Erneuter Angriff auf Albis Leasing

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Der Streit zwischen der Manus Vermögensverwaltung und der Albis Leasing AG eskaliert. Streitpunkt ist dieses Mal eine Kapitalerhöhung.

In seiner gestrigen Sitzung hat der Vorstand der Albis Leasing AG beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 7,65 Mio. Euro zu erhöhen. Das Unternehmen begrüdet die Maßnahme damit, dass nach dem starken Wachstum der vergangenen beiden Jahre eine neue Phase der Expansion eingeläutet werden soll. „Aufgrund des Neugeschäftswachstums in den letzten 2 Jahren von mehr als 20 % und des in der Zukunft in ähnlicher Größenordnung geplanten Wachstums müssen neue Refinanzierungsstrukturen für diese Entwicklung sichergesellt werden. Diese Refinanzierungen bedürfen der Hinterlegung mit Eigenkapital, um auch entsprechend günstige Refinanzierungsansätze zu generieren“, teilte das Unternehmen gegenüber finanzwelt mit. Ihm zufolge erfordern sowohl die neue Vertriebsstruktur mit dezentralen Regionalbüros, die weitere Digitalisierung und noch schlankere, schnellere Prozesse Investitionen in ein neues, zukunftssicheres IT-System. „Um die zukünftige Ertragskraft verbunden mit Wachstum sicherzustellen, ist es Aufgabe des Vorstandes, die derzeit günstige Marksituation für eine Kapitalerhöhung in dieser Größenordnung zu nutzen“, so die Stellungnahme von Albis Leasing weiter.

Manus Vermögensverwaltung wittert Verwässerung

Ganz anders interpretiert die Kapitalerhöhung die Manus Vermögensverwaltung, mit 30 % größter Aktionär der Albis Leasing. „Eine Kapitalerhöhung in größtmöglichem Umfang von über 40 % des Grundkapitals anzukündigen, ohne konkrete Ziele und Erläuterung darzulegen, ist in höchstem Maße ungewöhnlich und für die Aktionäre und den Markt unzureichend begründet. Es ist unklar, wie hier eine entsprechende Eigenkapitalrendite erwirtschaftet werden soll. Insbesondere ist auch hervorzuheben, dass keine Zustimmung des Aufsichtsrats vorliegt und sich der Vorstand dieser offenbar auch nicht sicher ist. Die Marktreaktion zeigt sich bereits in der heutigen Kursentwicklung“, teilte die Manus Vermögensverwaltung heute mit. Der Großaktionär plante zuletzt den Sturz von Aufsichtsratsmitgliedern bei Albis Leasing, weil diese der Manus Vermögensverwaltung den Zutritt zur Jahreshauptversammlung verwehrten (finanzwelt berichtete).

Albis Leasing verweist darauf, dass der Aufsichtsrat sich in seiner nächsten Sitzung mit der Kapitalerhöhung befassen werde. Dass dieser gestern der Maßnahme noch nicht zustimme, hänge damit zusammen, dass das Gremium aufgrund der kurzfristigen Erkrankung zweier Mitglieder nicht beschlussfähig gewesen sein. Laut Stellungnahme des Unternehmens hält der Aufsichtsrat die Kapitalerhöhung für “unerlässlich”.

Die Manus Vermögensverwaltung vermutet, dass Albis Leasing mit der Kapitalerhöhung unangenehme Beschlüsse verhindern will. „In Verbindung mit der Ankündigung, das Bezugsrecht möglicherweise auszuschließen, werten wir dies nach dem ungerechtfertigten Ausschluss der Manus Vermögensverwaltung aus der Hauptversammlung 2018 als weitere Verteidigungsmaßnahme. Mögliches Ziel dieser Maßnahme ist die Verwässerung wesentlicher Teile des Aktionariats, zu dem neben den großen Aktionärsgruppen auch viele Kleinaktionäre gehören. Angesichts der aktuellen Gemengelage muss über diese Kapitalerhöhung auf der außerordentlichen Hauptversammlung abgestimmt werden, nachdem der Vorstand und Aufsichtsrat die Ziele für die Verwendung des Kapitals näher erläutert haben. Der Aufsichtsrat sollte einer solch unkonkreten Maßnahme aus Sicht der Manus Vermögensverwaltung zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zustimmen“, so die Manus Vermögensverwaltung in ihrer heutigen Stellungnahme.

„Durch die Gewährung eines mittelbaren Bezugsrechts liegt es in der Hand jedes einzelnen Aktionärs, der Verwässerung seiner Anteil entgegenzutreten“, entgegnet Albis Leasing. Das Unternehmen verweist auch darauf, dass die Kapitalerhöhung bereits am 5. November beschlossen wurde, also bevor die Manus Vermögensverwaltung den Antrag zur Einbestellung einer außerordentlichen Hauptversammlung gestellt hat. Zudem hätten die Aktionäre auf der Hauptversammlung 2016 einer Erhöhung des Grundkapitals zugestimmt, von dieser wurde jedoch bislang noch nicht Gebrauch gemacht. Damals sei der Beschluss mit 80 % der Stimmen verabschiedet worden.

“Kapitalerhöhungen mit genehmigtem Kapital sind sind eine gängige Maßnahme, die von vielen Gesellschaften genutzt wird, und die auch die ALBIS Leasing AG in der Vergangenheit unter dem früheren Vostandsvorsitzenden Hans O. Mahn erfolgreich durchgeführt hat”, so die Albis Leasing AG in ihrer Stellungnahme. Brisant: Mahn ist nun Chef der Manus Vermögensverwaltung. (ahu)