FNG-Siegel wird immer begehrter

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Die aktuellen Zahlen des FNG-Siegels verdeutlichen, dass nachhaltige Geldanlagen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Das Siegel stößt nicht nur bei deutschen Emissionshäusern auf großes Interesse.  

Aufgrund der Corona-Pandemie fand in diesem Jahr die Verleihung des FNG-Siegels nur in virtueller Form statt. Dabei erhielten 168 Fonds das begehrte Siegel. Mit 177 Fonds hatten sich 70 % mehr Fonds beworben als im Vorjahr. Damit wurde das Wachstumstempo noch einmal gesteigert: Vor drei Jahren lag es noch bei 25 %, im vorletzten Jahr bei 40 % und im vergangenen Jahr bei 60 %. Die mit dem Siegel prämierten Fonds verwalten kumuliert ein Vermögen von 60 Mrd. Euro, doppelt so viel wie noch ein Jahr zuvor.

Siegel ist international gefragt

Rasant gestiegen ist auch die Zahl der sich bewerbenden Fondshäuser, die in diesem Jahr mit 73 um 27 höher lag als noch 2019. Erstmals in Rennen ginge Produkte von 25 Asset Managern. Gerade deutsche Fonds haben kräftig zugelegt und die zahlenmäßig lange Zeit dominierenden österreichischen Fonds distanziert. Auch außerhalb des deutschen Sprachraums wird das FNG-Siegel immer begehrter. So gingen zehn französische Emissionshäuser mit insgesamt 25 Fonds in das Rennen, doppelt so viele wie noch im vergangenen Jahr. Aus der Schweiz bewarben sich 20 Fonds. Nicht zuletzt die Einladung des französischen Finanzministeriums zur Verbesserung des dortigen SRI-Labels und die Mitarbeit am grünen EU-Ecolabel zeigen, dass das FNG-Siegel als das „deutsche“ Label für Nachhaltige Geldanlagen im EU-Kontext angesehen wird.

„Die anstehende Beratungsverpflichtung zur Nachhaltigkeit in der Geldanlage wird das Interesse an glaubwürdigen Produkten sprunghaft steigen lassen. In Zeiten, in denen jedes Finanzinstitut seinen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Investmentlandschaft beitragen möchte, werden gut gemachte Orientierungshilfen zur Vermeidung von Mogelpackungen unabdingbar. Das FNG-Siegel mit dem unabhängigen Audit durch die Universität Hamburg und der zusätzlichen Überwachung durch ein Expertenkomitee hilft, glaubwürdige und professionell verwaltete Nachhaltige Geldanlagen schnell und einfach zu erkennen. Die mit FNG-Siegel ausgezeichneten Produkte werden zunehmend von Fondsselektoren allokiert, von Vertriebskanälen nachgefragt und fließen vermehrt in Finanzdatenbanken ein“, erläutert Roland Kölsch, QNG-Geschäftsführer und verantwortlich für das FNG-Siegel.

„Es zeigt sich immer mehr, dass Asset Manager das Sparring im Rahmen der anspruchsvollen Prüfung und Bewertung wertschätzen. Wir erkennen auch, dass erneute Bewerber bereits konkrete Projekte zur Verbesserung der Nachhaltigkeits-Qualität umgesetzt haben, die durch unsere Rückmeldungen initiiert oder priorisiert wurden. Verbesserungen finden sowohl durch die Aufstockung von ESG-Teams, dezidierterem Research, robusteren Investmentprozessen oder erweiterten Reportings statt. Auch gibt es erneut viele Fonds, die bereits während des Audits einzelne Titel verkauft haben“, ergänzt Prof. Timo Busch von der Universität Hamburg und verantwortlich für das Audit.

„Der Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen sieht sich weiter in der Verantwortung, für Transparenz, Orientierung und Standards bei nachhaltigen Finanzprodukten zu sorgen. Damit tragen wir dazu bei, Deutschland zu einem führenden Standort für Sustainable Finance zu machen“, so der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber. (ahu)