Facebook – Risiken managen

Facebook Sicherheitseinstellungen
Facebook ist Spass und Risiko - daher neue private Einstellungen nutzen © Antonioguillem -Fotolia.com

Das  soziale Netzwerk Facebook hat auf Kritik reagiert. Echten Menschen ermöglicht die Plattform mehr persönliche Sicherheitseinstellungen. Die Aktivität von Robotern (Bots) ist ein anderes Risiko.

Facebook gehört für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Laut Unternehmensangaben nutzen monatlich rund 29 Millionen Menschen allein in Deutschland das soziale Netzwerk, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, Fotos zu teilen oder einfach, um sich zu informieren, was in der Welt gerade passiert.

Facebook ist beliebt, wird aber mit Kritik der Nutzer oder der Facebook-Verweigerer begleitet,  wenn es um den Schutz der privaten Daten geht. Die Nutzung des Netzwerkes wird auch mit Mobbing, Hasstiraden gegen Minderheiten und politischer Hetze in Verbindung gebracht. Nun reagiert das Netzwerk Facebook auf die Sorgen seiner Nutzer und hat eine neue Kampagne gestartet.

„Mache Facebook zu deinem Facebook” lautet der Titel einer neuen Kampagne, die das Netz vor wenigen Tagen ins Leben gerufen hat.

„Die erste medienübergreifende Marketingkampagne von Facebook in Deutschland”, die die „Fragen und Sorgen echter Menschen in Deutschland” ins Zentrum stellt, so verspricht Facebook es in seinen Nutzer-Nachrichten.

Das Unternehmen reagiert damit auf die zunehmende Skepsis gegenüber sozialer Netzwerke und zeigt Privatsphäre-Einstellungen und Datenschutzmöglichkeiten.

Es wird Nutzern verständlich aufgezeigt, wie man sein Profil und Beiträge kontrolliert, wer welche Beiträge sieht, welche Freunde und Seiten im eigenen Newsfeed auftauchen und wie man sein Profil gegen Fremde schützen kann. Außerdem wird erklärt, wie man für den Nutzer uninteressante Werbeanzeigen ausblendet und  Funktionen wie Gruppen oder Veranstaltungen nutzt. Auch das Löschen von selbst eingebrachten Bildern hat Facebook aufgenommen und damit auf eine der größten Sorgen reagiert.

„Sicherlich ist es sinnvoll, die Nutzer von Facebook auf die unterschiedlichen Privatsphäre-Einstellungen hinzuweisen, denn leider sind immer noch zu viele Profile völlig ungeschützt. Damit bieten sie Hackern, die sich über die sozialen Netzwerke Informationen für das sogenannte Social Engineering verschaffen wollen, eine breite Angriffsfläche“, warnt Götz Schartner vom Verein Sicherheit im Internet e. V., der zusammen mit der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg die Initiative „Sparda Surf Safe“ ins Leben gerufen hat.

„Aber auch wer sich gerade für eine Ausbildung bewirbt, möchte vielleicht nicht, dass sein gesamtes Profil für potenzielle Arbeitgeber einsehbar ist oder dass man auf Partyfotos einfach markiert wird. Auch das lässt sich über die richtigen Einstellungen im Profil steuern“, erklärt Schartner weiter.

Die Initiative hat hierzu hier im Internet wichtige Informationen zusammengestellt, die abrufbar sind.

Neben der aktuellen Nutzerinformations-Kampagne hat Facebook im Oktober 2016 einen neuen, aktualisierten Sicherheitsbereich und ein Portal zur Vorbeugung von Cybermobbing vorgestellt. So will das Unternehmen erreichen, dass sich die Nutzer sicher fühlen, wenn sie ihre Gedanken und bedeutenden Lebensereignisse in der Timeline posten.

Im neuen Servicebereich für individuelle Einstellungen finden auch ungeübte Nutzer Informationen zu den möglichen Sicherheitseinstellungen und Videos mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie sie ihr Profil vor unerwünschten Augen verbergen können.

Noch wichtiger ist die ebenfalls integrierte neue Version des Portals zur Vorbeugung von Cybermobbing. Facebook reagiert so auf ein brisantes und hochaktuelles Thema, denn auch wenn die Jugendkriminalität allgemein abnimmt, ist Cybermobbing weiter auf dem Vormarsch.

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen hat gerade Zahlen veröffentlicht, nach denen im Jahr 2015 mehr als die Hälfte der Schüler in den sechs Monaten vor der Befragung Opfer von Mobbing-Attacken im Netz geworden ist. Zwei Jahre zuvor lag der Prozentsatz mit rund 44 Prozent ebenfalls auf einem hohen Niveau. Für die Studie wurden rund 10.000 Jugendliche der neunten Klasse befragt.

In seinem Portal bietet Facebook Schülern, Eltern und Lehrern Informationen zur Prävention und zum Umgang mit Cybermobbing.

Nicht nur Betroffene finden hier wichtige Tipps, wie man mit dem höchst sensiblen Thema umgehen kann. Auch Täter bekommen Wege aufgezeigt, wie sie aus der Spirale der psychischen Gewalt gegen andere herauskommen. Auch für Angehörige und Freunde sowohl der Opfer als auch der Täter hält Facebook Informationen bereit.

Zu guter Letzt werden Lehrkräfte und Weiterbildner in das wichtige Thema einbezogen. Ihnen zeigt Facebook, wie sie es im Unterricht ansprechen und welche präventiven Maßnahmen sie ergreifen können, um Mobbing von vornherein zu unterbinden. Ergänzt wird das Sicherheitsportal durch Notrufnummern für Suizid-Gefährdete.

„Cybermobbing kann für die Betroffenen extrem belastend sein und die sozialen Netzwerke sind hier natürlich der Tummelplatz Nummer eins. Es gibt dabei tausende Gründe, warum Opfer ausgewählt werden, sei es die Religion, die Hautfarbe, die sexuelle Orientierung oder schlicht die Tatsache, dass jemand nicht der Norm entspricht. Body-Shaming ist ein weiteres großes Thema: Da taucht irgendwo ein alberner Beauty-Trend auf, wie die A4-Challenge oder die Thigh-Gap-Challenge, bei der vermeintliche Schönheitsideale propagiert werden. Und wer nicht in das Schema passt, wird als zu dick beschimpft. Besonders in der Pubertät können die Worte der anderen für einen gewaltigen Knacks in der Psyche sorgen – und im schlimmsten Fall zu ernsten Krankheiten wie Magersucht oder sogar zum Suizid führen”, mahnt Schartner.

„Auch wir bei ‚Sparda Surf Safe‘ thematisieren Cybermobbing in unserem Programm und haben es zu einem der zentralen Punkte gemacht. Daher halten wir es für extrem wichtig, dass Facebook sich seiner Verantwortung den Nutzern gegenüber bewusst ist und das Portal ins Leben gerufen hat. Die Opfer dürfen sich nicht allein gelassen fühlen”, so der Experte der Sparda-Bank. (db)