„ETFs eignen sich gerade in Phasen höherer Volatilität“

Sascha Specketer, Head of INVESCO PowerShares Germany, Austria and Eastern Europe / Foto: © Invesco

Das Kapitalmarktjahr 2018 hat es in sich. Zumindest im ersten Quartal. Kurzzeitige Auf- und Abschwünge wechselten sich ab und das gepaart mit einer erhöhten Volatilität. Wie schlagen sich Exchange Traded Funds (ETFs) vor diesem Hintergrund? Wie weit geht der Preiskampf noch bei Indexfonds? finanzwelt sprach hierzu und zu weiteren Aspekten mit Sascha Specketer, Head of INVESCO PowerShares Germany, Austria and Eastern Europe.

finanzwelt: Der europäische Markt für ETFs ist mit Rekordzuflüssen ins Jahr 2018 gestartet. Wie fällt Ihr Fazit für das erste Quartal aus?

Specketer: Das erste Quartal war insbesondere durch den Januar und Februar mit jeweils €13 Mrd. und €7,5 Mrd. Zuflüssen in ETFs geprägt. Diesen Zuflüssen ging eine große Euphorie für eine sich erholende europäische Wirtschaft voraus, sowie einer Rotation von US-Aktien auf Europa Aktien. Durch die geopolitischen Unruhen haben wir dann eine Verschnaufpause im März erlebt und die Zuflüsse gingen insgesamt auf €1,4 Mrd. zurück.

finanzwelt: Nach neun Jahren Bullenmarkt sind die Aktienmärkte zuletzt etwas ins Straucheln geraten. Mitunter haben Anleger jetzt mehr Sorge vor Abschwüngen und Verlusten im Depot. Ist vor diesem Hintergrund der Kauf eines ETFs noch zu präferieren?

Specketer: ETFs eigenen sich gerade in Phasen höherer Volatilität am besten, da Investoren über den ETF schnell und Intraday auf unerwartete Ereignisse reagieren können. In Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit müssen Investoren sich stärker diversifizieren und darauf achten, dass sie in liquide Finanzinstrumente investieren – ETFs vereinen beide Attribute in besonderer Weise.

finanzwelt: Kürzlich erreichte der Goldpreis ein neues Jahreshoch. Spüren Sie verstärkte Nachfrage nach Gold-ETFs?

Specketer: Wir selber sehen tatsächlich eine erhöhte Nachfrage nach Edelmetallen bei Invesco. In diesem Jahr haben wir insgesamt €263 Mio. Netto-Zuflüsse bei ETCs auf Edelmetallen und davon €170 Mio. alleine im April. Da heben wir uns mit Sicht auf das erste Quartal positiv vom Wettbewerb ab, da die Zuflüsse in Europa bis einschließlich März insgesamt leicht negativ für Edelmetall ETCs waren.

finanzwelt: Der Preiskampf bei Indexfonds geht weiter. Ist nicht wirtschaftlich bald ein Ende der sinkenden Gebühren erreicht?

Specketer: Wir beobachten dies bei Standardindizes bereits seit längerem und haben bei Invesco die Verwaltungsgebühren für den S&P 500 und Euro STOXX 50 ETF bereits im Jahr 2014 auf 0,05% gesenkt und stellen in Europa damit die günstigsten ETFs für diese Benchmarks dar. Es gibt jedoch einen zu erzielenden Kostendeckungsbeitrag und somit eine wirtschaftliche Preisuntergrenze.

finanzwelt: Was dürfen Berater und Anleger in den kommenden Monaten Neues von Invesco Powershares erwarten?

Specketer: Wir werden in diesem Jahr alle Markennamen auf Invesco firmieren. Darunter fällt auch die Marke Powershares. Dies ermöglicht es uns den Kunden noch stärker in den Fokus zu setzen. Die Marke Invesco ist bekannt als innovativer und globaler Asset Manager von Investmentlösungen. Dies wird auch weiterhin so bleiben und darauf können sich unsere Kunden verlassen. Unter der Marke Invesco ETFs werden wir in diesem Jahr weitere ETFs in den Bereichen Core Beta, Smart Beta, und alternative Assetklassen auflegen und damit auf eine verändernde Marktsituationen für Anleger eingehen. (fw)