Fast 9 % Schwund in nur einem Jahr!

Die Zahl der Versicherungsvermittler nimmt kontinuierlich ab / Foto: © anibal - stock.adobe.com

Die Zahl der Versicherungsvermittler in Deutschland nimmt immer stärker ab. Die Gründe sind vielfältig, die Folgen drohen dramatisch zu werden.

Laut Vermittlerregister der IHK gab es im Jahr 2018 in Deutschland 201.643 Versicherungsvermittler, knapp 20.000 (8,7 %) weniger als im Vorjahr. Somit beschleunigt sich der Trend des Vermittlerschwunds: Seit dem Höchststand im Jahr 2011 ist die Zahl der Versicherungsvermittler um 23,5 % gefallen.

„Hier wird in Form nackter Zahlen überdeutlich, dass offenbar viele Vermittler die Belastungen aus den zahlreichen Regulierungen der letzten Jahre nicht mehr tragen können und lieber ihren Beruf aufgeben, als unter der Last der zunehmenden gesetzlichen Vorgaben weiterzumachen“, kommentiert BVK-Präsident Michael H. Heinz die Entwicklung.

Keine Besserung in Sicht

Der BVK geht davon aus, dass die Zahl der Versicherungsvermittler in den nächsten Jahren weiter abnehmen wird. Dafür sind zwei wesentliche Gründe ausschlaggebend: Zum einen befindet sich ein nicht unerheblicher Teil der Vermittler wenige Jahre vor dem Rentenalter. Zum anderen macht die andauernde Niedrigzinsphase viele Altersvorsorgeprodukte immer schwerer vermittelbar und erschwert damit zusätzlich die Geschäftstätigkeit der Vermittler.

„Wenn man dann noch bei alldem berücksichtigt, dass mit der Digitalisierung neue Herausforderungen für die Vermittlerbetriebe anstehen, kann man ganz gut verstehen, dass sich viele ältere Vermittler aus ihrem Berufsleben verabschieden“, so der BVK-Präsident. „Bei dieser Entwicklung sind aber auch die Kunden die Leidtragenden, denn die Versorgung mit erfahrener und qualifizierter Beratung und Vermittlung durch unseren Berufsstand wird in den kommenden Jahren in der Breite abnehmen. Damit kann der sozialpolitische Auftrag der Vermittler für die Absicherung breiter Bevölkerungskreise immer schwerer erfüllt werden. Daher sollte auch die Politik die Warnzeichen dieser Entwicklung ernst nehmen und die Vermittlerbranche nicht noch mehr mit Diskussionen über einen möglichen Provisionsdeckel verunsichern.“ (ahu)

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