EZB-Schub

Unsicherheit hinsichtlich der Konjunkturentwicklung in China, in Bezug auf die Schwellenländer oder sogar weltweit? Diese Unsicherheit scheint weggeblasen wie der herbstliche Morgennebel von einer Windböe.

Die Windmaschine hat mal wieder Mario Draghi angeworfen, indem er die Ankündigung einer weiteren Ausweitung seiner expansiven Geldpolitik quasi schon vorangekündigt hat. So zumindest haben die Marktteilnehmer seine Äußerungen auf der letzten EZB-Pressekonferenz interpretiert. Für die EZB-Ratssitzung am 3. Dezember werden nun Ankündigungen hinsichtlich der Verlängerung bzw. der Ausweitung des Anleihenkaufprogramms der EZB erwartet. Die unmittelbare Folge war eine der größten Wochengewinne der Aktienmärkte und ein kleiner Euro-Rutsch auf knapp 1,10 USD. Die Schwächung des Euro ist auch eines der wichtigsten Ziele der EZB, um die europäische Wirtschaft zu unterstützen. Nur leider haben die US-Zentralbank-Vertreter langsam den Braten gerochen und rücken zunehmend von ihrer propagierten Zinswende ab. Viele US-Unternehmen leiden unter dem starken US-Dollar und die jüngsten Wirtschaftsdaten bezeugen zwar ein ordentliches, aber nicht überbordendes Wirtschaftswachstum in den USA. Die „gefühlte“ Verschiebung der US-Zinswende hat zusätzlich zur Beruhigung der Aktienmärkte beigetragen und insbesondere einige Schwellenländermärkte und -währungen aus ihren Tiefs befreit.

Nachdem die jüngsten schwachen US-Daten die Zögerlichkeit der US-Fed untermauern und Mario Draghi wild entschlossen scheint, die Geldpolitik weiter auszuweiten, dürfte der Jahresendrally wenig im Wege stehen. Zumindest die bestehenden Niveaus sollten bis zum Jahresende verteidigt werden können.

Autor: Michael Beck, Leiter Asset Management Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG