Ersetzen Maschinen Sachbearbeiter?

Roboter ersetzen Sachbearbeiter der Assekuranz
Das Jahr 2017 überrascht mit dem Ersatz von Menschen durch Maschinen © Kirsty Pargeter - Fotolia.com

Die Kollegen Roboter sind auf dem Vormarsch. Ein Versicherer ersetzt Schadensachbearbeiter durch künstliche Intelligenz. Das Beispiel aus Japan übertrifft 2017 sogar die Insuretech-Lösungen im Markt.

Der japanische Versicherungskonzern Fukoku Mutual Life Insurance Co. plant 30 Prozent seiner Sachbearbeiter durch künstliche Intelligenz eines neuen IBM-Systems zu ersetzen um die operative Verwaltungs- und Personalkosten zu senken. Die neue von IBM Watson entwickelte künstliche Intelligenz soll wie ein Mensch denken können, medizinische Daten aus den Original-Belegen von Ärzten und Krankenhäusern analysieren können, inklusive unstrukturierter Text-, Bild-, Video- und Audio-Informationen.

Der betroffene Verwaltungsbereich des Versicherer hat 131 Beschäftige, von denen 34 bis Ende März 2017 konkret entlassen werden. Ein weiterer Stellenabbau und keine Neubesetzungen bei allen auslaufenden Arbeitsverträgen sind geplant.

Die Kostenersparnis ist enorm. Dem einmaligen Aufwand für die maschinellen Kollegen in Höhe von 1,6 Millionen Euro stehen Ersparnisse von laufenden Personalkosten in Höhe von über einer Million Euro pro Geschäftsjahr entgegen. Das rechnet sich bestens aus Sicht der verantwortlichen Vorstände des japanischen Versicherers. Ein enormer Mehrwert der Maschinen gegenüber den Menschen ist die absolute Weisungsgebundenheit, keine Lohnsteuern und Sozialabgaben, keine Beschränkung der Arbeitszeiten, keine Ausfall durch Krankheit oder Abwesenheit durch Urlaub.

Japanische Versicherer wie Dai-Ichi Life Insurance oder der Marktführer Nippon Life Insurance setzen zwar als lokale Mitbewerber gleichfalls künstliche Intelligenz in Arbeitsprozessen ein, der Schritt die menschliche Arbeitskräfte vollständig durch intelligente Computer zu ersetzen von Fukoku gilt jedoch selbst in der japanischen Assekuranz als eine Art technische Pionierleistung der dortigen Vorstände.

Im Rahmen der Globalisierung könnte das japanische Beispiel durchaus in anderen Ländern von der Assekuranz aufgegriffen werden. Spannend wird es, wenn die Arbeit von Versicherungsvorständen durch künstliche Intelligenz ersetzt werden kann, da dort die Einsparungen an Gehältern enorm wären, zumal die Maschinen nicht zum Golfspielen während der Arbeitszeit neigen. Letzteres war ein Scherz, da Versicherungsvorstände als Risikomanager selbstredend unersetzbar sind. (db)