Finanzmärkte vor schwierigem Jahr 2017

Oliver Adler © Credit Suisse
Oliver Adler © Credit Suisse

Oliver Adler, Leiter Economic Research der Credit Suisse, stellt fest: “Politische Unsicherheiten und Risiken dürften weiter im Mittelpunkt stehen: Die Brexit-Verhandlungen beginnen, in europäischen Kernländern stehen Wahlen an und die Aussen-, Sicherheits- und Handelspolitik der neuen US-Regierung nimmt Gestalt an.” Laut den Anlageexperten der Credit Suisse wären europäische Risikowerte (Anleihen und Aktien) von einem Anstieg der politischen Risiken besonders betroffen.

Globaler Marktausblick

  • Steigende Renditen und steiler werdende Renditekurven unterstützen die Profitabilität des Finanzsektors. Politische Ereignisse in Europa könnten bei europäischen Instituten zu Volatilität führen. Demgegenüber bleiben US-Finanzwerte (einschliesslich nachrangiger Anleihen) eine bevorzugte Renditequelle. Die Trump-Regierung dürfte sich tendenziell eher für eine schwächere als für eine stärkere Regulierung des Finanzsektors einsetzen.
  • Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern sind aufgrund ihres Rendite- und Diversifizierungspotenzials attraktiv. Nach der starken Rally bei Schwellenländeranleihen im Jahr 2016 wird die Länder- und Sektorauswahl im kommenden Jahr allerdings eine Schlüsselrolle in Bezug auf die Renditen spielen.
  • Im Aktienbereich sollten Anleger die Sektoren Gesundheitswesen und Technologie aufgrund ihrer soliden Fundamentaldaten bevorzugen. Das Gesundheitswesen bietet einige der stärksten Gewinnentwicklungen. Der Technologiesektor zeigt in Bereichen wie Cybersicherheit, Robotik und virtuelle Realität weiterhin ein starkes Wachstum. Beide Branchen würden auch von einer möglichen Steuervergünstigung in den USA für die Repatriierung von Geldern stark profitieren.
  • Die Anlageexperten der Credit Suisse bevorzugen zudem ausgewählte infrastrukturorientierte Aktien, insbesondere aus dem Bausektor und dem bauorientierten Industriesektor. Die steigende politische Bereitschaft zu einer fiskalischen Expansion sowie ein wachsender Bedarf an Infrastruktursanierungen in den kommenden Jahren in mehreren grossen Volkswirtschaften – darunter auch die USA – werden bedeutende Impulse liefern.
  • Der US-Dollar dürfte angesichts steigender US-Zinsen, einer fiskalischen Expansion und einer Repatriierung von latenten US-Unternehmenssteuern an Boden gewinnen. Während der Euro 2017 von dem Fokus auf die politischen Risiken voraussichtlich in Mitleidenschaft gezogen wird, sollte sich der japanische Yen von seiner Unterbewertung erholen.

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