Ex-Volksfürsorge-Mitarbeiter verklagen Generali

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„Unser Name ist unser Auftrag“. So warb einst die Volksfürsorge um neue Kunden. Die neue Unternehmensmutter Generali hat aber bei den eigenen Mitarbeitern offenbar weniger Fürsorgegefühl.

Laut einem Bericht der „Hamburger Morgenpost“ müssen ca. 5.000 ehemalige Volksfürsorge-Mitarbeiter um ihre Betriebsrente kämpfen, seit der Hamburger Versicherer von im Jahr 2009 zu einer 100 %-igen Tochter der Generali wurde. So versammelten sich dem Blatt zufolge vergangene Woche ca. 300 ehemalige Volksfürsorge-Mitarbeiter und machten gegen den neuen Eigentümer Generali mobil – mit zum Teil drastischen Worten. Hoffnung machte den wütenden Ex-Versicherungsbeschäftigten Rechtsanwalt Christoph Welscher, der mitteilte, dass die ersten Mitarbeiter vor Gericht rechtskräftig gewonnen hätten und Anfang nächsten Jahres mit Geldzahlungen von der Generali rechnen dürften. Dabei ginge es meistens um Nachzahlung in Höhe von 3.500 bis 6.000 Euro. Der Anwalt mahnte zugleich diejenigen, die noch nicht geklagt haben, dies schnellstmöglich zu tun, da die Ansprüche Ende des Jahres verjähren würden. Bislang hat nur ein gutes Sechstel der ca. 5.000 Betroffenen geklagt.

Der Streit zieht sich auch deshalb in die Länge, weil Generali den Rechtsweg voll ausschöpft. So muss sich zurzeit auch das Bundesarbeitsgericht mit der Thematik befassen.

Laut Vertrag haben die Ex-Volksfürsorge-Mitarbeiter Anspruch darauf, dass ihre Betriebsrenten in gleichem Maße steigen, wie die gesetzlichen Renten. Jedoch zahlte die Generali den Ruheständlern in den Jahren 2015 und 2016 nur 0,5 % mehr und nicht 2,1 % bzw. 4,6 %. Damit sparte sich der Versicherer Milliarden. Das Vorgehen rechtfertigt das Unternehmen mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage. (ahu)