FOMC: Zinserhöhung für 16. Dezember erwartet, Fed dürfte aber mit zweitem Zinsschritt warten

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Franck Dixmier

„Wir erwarten, dass die Fed am 16. Dezember eine Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte (Bp.) bekannt geben wird. Diese Erwartung wird an den Finanzmärkten geteilt. Sie würde ein “begründetes Vertrauen” der Mehrheit der US-Notenbanker in die Beschäftigungslage und die Aussichten auf eine mittelfristige Rückkehr der Inflation zur Zielmarke von 2 Prozent widerspiegeln.

Wir gehen jedoch davon aus, dass diese Entscheidung von einem sehr ‚dovishen‘ und pragmatischen Statement von US-Notenbank-Chefin Janet Yellen hinsichtlich des Tempos künftiger Zinserhöhungsschritte und des finalen Niveaus der Fed Funds Rate begleitet sein wird. Angesichts der bestehenden Unsicherheit über die kurzfristige Inflationsentwicklung würde uns eine Abwärtsrevision der offiziellen Zinsprojektionen der Zentralbank nicht überraschen: Statt bislang vier könnten für 2016 nun nur noch drei Zinserhöhungsschritte à 25 Bp. in Aussicht gestellt werden. Denn derzeit wirken gegenläufige Kräfte auf die Inflation: Zum einen gibt es externen Deflationsdruck von Seiten der Rohstoffpreise, zum anderen internen Inflationsdruck von Seiten der Beschäftigung und der Löhne. In einem derartigen Umfeld dürfte die Fed mit einem zweiten Zinserhöhungsschritt warten, bis sich die Inflation von ihrem aktuell niedrigen Niveau erhöht hat.“

Darüber hinaus finden Sie unten einen Link zur Studie „Lehren aus historischen Zinsanhebungszyklen der Federal Reserve“. Darin untersucht Martin Hochstein, Senior Strategist bei Allianz Global Investors, sechs Zinsanhebungszyklen der Fed seit 1983. Er stellt fest, dass sich in der Vergangenheit im Schnitt alle Assetklassen positiv im Umfeld von Zinserhöhungszyklen entwickelt haben. Nicht so jedoch 1994, als die Märkte von der Fed überrascht wurden…
www.allianzglobalinvestors.de/web

Autor: Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von Allianz Global Investors