Fitch bestätigt Rating für Nürnberger

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Drei Gesellschaften der Nürnberger Versicherungsgruppe wurde das aktuelle Rating von Fitch bestätigt. Positiv wirkte sich dabei ein starkes Geschäftsjahr, negativ die hohe Aktienquote und das schwierige Marktumfeld in der Lebensversicherung aus.

Die Nürnberger Allgemeine Versicherung AG (NAV), die Nürnberger Lebensversicherung (NLV) und die Nürnberger Krankenversicherung AG (NKV) behalten ihre Note A+ im Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS-Rating) von Fitch. Ebenfalls bestätigt wurde das Emittentenausfallrating der Nürnberger Beteiligungs-Aktiengesellschaft. Für alle Ratings wurde zudem ein stabiler Ausblick abgegeben.

Die Ratingagentur begründet ihr Urteil damit, dass die NLV, NAV und NKV das Kerngeschäft der Nürnberger Versicherungsgruppe darstellen würden. Daher basieren deren Ratings auf der Gruppenratingmethodik der Agentur. Das IFS-Rating der Nürnberger spiegle die sehr starke Kapitalausstattung sowie die gut diversifizierten Erträge der Nürnberger wieder.

Starkes Geschäftsjahr dürfte sich wiederholen

Basierend auf dem Kapitalmodell Prism Factor Based Model (FBM) von Fitch erzielte die Nürnberger eine sehr starkes („Very Strong“) Ergebnis zum Ende des vergangen Geschäftsjahres. Die Ratingagentur geht davon aus, dass dies auch im aktuellen Jahr der Fall sein wird. Der Jahresüberschuss stieg von 2016 auf 2017 um 41 Mio. Euro auf 100 Mio. Euro. Fitch führt dies vor allem auf gestiegene Kapitalgewinne sowohl in der Lebens- als auch in der Schaden-/Unfallversicherung zurück. Die Eigenkapitalrendite stieg um 4,7 Prozentpunkte auf 13 %. Jedoch rechnet Fitch damit, dass diese in diesem Jahr wieder auf dem Niveau von 2016 liegen wird. Verschlechtert hat sich hingegen die Schaden-Kostenquote, die von 94,6 % auf 98,7 % anstieg. Grund hierfür war vor allem die größere Belastung durch Naturkatastrophenschäden. Für dieses Jahr erwartet Fitch wieder eine Verbesserung der Schaden-Kosten-Quote.

Aufgrund der positiven Erträge konnte die Nürnberger ihre Solvabilitätsquote von 2016 auf 2017 um 79 Prozentpunkte auf 341 % steigern. Ohne Berücksichtigung des Rückstellungstransitionals (RT) lag die Quote mit 241 % sogar 93 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Quote der Nürnberger enthält, im Gegensatz zu der anderer Versicherern, keinen Zuschlag aus der Volatilitätsanpassung. Die Verbesserung der SII-Quote im Jahr 2017 konnte im Wesentlichen durch Modellierungsverbesserungen erreicht werden, einschließlich einer verfeinerten Einstellung der zugrunde gelegten Annahmen, zurückgegangen Zinsvolatilitäten und leicht erhöhten Zinssätzen. Auch wenn die Neugeschäftsbeiträge in den letzten Jahren sanken, konnte die NLV ihre Marktposition in der fondsgebundenen Lebensversicherung und in der BU halten. Laut Fitch ist die NLV im Falle weiter anhaltend niedriger Zinsen besser zur Bedienung der Garantiezinsen aufgestellt als viele ihrer Wettbewerber. Als Hauptgrund nennt die Ratingagentur den hohen Geschäftsanteil an fondsgebundenen und BU-Lebensversicherungen, die wesentlich zum Rohüberschuss beitragen würden. So stünden der Nürnberger genug versicherungstechnische Erträge aus den Tarifen zur Verfügung, um unzureichende Kapitalanlageerträge gegebenenfalls zu kompensieren. Die versicherungstechnischen Erträge würden auch dafür sorgen, die Gesamtrentabilität der Nürnberger zu erhalten.

Durationslücke ja, aber nicht ungewöhnlich

Bei der NLV ist die Duration der Lebensversicherungsverbindlichkeiten länger als die Duration der der damit verbundenen Kapitalanlagen. Diese Durationslücke wirkt sich laut Fitch negativ auf das Rating aus, weil sie zum Zinsänderungsrisiko beitrage. Die Ratingagentur geht davon aus, dass die Durationslücke der NLV auf marktüblichem Niveau liege.

Nürnberger abhängiger vom Aktienmarkt

Ohne Berücksichtigung der Kapitalanlage von fondsgebundenen Lebensversicherungen lag die Aktienquote der Nürnberger zum Jahresende auf Buchwertbasis bei 8,9 %. Der Markdurchschnitt beträgt lediglich 4,7 %. Somit ist die Nürnberger deutlich anfälliger für Risiken, die sich aus der Volatilität des Aktienmarktes ergeben, als viele ihrer Mitbewerber. Dies dürfte auch in Zukunft so bleiben, denn Fitch erwartet nicht, dass die Nürnberger in naher Zukunft ihre Kapitalanlagestruktur verändert.

Abstufung wahrscheinlicher als Heraufstufung

Aufgrund der moderaten Marktposition der Nürnberger und dessen Konzentration auf den deutschen Lebensversicherungsmarkt geht Fitch nicht davon aus, dass das Rating der Nürnberger kurz- bis mittelfristig heraufgestuft wird.

Es könnte jedoch zu einer Abstufung im Rating kommen. Ein Grund hierfür wäre ein nachhaltiger Rückgang der Kapitalausstattung, z.B. durch eine Verschlechterung des Ergebnisses im Prism FBM Kapitalmodell in den unteren Bereich der Kategorie „stark“. Ein weiterer Grund wäre eine anhaltend niedrige Rentabilität, die sich bspw. an einer Eigenkapitalrendite von weniger als 6 % zeigen würde. (ahu)

www.fitchratings.com