sind, sehen die Umfrage als Teil einer globalen Strategie, Konsumenten zu bestärken, ihr Leben durch persönliche Finanzplanung selbst in die Hand zu nehmen. Es besteht offenbar großes Nachholpotenzial: Anhand der Studienergebnisse sind sich lediglich 22 Prozent der weltweit befragten Konsumenten sicher, ihre eigenen finanziellen Ziele erreichen zu können. In Deutschland liegt der Wert sogar noch leicht darunter bei 20 Prozent. „Die Antworten zeigen, dass es vielen Verbrauchern offenbar an einer ganzheitlichen und langfristig ausgerichteten Finanzplanung fehlt“, sagt Prof. Tilmes.

GfK- Studienergebnisse für Deutschland

Doch es gab noch viele weitere wichtige Erkenntnisse aus der FPSB-Studie. Hier die wichtigsten für Deutschland: Top-Priorität für die deutschen Verbraucher ist es, schuldenfrei zu sein und eine ausreichende Notfallreserve zu besitzen. Fast die Hälfte der Befragten gab dieses Ziel an. Den Ruhestand im gewohnten Lebensstil führen zu können (41 %) gehörte ebenfalls zu den am häufigsten genannten Antworten.

Immerhin: Es besteht ein breites Interesse an professioneller Beratung und Unterstützung bei der Finanzplanung. Die Vorsorgeberatung wird dabei von 58 % als wichtigste Dienstleistung angesehen, gefolgt von der Nachlassplanung mit 28 % und einer kompletten finanziellen Rundumbetreuung mit 26 %.

Die Verbraucher stehen offenbar vor einer Reihe von Barrieren, um einen professionellen Finanzberater zu engagieren. Knapp zwei Drittel aller befragten Personen gaben an, dass sie sich einen vertrauenswürdigen Berater und eine transparente Gebührenstruktur wünschen. Vielfach jedoch ist ihnen unklar, welchem Berater sie ihr Vertrauen schenken sollen. Darüber hinaus ist mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher noch nicht ausreichend sensibilisiert, warum ein langfristiger Finanzplan auch für sie von hohem Nutzen sein kann.

Deutlich wurde in der Studie jedoch auch, wie die Hürden überwunden werden können und Vertrauen aufgebaut werden kann. Die Berater sollten demnach den Verbrauchern aufzeigen, wie genau die Finanzplanung hilft, Geld einzusparen (54 %), und generell finanzielle Dinge zu vereinfachen (56 %). Vier von zehn Befragten waren sich im Unklaren über die Gebührenstruktur eines Finanzplanungsprozesses. Daraus leitet der FPSB Deutschland eine Empfehlung für eine offenere Gebührenpolitik ab. Zu den wichtigen Gründen, mit einem Finanzberater zusammenzuarbeiten, gehört außerdem die Erstellung von maßgeschneiderten langfristigen Plänen (53 %).

Wie erfolgreich eine ganzheitliche Finanzplanung sein kann, zeigt das Feedback von den Verbrauchern, die bereits eine professionelle Beratung in Anspruch genommen haben. „Sie fühlen sich bei finanziellen Fragen grundsätzlich besser informiert und aufgestellt und sind deutlich zuversichtlicher, ihre Ziele auch erreichen zu können“, fasst Prof. Tilmes zusammen.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Diejenigen, die von einem CFP®-zertifizierten Berater betreut werden, verfügen über ein höheres Maß an Zuversicht und Vertrauen in die eigene finanzielle Zukunft, als Konsumenten ohne professionelle Hilfe.

„Wir führen dieses Ergebnis unter anderem darauf zurück, dass CFP®-zertifizierte Berater laut der Studie doppelt so viel Zeit mit ihren Kunden verbringen, als andere Berater“, sagt Tilmes, der neben seiner Vorstandstätigkeit beim FPSB Deutschland auch Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Private Finance & Wealth Management an der EBS Business School in Oestrich-Winkel ist.

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