Fast 10 Mrd. Euro Investitionsvolumen

Dr. Christian Stoffel, Sprecher des Vorstandes des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) / Foto: Dr. Christian Stoffel, Sprecher des Vorstandes des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) / Foto: © BVK

Erneutes Rekordjahr verpasst aber ein erneuter Zuwachs in einem Segment. So lässt sich der deutsche Private Equity-Markt des vergangenen Jahres zusammenfassen. Für dieses Jahr zeigt sich die Branche weiterhin optimistisch.

Niedrige Zinsen und turbulente Aktienmärkte lässt Private Equity weiter in den Fokus von Investoren rücken. Das wurde auf der Pressekonferenz zur heute veröffentlichten vorläufigen Statistik für den deutschen Private Equity-Markt 2018 deutlich. „Im Jahr 2018 investierten Beteiligungsgesellschaften in Deutschland insgesamt 9,6 Mrd. Euro. Nach dem Rekordjahr 2017 hat der deutsche Beteiligungsmarkt damit erneut seine Stärke unterstrichen“, so Dr. Christian Stoffel, Sprecher des Vorstandes des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Das Volumen des Jahres 2017 lag zwar um 18 % über dem des Jahres 2018. „Allerdings war 2017 auch ein herausragendes Rekordjahr“, so Stoffel. „Und das Investitionsniveau der Jahre davor konnte deutlich übertroffen werden.“ Insgesamt gut 1.200 Unternehmen wurde im vergangenen Jahr mit Beteiligungskapital finanziert.

Investoren gehen mehr Wagnisse ein

Im vergangenen Jahr zeigten sich Venture Capital-Gesellschaften ausgesprochen investitionsfreudig und setzten damit den Trend der beiden Vorjahre fort. So stiegen deren Investitionen auf 1,4 Mrd. Euro und überschritten zum dritten Mal in Folge die Milliarden Grenze: In den Jahren 2016 und 2017 lagen die Venture-Capital Investitionen bei 1,1 Mrd. Euro bzw. 1,3 Mrd. Euro. Mit dem Kapital wurden 680 Startups finanziert, die damit erneut mehr als die Hälfte aller im letzten Jahr finanzieren Unternehmen ausmachen. „Der nun schon fünf Jahr andauernde Aufwärtstrend bei Venture Capital-Investitionen hält erfreulicherweise an“, so das Fazit von Ulrike Hinrichs, Geschäftsführendes Mitglied beim BVK. „Die deutsche Venture Capital-Szene ist in den letzten Jahren gewachsen und auch das Interesse internationaler Investoren an deutschen Startups ist ungebrochen. Jetzt gilt es, mit ausreichendem Kapital nicht nur die Breite zu finanzieren, sondern internationale Champions in Deutschland zu formen. Hierfür muss insbesondere bei deutschen institutionellen Investoren deutlich mehr Kapital für Venture Capital mobilisiert werden.“

Rückgang bei Buy-Outs

Mit 6,74 Mrd. Euro lagen die Buy-Out Investitionen um 20 % unter dem herausragenden Vorjahresergebnis von 8,42 Mrd. Euro. Für Christian Stoffel ist dieser Rückgang aber alles andere als Grund zur Sorge: „Eine Wiederholung des Rekordergebnisses aus dem Vorjahr wäre eine Überraschung gewesen. Ein Rückgang hat sich schon im Sommer angedeutet.“ Für den Rückgang hat besonders die rückläufige Zahl der sehr großen Übernahmetransaktionen gesorgt. So erfolgte mit der Übernahme von STADA im Jahr 2017 der größte Buy-Out aller Zeiten in Deutschland. Aber auch 2018 brachte einige herausragende Transaktionen, etwa bei Techem oder SUSE. Insgesamt ist die Zahl der Buy-Outs nur geringfügig von 153 auf 149 zurückgegangen. „Das Umfeld für Buy-Outs ist insgesamt sehr positiv: eine weiterhin gute Wirtschaftslage, ein vorteilhaftes Finanzierungsumfeld, gut gefüllte Fonds. Demgegenüber steht ein herausforderndes Bewertungsniveau und die Konkurrenz durch andere Käufergruppen“, so Stoffel über die aktuelle Lage des Buy-Out-Marktes. „Hier gilt es für die Gesellschaften weiterhin zum erfolgreichen Geschäft ihrer Portfoliofirmen und zum Wachstum beizutragen und damit eine gute Alternative zur anderen Käufergruppen zu sein“.

Ebenfalls einen Investitionsrückgang gab es bei den in der Regel mittelstandsorientierten Minderheitsbeteiligungen (Wachstums-, Replacement- und Turnaround-Finanzierungen). Hier sank das Volumen von 1,96 Mrd. Euro im Jahr 2017 auf 1,48 Mrd. Euro.

Wie sich das Fundraising entwickelte und welche Aussichten für das aktuelle Jahr bestehen, erfahren Sie auf Seite 2