Eiszeit beim Konsumklima

Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt Union Investment / Foto: © Union Investment

Die Kauflaune in Deutschland hat sich weiter eingetrübt. Der GfK-Konsumklimaindex für August, der die Ausgabefreudigkeit der Privathaushalte misst, sank um 2,9 auf -30,6 Punkte. Das Stimmungsbarometer ist bereits seit Mai auf einem Niveau, das noch tiefer liegt als in der Finanzkrise und in der Hochphase der Pandemie.

Wer das Licht im Schatten suchen will, muss genau hinschauen. So ist die tatsächliche Anschaffungsneigung zwar negativ, aber immer noch besser als in der Finanzkrise. Noch kaufen die Leute also ein, auch wenn der Blick in die Zukunft sorgenbehaftet ist. Aktuell wird die verhaltene Ausgabefreude immerhin noch von Ersparnissen der Konsumenten aus der Pandemie gestützt. Doch wenn der Pessimismus weiter wächst, dürfte auch das nicht mehr lange tragen.

Das Ergebnis der aktuellen Umfrage bestätigt einmal mehr, dass die Teuerung und der damit verbundene Kaufkraftverlust die Stimmung belasten. Unterstrichen wird das von den Einkommenserwartungen, die ebenfalls auf ein Allzeittief gesunken sind. Wir gehen davon aus, dass der Konsum im Winterhalbjahr sinken und die Konjunktur belasten wird. Solange aber der Arbeitsmarkt intakt bleibt, dürften sich die Bremseffekte gerade noch in Grenzen halten.

Kommentar von Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt Union Investment