Forderndes Zinsumfeld als größte Herausforderung für gemischte Fonds

Adrian Daniel, vom Fondsmanagement Team des MainFirst – Absolute Return Multi Asset / Foto: © MainFirst

Die Zinsen im Keller, die Aktienmärkte etwas volatiler, gleichwohl rückblickend gut gelaufen. Was bedeutet das für die Ausrichtung von gemischten Fondslösungen? Spielen Rohstoff-Investments in der breiten Portfolioallokation eine Rolle? Und welche Rendite lässt sich mit gemischten Fonds mitunter gegenwärtig erwirtschaften? Fragen, auf die Adrian Daniel, der zum Fondsmanagement-Team des MainFirst – Absolute Return Multi Asset gehört, im finanzwelt-Talk näher einging.

finanzwelt: Multi Asset bleibt für viele ein Kernbestandteil im Portfolio. Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell für gemischte Portfoliolösungen?

Daniel: Die größte Herausforderung für gemischte Fonds ist nach wie vor die geringe Attraktivität von verzinslichen Anlagen. Seit Jahresbeginn sind die Vermögen der Sparer in Deutschland geschrumpft und das fordernde Zinsumfeld dürfte auch weiterhin anhalten. Denn in Anbetracht des fortgeschrittenen konjunkturellen Zyklus und verschiedener struktureller Probleme sehen wir in der Eurozone nur ein sehr begrenztes Zeitfenster für mögliche Zinsanhebungen. Darum sind aus unserer Sicht eine adäquate Aktienquote und eine globale Ausrichtung der Anleihenkomponente für die Performance eines Portfolios zwingend erforderlich.

finanzwelt: Viele Aktienmärkte sind in den zurückliegenden Jahren gut bis herausragend gelaufen. Müssen wir uns jetzt kurz- bis mittelfristig intensiver mit dem Thema Volatilität befassen? Wie sichern Sie Ihre Depots ab (z.B. Derivate)?

Daniel: Die Frage nach der Volatilität beschäftigt Anleger grundsätzlich immer, im Hinblick auf die gute Entwicklung der Aktienmärkte in den vergangenen Jahren wird sie aber immer häufiger gestellt. Tatsächlich jedoch stellen wir aufgrund der geopolitischen Spannungen eine höhere Volatilität an den Währungsmärkten als bei Aktien fest. Solange die Sorge vor höherer Volatilität bei den Aktieninvestoren so offenkundig die Runde macht und etliche Milliarden Euro unverzinslicher Liquidität an der Seitenlinie auf gute Anlageopportunitäten warten, gehen wir nur auf kurzfristiger Basis von einer deutlich höheren Volatilität bei Aktien aus. Daher nutzen wir Aktien-Derivate lediglich taktisch zur Absicherung und technische Indikatoren, wie zum Beispiel gleitende Durchschnitte, um einen möglichen Trendwechsel zu identifizieren.

finanzwelt: Wie stehen Sie aktuell zu Rohstoff-Investments (Hintergrund ist u.a. der schwache Goldpreis)?

Daniel: Fundamental sehen wir bei Rohstoffen nur in Einzelfällen Chancen. Der US-Dollar steigt, was in der Vergangenheit für Preisdruck an den Rohstoffmärkten sorgte. Darum agieren wir hier momentan sehr selektiv, und sind mit weniger als 5 Prozent des Fondsvermögens in Gold investiert.

finanzwelt: Sie richten Ihren Fokus auf strukturelle Trends. Können Sie uns das etwas näher ausführen?

Daniel: Um nachhaltige Performancechancen zu identifizieren, erfolgt unsere Titelauswahl nach einem themenbasierten Ansatz, der sich auf strukturell wachsende Investmentthemen wie mobiles Internet, Industrie 4.0 und globale Marken konzentriert. Derartige Trends ermöglichen es, langfristig mit höherer Konfidenz zu investieren, da sie nicht umgehend von konjunkturellen Auf-und-Abs beeinflusst werden. So dürften sich zum Beispiel Investitionen in Automatisierung gerade in einem schwächeren Konjunkturumfeld einer soliden Nachfrage erfreuen, da in den meisten Fällen damit direkte Kostensenkungen einhergehen.

finanzwelt: Welches Performance-Ziel hat der MainFirst Absolute Return Multi Asset (in der Vergangenheit circa 5 Prozent)?

Daniel: Unser Fonds strebt eine langfristige Rendite von über 5 Prozent pro Jahr bei angemessenem Risiko an. Obwohl die Verzinsung an den Anleihenmärkten seit Auflage des Fonds 2013 gesunken ist, konnten wir dieses Renditeziel erreichen.