„Einzigartigkeit als Unternehmensstrategie“

finanzwelt: Welche Auswirkung hat die neue Vertriebsstrategie auf Produkte für Privatanleger?

Müller: Die Deutsche Finance Group ermöglicht Privatanlegern weiterhin, als Basis über alternative Investmentfonds (AIF) gemeinsam mit institutionellen Investoren wie Staatsfonds, Versicherungskonzernen, Pensionskassen, Industrieunternehmen und Stiftungen breit diversifiziert in globale Immobilien- und Infrastrukturmärkte zu investieren. Wir freuen uns darüber, dass wir den Privatanlegern des PPP Privilege Private Partners Fund die Fondsauflösung zum 31.12.2018 mit einem Kapitalrückfluss in Höhe von 143 % bekanntgeben konnten, prognostiziert bei Auflage des PPP Fund im Jahr 2007 waren 145 %. Der PPP Fund meisterte alle Finanzkrisen und verfügte über ein breit diversifiziertes Gesamtportfolio, bestehend aus sechs institutionellen Zielfonds, mit Investitionen in elf Ländern und 130 Direktinvestments aus dem Bereich Private Equity Real Estate, Immobilien und Infrastruktur. Wir werden 2019 die nächste Generation von Investmentstrategien für Privatanleger einführen, im Fokus stehen Direktinvestments, die gemeinsam mit institutionellen Investoren als Club-Deals, Co-Investments und Joint Ventures konzipiert werden. Wir haben im institutionellen Geschäft inzwischen so viel Erfahrung gewonnen, um sagen zu können, dass zum Beispiel der Club-Deal für uns die beste Investmentstrategie ist. Hiervon soll selbstverständlich auch verstärkt unser Privatkundengeschäft profitieren. Mit unseren Unternehmen Deutsche Finance International mit Sitz in London und Deutsche Finance America mit Sitz in Denver verfügen wir über ein hervorragendes eigenes Management vor Ort und können Transaktionen mit institutionellen Co-Investoren selbst strukturieren und operativ betreuen. Die Art des Investierens motiviert uns sehr stark, weil sie uns ins Leadership bringt und wir diese Position als Verantwortung und Verständlichkeit sehen. Da passt der Spruch ‚Große Ergebnisse erfordern großen Ehrgeiz‘, dazu stehen wir als Deutsche Finance Group auch. In Regionen, in denen wir ‚noch nicht‘ mit einem eigenen Team vor Ort sind, also beispielsweise in Asien werden wir weiterhin über institutionelle Zielfonds von Dritt-Managern investieren.

finanzwelt: Bedeutet das, dass Sie in Zukunft mit eigenen Unternehmen und eigenen Management-Teams in den Märkten positioniert sind?

Müller: Richtig, das ist unser Ziel. Es geht uns dabei wieder um Synergieeffekte im Bereich Direktinvestments, Club-Deals, und Fundraising. Wir platzieren gerade über die Deutsche Finance International unseren DFI European Value Add Fund der u. a. in den Segmenten Wohnimmobilien und Studentenapartments in Spanien, Dänemark und UK investiert und führen derzeit Gespräche mit den renommiertesten und weltweit agierenden, institutionellen Investoren. Interessant dabei ist die Tatsache, dass viele institutionelle Investoren aus den USA Interesse haben, in Europa zu investieren und umgekehrt, institutionelle Investoren aus Deutschland in den amerikanischen Immobilienmarkt investieren möchten. Wir werden zukünftig mit Asset Management Teams in Europa, USA, Asien und auch mit einem speziellen Team in Deutschland präsent sein. Hierdurch sind wir noch näher am operativen Geschehen und an den Werttreibern der Investments. Der Club-Deal ist für uns zudem eine optimale Möglichkeit, die Laufzeit von einzelnen Investments besser zu steuern. Im Rahmen von Zielfonds ist eine solche Feinsteuerung, um auf Marktgegebenheiten idealerweise zu reagieren, nicht immer gegeben. Gute Investment-Deals finden sich aber generell nur, wenn sie in den jeweiligen Märkten über die richtigen Netzwerke verfügen und daraus Partnerschaften generieren. An der Stelle möchte ich sagen, dass mein Partner Dr. Sven Neubauer über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, ein lukratives Investment zu identifizieren, daraus einen Club-Deal zu strukturieren und die dafür passenden institutionellen Investoren zu vereinen. Für dieses Thema sollten Sie eine Interview-Anfrage bei ihm stellen, ich kann Ihnen versprechen, es lohnt sich.

finanzwelt: Sie hatten auch angekündigt, im Bereich ‚listed market‘ tätig zu werden – wie ist diesbezüglich der aktuelle Stand?

Müller: Im zweiten Quartal 2018 wechselte ein Team von einem renommierten Finanzkonzern und Asset Manager zur Deutsche Finance Group. Mit diesem Team haben wir eine neue Asset Management-Gesellschaft im Konzern – die Deutsche Finance Securities – mit dem Fokus auf ‚liquide‘ Kapitalanlage gegründet. Dieses Team verfügt über einen einzigartigen Track-Record bei internationalen Investitionen in gelistete Immobiliengesellschaften. Unsere Strategie mit dieser neuen Gesellschaft ist, durch innovative Finanzstrategien und fokussierte Asset Management-Beratung Privatanlegern, professionellen Anlegern und institutionellen Investoren einen exklusiven Zugang zu international gelisteten Immobilienwerten zu bieten. Unser Ziel ist es, ab Juni 2019 unseren Investoren ein breites Spektrum an Asset Management Leistung in den Bereichen ‚listed market‘ zu bieten. Gleichzeitig wollen wir mit innovativen Produkten eine neue Zielgruppe im Vertrieb erschließen, dabei liegt der Fokus neben dem Privatkundengeschäft auch auf Banken als Vertriebspartner. Diesbezüglich konnten wir einen weiteren Geschäftsführer, der für den Vertrieb in der Deutsche Finance Securities verantwortlich zeichnet und über eine langjährige Erfahrung im Bereich ‚listed market‘ verfügt, gewinnen.

Welche Neuigkeiten es im institutionellen Geschäft gibt und ob die Deutsche Finance künftig an die Börse gehen möchte, lesen Sie auf Seite 4