Erfolgreich auf dem Börsenparkett Teil II

27.05.2019

Dr. Marc-Oliver Lux, Geschäftsführer Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München / Foto: © Dr. Lux & Präuner

Im Nachhinein scheint es mit der Aktienanlage ganz einfach, denn längerfristig sind die Märkte nur gestiegen - trotz zeitweiser erheblicher Krisen und Rückschläge. Um in turbulenten Börsenzeiten einen kühlen Kopf zu bewahren, folgen hier wichtige Grundsätze der Aktienanlage – Regeln, die Neulinge beachten und erfahrene Anleger sich in Erinnerung rufen sollten, um kostspielige Fehler zu vermeiden.

REGEL 1: GEGEN DIE STIMMUNG HANDELN

Investmentlegende Warren Buffett hat zahlreiche Weisheiten ins Geschichtsbuch der Börse geschrieben. Eine lautet: „Kaufe Panik, verkaufe Euphorie“. Doch die meisten Anleger machen es genau andersherum: Sie lassen sich im Sog von Gier und Angst von den Übertreibungen der Börse leiten. So schauen sie steigenden Kursen erst lange und skeptisch zu, bevor sie, angesteckt von der allgemeinen Euphorie, gierig und spät zugreifen. Meist erfolgt der Einstieg erst, wenn die Gewinne des Unternehmens den hohen Aktienpreis kaum noch rechtfertigen. Der Tag, an dem die Überbewertung offensichtlich wird und die Kurse stürzen, steht dann meist kurz bevor. Ist es so weit und purzeln die Notierungen, schlägt die Gier in Angst um, und Anleger realisieren aus Panik große Verluste.

Umgekehrt ist es besser: günstig kaufen und teuer verkaufen. Um Buffetts Ratschlag umzusetzen, müssen Anleger Über- beziehungsweise Unterbewertungen erkennen lernen. Hierfür bieten Kennziffern eine wichtige Orientierungshilfe. Am häufigsten wird auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zurückgegriffen. Diese Kennzahl setzt den Gewinn eines Unternehmens, meist den für das nächste Jahr erwarteten, in Relation zum aktuellen Aktienkurs. Als Faustregel gilt: Ist das prozentuale Gewinnwachstum im betreffenden Jahr größer als das KGV, gilt die Aktie als kaufenswert, die Relation ist dann kleiner als eins. Ein weiterer Richtwert ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Liegt dieses unter eins, sind alle Aktien des Unternehmens zusammen weniger wert als die gesamten Vermögenswerte der Firma. In der Theorie wäre das Unternehmen dann unterbewertet. Leider gilt auch hier: Alle Richtwerte haben Schwächen. So liegen dem KGV oft Schätzungen zugrunde, die nicht besonders treffsicher sind. Der Buchwert kann durch Abschreibungen einbrechen. Bei einer Kaufentscheidung sollten Kennziffern daher immer Teil einer umfassenden Gesamtanalyse sein.

Drei weitere wichtige Regeln erfahren Sie auf Seite 2