Europäische Wohnimmobilienmärkte mit Kapitalzuwachs

Immobilieninvestoren sollten sich auch abseits der Metropolen nach geeigneten Objekten umschauen / Foto: © Tiberius Gracchus fotolia.com

Die europäischen Wohnimmobilienmärkte erfreuen sich bei Investoren aus anderen Kontinenten steigender Beliebtheit. Besonders Investoren aus Nordamerika und Singapur investieren verstärkt auf dem alten Kontinent.

Immer mehr institutionelle Investoren aus anderen Kontinenten investieren in die europäischen Wohnimmobilienmärkte. Aus dem europäischen „Insight Europäische Wohnungsmärkte 2016/2017“ geht hervor, dass allein Investoren aus den Vereinigten Staaten mehr als sechs Milliarden Dollar in den beiden vergangenen Jahren in Wohnimmobilien in Europa östlich des Atlantik investiert haben. „Neben Investoren aus den USA investieren von außerhalb Europas vor allem institutionelle Anleger aus Kanada und Singapur in die europäischen Wohnimmobilienmärkte“, erläuterte der Autor der Untersuchung, Dr. Marcus Cieleback, Group Head of Research bei der PATRIZIA Immobilien AG, bei der Vorstellung der Studie auf der Immobilienmesse EXPO REAL in München.

Während die übrigen Investoren in der Regel ein breit gefächertes Investmentspektrum haben, fokussieren sich die nordamerikanischen Investoren, die mittlerweile zu den größten Investoren am europäischen Wohnimmobilienmarkt gehören, auf Großbritannien. So wurden von den genannten Investitionen aus den USA in Europa mit rund 3,3 Mrd. Euro mehr als die Hälfte in Großbritannien getätigt. „Allein aus Kanada flossen in den vergangenen beiden Jahren mehr als drei Milliarden Euro in die europäischen Märkte für Wohnimmobilien“, erläuterte Cieleback. Dieses Geld ging fast ausschließlich nach Großbritannien. „Die Investoren machen ihre Entscheidungen offenbar nicht an einem Brexit fest und erwarten mittel- bis langfristig keinen signifikanten Einbruch des britischen Immobilienmarktes“, so Cieleback.

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt gilt als attraktivster Markt neben dem britischen und wird vor allem, neben Investoren aus Europa, auch bei Anlegern von anderen Kontinenten immer beliebter, wie sich an den internationalen Investmentströmen ablesen lässt. Die meisten Wohnimmobilieninvestments tätigen in Deutschland institutionelle Anleger aus Nordamerika, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden. „Wegen der starken Nachfrage gilt Deutschland angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen nach wie vor als sicherer Hafen für Immobilieninvestments, der neben stabilen Einnahmen einen soliden Inflationsschutz bietet“, so Cieleback. Dabei rücken neben Core-Produkten zunehmend auch Value-Add-Investments in den Fokus.

Cieleback glaubt an eine Zunahme des Volumens an grenzüberschreitenden Immobilieninvestitionen im Zuge der zunehmenden Globalisierung. „Die europäischen Wohnimmobilienmärkte stehen dabei mehr als jemals zuvor im Fokus internationaler institutioneller Investoren, bieten sie doch gute Diversifikationsmöglichkeiten.“ Neben Deutschland und Großbritannien ziehen dabei nach wie vor Länder wie Frankreich, Dänemark und die Niederlande das Investoreninteresse auf sich. Der zunehmende Trend zur Urbanisierung und eine dem nicht entsprechende Neubautätigkeit wird vor allem in den Ballungsgebieten der jeweiligen Länder für eine anhaltend starke Nachfrage nach Wohnraum sorgen. (ah)

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