Flexibilität ist Trumpf

Daniel Hochmayr / Foto: © Tresono Family Office

In schnelllebigen Märkten geraten Vermieter von Gewerbeflächen zunehmend unter Druck. Viele Nutzungskonzepte entpuppen sich früher oder später als unwirtschaftlich. Wie sich das Vermietungsgeschäft zukunftsorientiert ausrichten lässt.

Weniger Mietinteressenten, mehr Leerstand, sinkende Mieten: Vermieter von Gewerbeflächen haben mit wachsenden Herausforderungen zu kämpfen. Viele Bestandsimmobilien erfüllen nicht mehr die aktuellen Marktanforderungen. Oft scheitert eine direkte Anschlussvermietung und es entstehen hohe Mietausfälle. Schnell rutscht ein langjährig lukratives Vermietungsgeschäft in rote Zahlen.

Die veränderte Marktnachfrage hängt wesentlich mit der fortschreitenden Digitalisierung und dem boomenden Online-Handel zusammen. Im Zuge dessen verändern sich die Raumanforderungen von Unternehmen grundlegend. Hiervon sind Produktions-, Handels- und Büroflächen betroffen. Besonders groß ist der Handlungsbedarf bei Objekten mit einem hohen Einzelhandelsanteil.

Mietinteressenten haben heutzutage sehr individuelle Vorstellungen und erwarten eine große Flexibilität bei Flächen, Zuschnitten und Zugängen. Während der Flächenbedarf pro Einheit tendenziell stark sinkt, steigen die Erwartungen an die Ausstattung des Mietobjektes. Zudem wird die Flächeneffizienz zum entscheidenden Faktor. Beispiel Bürofläche: Bis zu 30 Prozent der Arbeitsplätze bleiben ungenutzt, da immer mehr Mitarbeiter von zuhause und unterwegs arbeiten oder in Elternzeit sind. Ein fester Arbeitsplatz für jeden einzelnen Angestellten verschlingt unnötige Ressourcen. Es sind verstärkt Arbeitsbereiche gefragt, die Mitarbeiter im Wechsel nutzen oder auch Kommunikationsbereiche, die den interdisziplinären Austausch fördern.

Umbruch nicht verschlafen

Wie lässt sich die Gewerbevermietung in einem dynamischen Marktumfeld erfolgreich ausrichten? Eigentümer, Immobilienbetreiber, Projektentwickler und Asset Manager stehen vor schwierigen Entscheidungen. Sie müssen neuartige Immobilienstrategien entwickeln, umfassende Umbaumaßnahmen in Angriff nehmen oder den Verkauf der Immobilie in die Wege leiten.

Viele Vermieter halten sehr lange an altbewährten Immobilienkonzepten fest und überdenken sie erst, wenn es die Situation unbedingt erfordert. Dann ist ein hoher wirtschaftlicher Schaden kaum mehr zu vermeiden.

Idealerweise agieren Vermieter proaktiv und richten ihr Vermietungskonzept neu aus, bevor sie von kritischen Entwicklungen überrascht werden. Gefragt sind neuartige Immobilienstrategien, die flexibel auf dynamische Marktveränderungen reagieren. Die Crux: Noch ist unklar, welche neuen Geschäftsmodelle von Mietinteressenten überhaupt dauerhaft funktionieren. Neue Vermietungskonzepte sollten nicht allein auf eine Geschäftsidee setzen. Sie sollten Spielraum für Anpassungen bieten bis sich neue Geschäftsmodelle dauerhaft am Markt etablieren.

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