Erst Sturm, dann Sonnenschein?

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Wohlhabende Anleger sind für das kommende Jahrzehnt optimistisch. Zunächst müssen sie aber einmal das nächste Jahr überstehen, das ihnen durchaus die ein oder andere Sorgenfalte auf die Stirn bringt. Das zeigt eine Umfrage von UBS, die auch deutlich macht, dass Megatrends für Anleger immer wichtiger werden.

Für den neuen Investors Watch hat UBS in 13 Regionen 3.400 wohlhabende Anleger nach ihren kurz- und langfristigen Zukunftserwartungen befragt. Von diesen sind 79 % der Meinung, dass die Märkte derzeit in eine Phase mit höherer Volatilität zusteuern und 72 % halten das Anlageumfeld für aktuell schwieriger als noch vor fünf Jahren. Hierfür wird gerade die aktuelle Weltlage verantwortlich gemacht, denn 66 % der Befragten meinen, dass weniger die Fundamentaldaten als vielmehr die Geopolitik die Märkte antreiben würden. Größten Sorgen sind die Handelskonflikt zwischen den USA und China, den 44 % der Befragten fürchten, die Innenpolitik (41 %) und die US-Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr (37 %). Die Bedenken der Anleger sind aber vor allem kurzfristiger Natur: So zeigen sich 69 % der Befragten optimistisch was ihre Anlageerträge im kommenden Jahrzehnt angeht.

Megatrends gewinnen an Bedeutung

Nachhaltigkeit und demografischer Wandel werden wohl in den kommenden Jahren einen entscheidenden Einfluss auf die Welt haben, auch auf die des Investments. So äußerten in der UBS-Umfrage 82 % der Anleger Interesse an nachhaltigen Geldanlagen und 45 % investieren bereits in diese. Ebenfalls einen starken Einfluss auf die Zukunft hat die alternde Bevölkerung, die von 87 % der Befragten als Megatrend genannt wurde. Welchen Einfluss Megatrends inzwischen auf die Investmentwelt haben, zeigt die Tatsache, dass 88 % der Umfrageteilnehmer ihre Portfolios auf die bevorstehenden Megatrends ausrichten wollen. Vor allem bei jungen Anlegern ist eine positive Grundhaltung gegenüber längerfristigen und nachhaltigen Anlagen festzustellen. So gaben 84 % der 18- bis 34-jährigen an, dass sie großes Interesse daran hätten, ihre Portfolios auf die Megatrends auszurichten. Gerade das Thema Nachhaltigkeit genießt bei den jungen Anlegern eine hohe Bedeutung: 83 % der 18- bis 34-järhrigen interessieren sich für nachhaltige Anlagen. Bei den über 51-jährigen sind nur 30 % daran interessiert. Erhöhen dürfte sich in Zukunft auch der Anteil des Barbestandes in den Portfolien, der aktuell bei durchschnittlich 25 % liegen. 60 % der Befragten erklärten aber in Erwägung zu ziehen, diesen aufzustocken.

„Das sich rasch ändernde geopolitische Umfeld bereitet den Anlegern weltweit die größsten Sorgen. Die globale Interkonnektivität und die Folgen von Veränderungen wirken sich stärker auf ihre Portfolios aus als die traditionellen, effektiven Geschäftszahlen. Dies ist eine klarer Unterschied im Vergleich zu früher“, so Paula Polito, Client Strategy Officer bei UBS Global Wealth Management, zu den Umfrageergebnissen. (ahu)