Finanzielle Tücken der Ehescheidung: Hierauf sollten Sie achten!

Holger Bläsius, Geschäftsführer des VAW Versorgungsausgleichswerk / Foto: © VAW

Die Anzahl der Scheidungen erreicht auch in Deutschland eine nicht zu unterschätzende Höhe. Die mit einer Scheidung einhergehenden finanziellen Risiken werden jedoch oft vernachlässigt, wobei diese insbesondere für die direkten Beteiligten einen existenzsichernden Faktor darstellen können.

Das Statistische Bundesamt zählte im Jahre 2019 etwa 149.000 geschiedene Ehen nach richterlichem Beschluss. Laut Statista betrug die Quote im Jahr 2019 rund 35,8 Prozent, wonach rechnerisch betrachtet auf drei Eheschließungen ungefähr eine Scheidung kam.

Es ist offensichtlich, dass eine Ehescheidung für jeden Menschen eine emotionale Achterbahnfahrt mit vielen lebensverändernden Erlebnissen darstellt. Demnach liegt der Fokus vieler Eheleute während des Scheidungsprozesses oft auf der Einstellung auf die neue Lebenssituation und Verarbeitung emotionaler Anstrengungen.

Darüber hinaus sollte jedoch noch ein weiterer, oft vernachlässigter, Faktor berücksichtigt und mindestens ebenso intensiv betrachtet werden: Das finanzielle Risiko nach einer Scheidung. Denn mit diesem sollten sich auch insbesondere auch Unternehmer auseinandersetzen.

Holger Bläsius ist zertifizierter Sachverständiger im Bundesverband der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. und als Experte für die externe Teilung im Versorgungsausgleich jeden Tag mit Scheidungen unterschiedlichster Hintergründe und Lebenssituationen konfrontiert. Als Geschäftsführer des VAW Versorgungsausgleichswerk ist er für die langfristige und nachhaltige Absicherung der Altersversorgung beider Ehepartner verantwortlich und weiß, dass eine intensive Auseinandersetzung mit den finanziellen Tücken, welche mit einer Scheidung einhergehen, existenzsichernd sein kann. Risiken belaufen sich insbesondere auf die Sicherung der Altersvorsorge.

Denn bei einer anstehenden Scheidung werden neben dem emotionalen Stress insbesondere Themen wie die Wahl des neuen Zielversorgungsträgers, Zugewinnausgleich, Unterhalt, Hinterbliebenenschutz, Sorgerecht der Kinder sowie der Versorgungsausgleich, bzw. die gesamte finanzielle Abwicklung nach der Ehe, vernachlässigt

Laut Herrn Bläsius sollten sich Interessierte hierbei aber insbesondere mit dem Thema des Versorgungsausgleichs auseinandersetzen, da es bei der eher unbekannten externen Teilung zu starken und langfristigen wirtschaftlichen Konsequenzen kommen kann. Vor allem bei der Wahl einer neuen Zielversorgung sollte eine intensive Recherche der individuellen Möglichkeiten oder die Beratung durch Experten im Vordergrund stehen. Denn einfachheitshalber wird hier häufig, manchmal selbst von juristischer Seite, völlig pauschal eine gesetzliche Regelung gewählt und mögliche negative Auswirkungen werden einfach außer Acht gelassen.

Das VAW Versorgungsausgleichswerk ist seit vielen Jahren ein auf die externe Teilung spezialisierter Dienstleister und unterstützt bei der Wahl eines neuen Versorgungsträgers. Durch ein bundesweites Expertennetzwerk aus zugelassenen RentenberaterInnen und Sachverständigen für Versorgungsausgleich können auch FamilienanwältInnen vom Know-how profitieren und somit ihre MandantInnen umfassend und haftungsfrei beraten.

„Natürlich sind die Beteiligten der Scheidung häufig gestresst. Wenn dann auch noch Post vom Amtsgericht kommt und dadurch neue Probleme auftauchen, wird das oftmals zu viel.“

Herr Bläsius spricht jedoch aus Erfahrung und weiß, dass in solch brisanten Situationen meist genau die Unterstützung durch Experten, welche die Situation lösungsorientiert entschärfen, notwendig ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine frühzeitige und intensive Auseinandersetzung mit der Thematik die beste Lösung darstellt.

Autor: Tabraiz Tahir