Fehlende Großabschlüsse im 1. Halbjahr 2016

Christoph Meszelinsky

Essen – der Essener Büromarkt hält sich in der ersten Jahreshälfte noch etwas zurück und verbucht lediglich einen Flächenumsatz von 38.000 m². Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

„Das außerordentlich gute Vorjahresergebnis von 80.000 m² wird dadurch um fast 53 Prozent und der zehnjährige Durchschnitt um knapp 37 Prozent verfehlt. Erfreulich ist hingegen, dass die Ruhrstadt allmählich an Fahrt aufnimmt und ihren Umsatz im zweiten Quartal enorm steigern kann. Bedeutend ist in diesem Zusammenhang der Vertrag eines Handelsunternehmens im übrigen Stadtgebiet, wodurch dort knapp die Hälfte des Flächenumsatzes erzielt werden konnte. Ein weiteres Viertel des Gesamtergebnisses wurde darüber hinaus im Citykern erfasst. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr alle Größenklassen bis 10.000 m² nachgefragt. Dabei entfällt fast die Hälfte des Resultats auf Verträge zwischen 500 bis 2.000 m²“, erläutert Christoph Meszelinsky, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Essener Niederlassungsleiter. Bei der Verteilung des Flächenumsatzes nach Branchen dominieren drei Gruppen, die jeweils auf Anteile über 20 Prozent kommen. Dabei übernehmen die sonstigen Dienstleistungen mit fast 24 Prozent die Führung. Durch ein Minus von rund 9 Prozentpunkten verlieren Handelsunternehmen die Spitzenposition und belegen mit gut 22 Prozent den zweiten Rang. Knapp dahinter folgt die Branche Verwaltungen Industrie, die durch Zugewinne von über 13 Prozentpunkten rund 21 Prozent verbucht. Das nächste Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich Beratungsgesellschaften, Versicherungen und Lobbyisten, die jeweils rund 5 Prozent zum Ergebnis beisteuern. Auf alle anderen Branchen, die unter Sonstige zusammengefasst sind, entfallen niedrigere Anteile.

Moderner Leerstand reduziert, mehr Flächen im Bau, Höchstmiete konstant

Zum Ende des ersten Halbjahrs verbucht der Essener Büromarkt einen Leerstand von insgesamt 174.000 m². Damit hat sich dieser in den letzten 12 Monaten um gut 5 Prozent reduziert. Die bei Nutzern favorisierten modernen Flächen haben sogar um über 14 Prozent abgenommen. Vor diesem Hintergrund verfügen nur noch 36.000 m² über eine solche Ausstattungsqualität, sodass ihr Anteil knapp 21 Prozent beträgt. Der höchste Leerstand mit anteilig fast 30 Prozent wird im Citykern verzeichnet, gefolgt von Rüttenscheid/Bredeney und dem übrigen Stadtgebiet mit jeweils rund 22 Prozent. Darüber hinaus hat sich die Leerstandsquote weiter reduziert und notiert bei nur noch 4,7 Prozent. Die Bautätigkeit hat im Vergleich zum Vorjahr stark angezogen, sodass sich aktuell 135.000 m² Bürofläche im Bau befinden. Gegenwärtig stehen davon dem Vermietungsmarkt nur noch 23 Prozent zur Verfügung. Die größte Bautätigkeit verbuchen die Teilmärkte Citykern (55.000 m²), Südviertel (37.000 m²) und Rüttenscheid/Bredeney (32.000 m²). Das insgesamt verfügbare Flächenangebot (Leerstand plus verfügbare Flächen im Bau) ist um 9 Prozent auf 205.000 m² gestiegen. Die Spitzenmiete liegt seit 2013 unverändert bei 14 €/m². Sie wird im Citykern für Büroflächen in guten Lagen mit einer modernen Ausstattungsqualität erzielt. Auf einem etwas niedrigeren Niveau befindet sich die Höchstmiete im Teilmarkt Rüttenscheid/Bredeney, die sich mit 13,50 €/m² weiter stabilisiert hat. Hingegen wurden in anderen Teilmärkten wiederum leichte Veränderungen registriert, die in erster Linie auf das jeweils vorhandene Flächenangebot zurückzuführen sind. „Nachdem das Jahr 2016 eher schleppend begonnen hat, zog im Verlauf des zweiten Quartals die Nachfrage wieder an, sodass sogar ein erster Großabschluss über 5.000 m² verzeichnet werden konnte. Ersten Anzeichen nach sollte sich diese Dynamik in der zweiten Jahreshälfte weiter fortsetzen, sodass mit einer deutlichen Umsatzsteigerung gerechnet werden kann. Dabei dürfte sich die Spitzenmiete weiter stabilisieren, obwohl ein Anziehen des Mietpreisniveaus in einzelnen Teilmärkten durchaus möglich ist“, prognostiziert Christoph Meszelinsky. www.realestate.bnpparibas.de