Es ist die private Wirtschaft – Dummkopf!

Menschen lernen dazu

Doch Menschen sind lernfähige Wesen, was uns im Übrigen zur erfolgreichsten Spezies in der Erdgeschichte macht. Lernfähig heißt auch: Nicht nur an die Gegenwart zu denken, sondern auch an die Zukunft; nicht nur an sich zu denken, sondern auch an die Jungen, die auch noch Perspektiven brauchen; zu erkennen, dass eine zu hohe Verschuldung nur kurzfristig hilft und langfristig massiv einschränkt und abhängig macht; zu realisieren, dass es einem Land nicht besser gehen kann, wenn alle immer weniger arbeiten und immer mehr überhaupt nicht; dass produktive Arbeitsplätze und wirtschaftliche Dynamik nur von privaten Ideen ausgehen und auf einem auf unternehmerischem Denken ausgerichteten Gesellschaftsbild fußen, dass niedrigere Steuersätze und mehr Freiheit evtl. ein Mehr an Einnahmen und verantwortungsvolleres Handeln der Einzelnen zur Folge haben.

Die Kräfte der privaten Wirtschaft zu entfachen – „It´s the economy, stupid!“, hat ein Francois Fillon offensichtlich verstanden und einige Millionen Wähler in den Vorwahlen auch. Ein wahrer Hoffnungsschimmer für die französischen Bürger und deren Volkswirtschaft, aber auch für Europa. Auch die Wähler eines Donald Trump haben diesem Hoffnung und die Wirtschaft sowie die Börse honoriert das (und lässt zunächst einmal die anderen bizarren Merkmale seiner Persönlichkeits-Struktur beiseite).

Fazit

Denkt man in diese Richtung, werden politische Wahlen nicht als Risikotermine, sondern als Chancen wahrgenommen. Schwankungen an den Börsen im Vorfeld solcher Ereignisse kann man im Lichte dieser Erkenntnis rational nutzen, um günstig einzukaufen. Denn am Schluss, so kann man sagen, führt nichts an einer Belebung der privaten Wirtschaft und eines weiter freien Handels vorbei, weder in Europa noch in den USA, noch anderswo. Investitionen in unternehmerische Aktivität werden sich in einem solchen Umfeld weiter auszahlen, wie sie das bereits in der Vergangenheit getan haben. Im einen Land geht der Erkenntnisgewinn etwas schneller voran, in anderen dauert es etwas länger. Diesem Umstand begegnet ein Anleger am besten mit breiter, internationaler Streuung seiner Investitionen.

Kolumne von Daniel Zindstein, Leiter Portfoliomanagement GECAM AG