Falsch verbunden

An Fondspolicen führt derzeit kein Weg vorbei

Dass die Kunden angesichts anhaltend niedriger Zinsen bei ihrer Altersvorsorge auf Fondspolicen angewiesen sind, liegt auf der Hand. Und offensichtlich dreht sich hier der Wind. Garantien werden nicht mehr unbedingt in den Vordergrund gestellt, können sie doch ein gutes Stück der Rendite kosten. Michael Bastian, Leiter Maklervertrieb Zentralbereich Allianz Leben und Allianz Kranken, erläutert: „Die Frage nach der richtigen Vorsorgelösung und dem passenden Garantieniveau muss sich immer am Bedarf des Kunden orientieren. Gerade für Kunden mit einer hohen Chancenorientierung kann eine Fondspolice ohne Garantie ein interessantes Produkt sein.“ Vom ersten Tag an könnten damit die Vorteile einer privaten Rentenversicherung, wie beispielsweise eine lebenslange Rentenzahlung, mit hohen Renditechancen kombiniert werden. Bei der Allianz könnten die Kunden innerhalb des Vorsorgekonzepts InvestFlex unterschiedlich hohe Beitragsgarantien auswählen. Neben der vollen Beitragsgarantie, die am meisten nachgefragt werde, wählten die Kunden am zweithäufigsten die Variante ohne Beitragsgarantie. Gestützt wird die Ansicht des Allianz-Managers von Dr. Michael Martin, Leiter Produkt- und Marktmanagement Leben der Nürnberger: „In Zeiten von steigenden Garantiekosten gewinnen Fondsgebundene Versicherungen ohne Garantien wieder verstärkt an Bedeutung. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen klar, dass insbesondere bei langen Laufzeiten das Verlustrisiko bei Aktienanlagen deutlich abnimmt und die zu erwartende durchschnittliche Rendite, im Vergleich zu einem Produkt mit hohen Garantieleistungen, wesentlich attraktiver ist.“ Zwischen klassischen und fondsgebundenen Produkten angesiedelt sind Indexpolicen.

Das Ratingunternehmen Assekurata hat die Angebote von 13 Versicherern mit einem Marktanteil von 40 % unter die Lupe genommen. Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse des Unternehmens, erläutert hierzu: Zwar partizipierten die Kunden direkt an Marktentwicklungen. Dennoch „ist bei allen von uns untersuchten Tarifen ein Kapitalverlust ausgeschlossen, was das Risiko für den Kunden nach unten begrenzt“. Laut Assekurata ist dabei der Marktdurchschnitt der garantierten Beitragsrendite für den untersuchten Mustervertrag nach 25 Jahren mit -0,26 % negativ ausgefallen. Im Vorjahr sei die Garantierendite noch leicht positiv ausgefallen.

Auch Indexpolicen unter Druck

Ob die Kunden sich über mehr Sicherheit freuen dürfen, hängt vom Inhalt einer derartigen Police ab, wie Klaus-Peter Klapper, Leiter Produkt- und Vertriebsmarketing der Stuttgarter Lebensversicherung a. G., erläutert: „Das Guthaben einer Indexpolice wird sicherheitsorientierter angelegt als das einer reinen Fondspolice oder einer Hybridpolice. Dagegen sind Indexpolicen prinzipiell klassische Rentenversicherungen. Das Guthaben bleibt immer im Sicherungsvermögen des Versicherers.“ Im Vergleich zu klassischen Rentenversicherungen nutze eine Indexpolice aber die Renditechancen der Kapitalmärkte. Als Beispiel nennt er die Stuttgarter Indexrente index-safe. „Zum Rentenbeginn garantieren wir 90 % der eingezahlten Beiträge. Bei Riester und den Produkten der betrieblichen Altersversorgung sind es sogar 100 %. Daraus erhalten die Kunden eine garantierte lebenslange Mindestrente. Mit den Überschüssen eines Indexjahres wird die Beteiligung an der Wertentwicklung eines Index finanziert.“ (hdm)