ETFs bestechen durch eindeutige Kostenvorteile

mit Philipp v. Königsmarck, Head of Wholesale Sales Germany bei LGIM / Foto: © LGIM

Mit einem verwalteten Vermögen von 1.113,6 Mrd. Euro (Stichtag: 30.06.2018) ist Legal & General Investment Management (LGIM) der zweitgrößte Vermögensverwalter in Europa und der elftgrößte weltweit. Nun starten die Briten hierzulande eine ETF-Offensive. finanzwelt sprach hierzu und zu weiteren Themenaspekten exklusiv mit Philipp v. Königsmarck, Head of Wholesale Sales Germany bei LGIM.

finanzwelt: Geht der Aufschwung bei ETFs (europ. Markt beläuft sich auf mehr als 700 Mrd. Euro) weiter oder sehen wir womöglich eine Stagnation?

Königsmarck: Wir gehen davon aus, dass es sich bei diesem Aufschwung um einen langfristigen Trend handelt. Wenn wir beispielsweise auf den US-Markt schauen, sehen wir dort einen mehr als doppelt so hohen Anteil von passiv gemanagten Fondslösungen im Vergleich zu Europa. In Europa gibt es also noch viel Aufholpotenzial. Allgemein geht der Trend dabei immer mehr in Richtung von Produkten, die einen günstigen Marktzugang bieten oder – falls aktiv gemanagt – in Richtung High Alpha.

finanzwelt: Nun möchten Sie auf dem hiesigen Markt durchstarten. Was steckt konkret hinter Ihrer ETF-Offensive?

Königsmarck: Wir bündeln in unseren Core-ETFs gleich drei Produktmerkmale, die wir aus Gesprächen mit Kunden als Anforderungen an diese Produktklasse identifiziert haben: Schutz vor Handelsverlusten, nachhaltige Investmentkriterien und eine günstige Gesamtkostenquote. Mit diesem einzigartigen Mix, der alle diese Bedürfnisse erfüllt, stechen wir im Wettbewerb hervor.

finanzwelt: Bitte erläutern Sie uns kurz Ihren Ansatz der Core-ETFs?

Königsmarck: Erstens bildet das Thema nachhaltige Geldanlagen als zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie von LGIM auch einen integralen Teil des Investmentprozesses der neuen Produkte. Zweitens schützen unsere Core-ETFs vor Handelsverlusten, die sich aus den Massentrades von ETFs auf Standard-Indizes ergeben können. Diese Vorteile bieten wir zu äußerst attraktiven Konditionen an, die bereits ab einer Gesamtkostenquote (OCF) von lediglich 0,05 Prozent beginnen.

finanzwelt: Der Kostenaspekt bei Investmentprodukten hat durch die neue Richtlinie MiFID 2 nochmal an Bedeutung gewonnen. Ist der Trend zu ETFs – erste Indexfonds zum „Nulltarif“ – im Wesentlichen auf geringe Kosten zurückzuführen?

Königsmarck: Unsere Core-ETFs sind aus Kostensicht besonders attraktiv, gleichwohl muss auch die Qualität stimmen. Mit unserem Ansatz erfüllen wir den hohen Qualitätsanspruch der Investoren, indem wir Handelsverluste vermeiden und nachhaltige Kriterien berücksichtigen.

finanzwelt: Megathemen (Demografie, Nachhaltigkeit etc.) spielen eine immer größere Rolle. Wie kommen diese ETFs beim Kunden an?

Königsmarck: Als Pioniere im Bereich der thematischen ETFs bieten wir beispielsweise seit mehr als vier Jahren unseren Robotics & Automation-ETF an, der von den Kunden gut angenommen wird. Generell sehen wir eine steigende Akzeptanz von thematischen Produkten auf Kundenseite, da sie ihr Core-Portfolio damit nach ihren individuellen Bedürfnissen abrunden können.

finanzwelt: In welchen Themengebieten sehen Sie darüber hinaus noch weiteres Marktpotenzial?

Königsmarck: Potenzial sehen wir derzeit besonders beim Thema Cyber Security. Denn die Umsätze der Unternehmen in diesem Sektor sind relativ unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung. Das macht Produkte in diesem Bereich insbesondere im aktuellen Marktumfeld interessant. Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach ETFs in den kommenden Jahren weiter steigen wird, weil sie eindeutige Kostenvorteile gegenüber anderen Anlagelösungen bieten. Zudem lässt sich mit ETFs nun auch ein nachhaltiges Engagement realisieren, das Investoren immer wichtiger wird – und zwar nicht nur in Bezug auf die Produkte, sondern auch im Hinblick auf das Vorgehen des Asset Managers selbst.