„Es darf keine Insolvenzen 1. und 2. Klasse geben“

Liberalisierung birgt Gefahren

Prof. Dr. Kai-Oliver Knops von der Universität Hamburg bezog in seinen Vortrag auch moderne Formen wie Distributed-Ledger-Technologie oder Security Token Offerings in seinen Überblick über Anleihen ein. Zudem warnte er in diesem Zusammenhang von einer „gewaltigen Blasenbildung“ und den Gefahren durch eine langsam getrübte gesamtwirtschaftliche Stimmung. Zudem sieht er durch eine Liberalisierung des Anleiherechts Gefahren für die Anleger sowie die Stabilität des Sektors.

Vermögensschaden über PHV geltend machen?

Rechtsanwalt Thomas Kofler vom BGH sorgte für großes Staunen unter den Teilnehmern, als er in seinem Vortrag Überlegung dazu anstellte, wie ein Privatanleger einen wegen Insolvenz nicht mehr eintreibbaren Vermögensschaden gegebenenfalls über seine Privathaftpflichtversicherung beitreiben kann. Dabei stützte er seine Erfahrung auf den einige Jahre zurückliegenden Fall des Münchner Falk Fonds. Gerade bei älteren Privathaftlichtversicherungen sei in den Versicherungsbedingungen diese Form der Schäden noch enthalten.

Disclaimer in Robo-Beratung nicht ausreichend

Wieder einen Blick in die Zukunft Dr. Dimitrios Linardatos. So erklärte der Akademische Rat an der Universität Mannheim in vier Schritten wie der typische Ablauf einer Robo-Beratung abläuft. Als großes Problemfeld sieht er dabei das Thema Anlageberatung. So sei bei der Robo-Beratung häufig ein Vertrauensaufbau gegeben, der nicht durch einen einfachen Disclaimer vereint werden könne. Im zweiten Teil seines Vortrages sprach Linardatos über Initial Coin Offerings.

Zu guter letzt…

Den letzten Vortrag der Tagung hielt Volker Riedel, Partner und Mitglied der Geschäftsleitung der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH. Er beschrieb dabei die Möglichkeiten geeigneter Finanzinstrumente als Finanzierungsmittel in einer Krise anhand der Automobilbranche.

Abgerundet wurden die zahlreichen spannenden und vielfältigen Vorträge durch das Schlusswort von Prof. Dr. Hans Haarmeyer, Leitender Direktor des DIAI und Schriftleiter von ZInsO. Dabei verwies er auf das anstehende Restrukturierungsgesetz, das innerhalb der nächsten beiden Jahre verabschiedet werden soll und das noch viel Stoff für die nächsten Veranstaltungen liefern werde. (ahu)

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