Erfolgreich in Zeiten negativer Trends

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Das Zinstief gräbt sich tief in die Vermögen der privaten Haushalte. Mittlerweile ein Dauerzustand, der mit der letzten EZB-Entscheidung seinen bisherigen Höhepunkt fand. Nullzinsen und ein volatiles Aktienumfeld.

Kein einfaches Szenario für Berater, die ihren Kunden attraktive Anlagemöglichkeiten empfehlen möchten. Doch diese gibt es, auch im bisherigen Jahresverlauf. Managed Futures zählen dazu. Sie können sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen profitieren. Das Ziel, beständige und gleichwohl attraktive Renditen zu generieren, ist dieser Tage durchaus ambitioniert. Auf dem Anleihensegment sieht es eher düster aus, zumindest bei Papieren mit guter Bonität. Bleibt der Aktienmarkt. Aber auch hier haben die ersten Handelswochen des laufenden Jahres gezeigt, dass die Börse eben keine Einbahnstraße ist. Eine hohe Volatilität/Schwankungsbreite war teilweise zu spüren. Der DAX ging zeitweise bis auf 8.700 Punkte in die Knie, stabilisierte sich dann aber wieder und bewegt sich jetzt um die 10.000 Zähler. Trotzdem ein Nullsummenspiel für Investoren seit Jahresbeginn. Aber verzagen ist jetzt nicht die Devise, ganz im Gegenteil. Das geschulte Auge der Beraterzunft ist gefragt. Neben der Renaissance mancher Rohstoffe sind es auch sogenannte Managed Futures, die seit Jahresbeginn ordentlich performen.

Stringenter wie nüchterner Modellansatz.

Managed Futures stehen per Definition für Hedgefonds-Investmentstrategien, bei denen die Fondsmanager, Commodity Trading Advisors (CTA), Derivate wie Futures und Optionen an den Terminbörsen handeln. Das basierend auf Computermodellen, frei von Emotionen menschlicher Natur. Managed Futures zeichnen sich durch ihre geringe Korrelation zu anderen Assetklassen wie Aktien oder Anleihen aus. Ihr Investmentprinzip ist relativ einfach. Bei zu erwartenden steigenden Kursen positionieren sie sich „Long“, währenddessen sie bei fallenden Kursen „Short“ gehen. Geht das Spiel auf, liefert dieser Asset-Management-Ansatz überdurchschnittliche Renditen eben in Phasen starker Markttrends. Die Kehrseite der Medaille sind Zeiten, in denen Marktbewegungen innerhalb kurzer Zeit ihre Richtung wechseln und die Schwankungsbreite an den Kapitalmärkten niedrig ist. Dann treten nämlich Verluste auf.

Kein Idealinvestment für Kurzfristanleger.

Managed Futures-Fonds sind keine Erfindung der jüngeren Zeit, sondern ihre Wurzeln reichen bis in die 50er Jahre in den Vereinigten Staaten zurück. Spätestens seit Ende der 80er Jahre ist ihre Popularität gestiegen, als Computer quantitative Handelsstrategien leichter berechnen konnten. Die originäre Aufgabe klassischer Futures-Fonds besteht demzufolge darin, durch eine statistische Auswertung von Marktpreisen Trends rechtzeitig zu antizipieren und diesen zu folgen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich der Fondsmanager keine eigene Meinung über die künftige Entwicklung bestimmter Segmente bildet, sondern gänzlich der computerbasierten Auswertung vertraut. Besondere Aufmerksamkeit bekam diese Fondsgattung im Zuge ihrer Kursgewinne im Krisenjahr 2008. Die Interventionen der Notenbanken vermiesten allerdings vielen Fondsmanagern in den Jahren 2010ff. ihre Performance. 2011/2012 gaben Notenbanker und Politiker an den Finanzmärkten den Ton an und sorgten für hohe Schwankungen im Markt. Ein ungünstiges Klima für Trendfolger,   zumal die computergestützten Handelssysteme, die Signale von den Finanzmärkten auswerten und Anlagegewichtungen festlegen, mit abrupt wechselnden Bewegungen an den Märkten wenig anfangen können. Die lockere Geldpolitik lastete auf den Managed Futures, die gemeinhin auch als Trendfolger subsummiert werden. Daneben besteht ihre größte Herausforderung im Erkennen möglicher Trendwenden. Plötzliche Richtungswechsel an den Börsen wie in den Jahren 2010/2011 sind sozusagen „Gift“ für die Managed Futures. Dennoch haben neben vielen großen internationalen institutionellen Investoren auch Private entsprechende Fondsprodukte dauerhaft im Portfolio, weil sie ein sehr guter Portfoliodiversifikator sind. Allerdings empfiehlt es sich, Managed Futures nicht kurzfristig zu betrachten. Sie sind eine der wenigen Veranlagungsstrategien, die eine jahrzehntelange Historie aufweisen, und insbesondere langfristig funktionieren sie sehr gut. Wie schaut nun die Performance in den zwei vergangenen Jahren aus, um eine Richtschnur für die mögliche Attraktivität dieser Fondsgattung zu geben? Berater haben die Benchmark des Vergleichsindex DAX vor Augen, der 2014 und 2015 leicht um jeweils 6 bis 7 % p. a. gestiegen ist. Die Aufwärtsbewegung war noch intakt, auch wenn zweistellige Zuwächse wie in den Vorjahren nicht mehr im Leitindex realisiert wurden.

In der jüngeren Vergangenheit eindeutig mehr Plus als Minus.

2014 war für die Managed Futures ein ausgesprochen guter Jahrgang. Die Top-Fonds legten eine Outperformance hin und ließen dem DAX das Nachsehen. Das Flaggschiff, der Man AHL Diversified Markets EU (Euro), emittiert im November 1994, legte in 2014 um 30 % zu. Seit der Erstnotiz hat der Fonds im Übrigen jährlich im Schnitt 11,6 % gewonnen. Im Vordergrund stehen grundsätzlich der Kapitalgewinn und nicht die Zinserträge. Kein Einzelfall. Der SEB Asset Selection Fonds fand 2014 nach einigen bescheidenen Jahren wieder in die Erfolgspur zurück und legte satt um knapp 17 % zu. Auch der FTC Futures Fund Classic B EURO des österreichischen Anbieters FTC Capital GmbH glänzte mit zweistelligem Plus. Grundlage dieser wiedererlangten Stärke der Managed Futures waren im Jahresverlauf starke Trends in Aktien, Währungen und Rohstoffen. Der breitgefasste Credit Suisse Managed Futures Index als Richtschnur für den Managed Futures-Markt lag mit knapp 9 % im Plus und weist annualisiert seit 1994 einen Anstieg um 5,5 % aus. In 2015 änderten sich die Vorzeichen. Der Credit Suisse Managed Futures Index verzeichnete ein Minus von knapp 1 % und auch die bekannten Managed Futures-Fonds mussten Federn lassen. Die vorübergehende Abwärtsbewegung bei Aktien im Sommer, deren Verluste im weiteren Jahresverlauf wieder aufgefangen wurden, war kein gutes Spielfeld für Managed Futures. Der Man AHL Diversified Markets EU (Euro) verlor im vergangenen Jahr 2,5 % und der SEB Asset Selection Fonds büßte 1,5 % ein. In 2016 sind Managed Futures wieder angesagt und überzeugen mit ihrer Wertentwicklung. Sowohl im Januar als auch Februar konnten diese Fonds zulegen und profitierten von klaren Trends an den Kapitalmärkten. Mit einem Plus von insgesamt 7 % stechen sie beispielsweise DAX-Investments aus. Fazit Die Unkorreliertheit mit den Aktien- und Anleihemärkten verschafft Managed Futures einen nennenswerten Vorteil gegenüber anderen Investmentklassen. Richtig eingesetzt, sind Managed Futures ein probates Mittel zur Portfolio-Diversifizierung und Risikominderung. Voraussetzung sind klare, nachhaltige Trends an den Märkten. Die computerbasierten Modelle lassen den Faktor Mensch und seine Emotionen außen vor. (hsd) (Managed Futures / finanzwelt 02/2016)