Fall P&R wird zum Politikum

Auch im Bundestag ist der Fall P&R Thema / Foto: © mdaake - stock.adobe.com

Gleich zwei Bundestagsfraktionen haben angesichts der Pleite des Containeranbieters P&R Diskussionen über eine Regulierung des „Grauen Kapitalmarkts“ angestoßen.

Kürzlich haben die Fraktionen der Grünen und der Linken parlamentarische Anfragen an die Bundesregierung gerichtet und fordern darin strenge Regulierung von Vermögensanlagen und einen stärkeren Kleinanlegerschutz. Laut der Anfrage der Linke ist ein Grauer Kapitalmarkt nach wie vor existent und stellt für die Anleger eine große Gefahr dar. Deshalb möchte die Fraktion wissen, wie die Regierung zum aktuellen Stand der Regulierung und zur Warnung von Verbraucherschützern vor dem „Grauen Kapitalmarkt“ steht. Die Partei zählt auch grüne, nachhaltige und Öko-Investments zu diesem Anlagesektor. Ihrer Meinung nach sollen sowohl das Kleinanlegerschutz- als auch das Vermögensanlagegesetz sowie das Kapitalanlagegesetzbuch verbessert werden. Die Linken fordern letztlich, dass die BaFin mit mehr Kompetenzen ausgestattet wird, um schneller auf Ungereimtheiten reagieren zu können. Fraktionschefin Sahra Wagenknecht fordert zudem die Einführung eines „Finanz-TÜV“ auf europäischer Ebene.

Nach Meinung der Grünen hätte die BaFin die Prospekte der Container-Direktinvestments von P&R nie gestatten dürfen. So habe es einerseits „erhebliche Widersprüche und Ungereimtheiten innerhalb der Prospekte“, gegeben, anderseits sei die  „Tragfähigkeit des Geschäftsmodells öffentlich in Frage“ gestellt gewesen. Nach Ansicht der Grünen hätte die BaFin erkennen müssen, dass das im Verkaufsprospekt „beschriebene Geschäftsmodell in der Vergangenheit nie umgesetzt wurde“. (ahu)