„Einzigartigkeit als Unternehmensstrategie“

finanzwelt: Können Sie genauer erklären, was Sie unter der Strategie der Vergleichbarkeit und Einzigartigkeit verstehen?

Müller: Bei einer Strategie der Vergleichbarkeit analysieren Sie Mitbewerber nach deren Stärken und Schwächen und erarbeiten sich daraus eine eigene Unternehmensstrategie. Dabei liegt der Fokus darauf, die Schwächen zu neutralisieren und die Stärken noch besser zu machen. Der Vorteil ist, dass Sie sich dann in einem bekannten Marktumfeld bewegen, oder ein Produkt anbieten was bereits viele Kunden gekauft haben. Dadurch ersparen Sie sich viel Zeit im Bereich Positionierung und Marketing. Nachteil ist, dass es nur wenigen Unternehmen gelungen ist, sich aufgrund vergleichbarer Dienstleistung oder Produkte über längere Zeit erfolgreich im Wettbewerb zu behaupten, weil der nächste Mitbewerber das gleiche mit ihnen machen kann. Die Strategie der Einzigartigkeit besteht darin, anders zu sein und bewusst eine Kombination von Dienstleistungen und Produkten zu wählen, die für den Kunden einen einzigartigen Mix an Werten erzeugt. Bei der Gründung der Deutsche Finance Group war uns klar, dass wir keinen ‚normalen‘ Immobilienfonds auflegen oder uns in Assetklassen bewegen, in denen bereits Marktführer tätig waren. Unsere strategische Positionierung war von Beginn an, sich auf institutionelle Private Market Investments in den Assetklassen Immobilie, Private Equity Real Estate und Infrastruktur zu konzentrieren und privaten, professionellen und institutionellen Investoren exklusiven Zugang zu internationalen Märkten und deren Investment-Opportunitäten zu bieten. Die Betonung liegt dabei auf ‚institutionell‘ und ‚international‘ und darauf, dass die verschiedenen Investorengruppen ‚gemeinsam‘ und ‚diversifiziert‘ investieren.

finanzwelt: Sie konnten im Jahr 2018 wieder das Platzierungsgeschäft bei Privatanlegern steigern, wie erklären Sie den Erfolg?

Müller: Das kann ich als Basis mit zwei Worten beantworten: Erfahrung und Fachkompetenz. Unsere Geschäftsführer im Vertrieb, Herr Theodor Randelshofer und Herr Armin Scholz, verfügen über eine langjährige Erfahrung beim Vertrieb von Kapitalanlageprodukten und unterstützen damit einerseits die Produktkonzeption im Konzern und andererseits unsere Vertriebsmanager, die unsere externen Vertriebspartner betreuen. Im Vertrieb überlassen wir nichts dem Zufall, bevor wir ein neues Produkt konzipieren, gleichen wir den Bedarf und die Bedürfnisse von unseren Vertriebspartnern ab. Unsere Vertriebspartner sind täglich beim Kunden und kennen deren Wünsche und Anforderungen an eine Kapitalanlage. Wir sind über diese Informationen sehr dankbar, weil sie uns die Konzeption und die Planung der Eigenkapitalplatzierung erleichtert. Wir verfügen über langjährige und erfolgreiche Partnerschaften im Vertrieb, mit viel gegenseitigem Respekt und Vertrauen. Kein Produkt verkauft sich von allein, sondern findet in der Regel den Weg zum Anleger über einen Vertriebskanal. Deshalb hat in der Deutsche Finance Group der Vertrieb einen enormen Stellenwert und erhält jederzeit Respekt und Anerkennung.

Die Fachkompetenz bei uns im Vertrieb ist ebenfalls ein Schlüssel zum Erfolg. Alle Vertriebsmanager verfügen nachweislich über eine hervorragende Produkt- und Fachkompetenz. Entscheidend für den Erfolg im Vertrieb ist es, nicht nur Vertrieb zu verstehen, sondern Vertrieb zu leben! Dabei geht es um die Bedürfnisse, Herausforderungen und Anforderungen unserer Vertriebspartner und um den Anspruch sie jederzeit zu unterstützen. Auf der Produktseite ist es – vertrieblich gesehen – mit Sicherheit auch von Vorteil, dass wir jederzeit ‚liefern‘ können, weil wir als Basisprodukt eine internationale Investitionsstrategie anbieten, die sich in einem Fonds widerspiegelt. Die Skalierbarkeit auf Produktebene ist besonders bei großen Vertrieben ein wichtiger Aspekt. Für 2019 haben wir sehr große vertriebliche Ziele im Konzern verabschiedet, die in der Strukturierung unserer Vertriebsgesellschaften und in den Produkten zu erkennen ist.

finanzwelt: Bekannt im Markt ist die Deutsche Finance Consulting und ihr Finanzdienstleistungsinstitut Deutsche Finance Advisors. Können Sie uns schon Änderungen nennen?

Müller:  Lassen Sie mich im ersten Schritt mit folgendem Thema einsteigen: Die Deutschen besitzen 6,2 Bio. Euro und stehen vor großen Herausforderungen. Wir erleben eine anhaltende Nullzins-Politik und eine steigende Inflationsrate, die 2018 bereits 1,9 % beträgt. Über 40 % des Vermögens bestehen aus Bargeld oder liegen auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten. Das sind fast 2,5 Bio. Euro – und die Rendite betrug hier zuletzt praktisch null. Viele Privatanleger sind mit ihren Standartprodukten unzufrieden und der Wunsch nach Rendite wächst kontinuierlich. Das zeigt auch das grundsätzliche Sparverhalten der Deutschen. Während die Haushalte beispielsweise 2013 noch 8,9 % ihres Einkommens zurücklegten, erhöhten sie diese Quote in den vergangenen Jahren kontinuierlich. 2017 betrug diese Quote schon 9,9 % und die Schätzungen 2018 liegen bei 10,2 %. Das ist das fünfte Jahr in Folge, in dem die Deutschen einen wachsenden Teil ihres verfügbaren Einkommens sparen. Auf den Punkt gebracht bedeutet das, es gibt einen noch nie dagewesenen Bedarf an Kapital, das Rendite sucht, und gleichzeitig ein enormes Potenzial für Kapitalanlageberater, die in der Lage sind, durch innovative Produkte und Fachkompetenz zu beraten. Das Ziel der Deutsche Finance Group ist es, diese innovativen Kapitalanlageprodukte unseren Vertriebspartnern zur Verfügung zu stellen und darüber hinaus mit Fachkompetenz zur Seite zu stehen. Wir verstehen uns als ‚Lösung‘ in der Kapitalanlage und werden uns zukünftig im Vertrieb so positionieren.

Die Deutsche Finance Consulting als Beratungs- und Vertriebsgesellschaft betreut sehr erfolgreich unsere Vertriebspartner mit Erlaubnis zum Finanzanlagenvermittler nach § 34f Abs. 2 GewO und steht für ein historisches Platzierungsvolumen von über 600 Mio. Euro. Mit unserem Finanzdienstleistungsinstitut Deutsche Finance Advisors bieten wir Marktteilnehmern aus der Finanzbranche, die ihren Handlungsrahmen im Kapitalanlagebereich gegenüber ihren Kunden – ohne eine eigene Zulassung nach § 34f GewO oder BaFin-Zulassung beantragen zu müssen – erweitern wollen, eine interessante Zusammenarbeit. Über 700 Teilnehmer besuchten 2018 die Openings der Deutsche Finance Advisors, um sich über eine Zusammenarbeit im Bereich der Kapitalanlage zu informieren. Jetzt komme ich nochmal auf das Wort ‚Lösung‘ zurück. Wir werden noch im Geschäftsjahr 2019 die Deutsche Finance Consulting und die Deutsche Finance Advisors strategisch zusammenführen und uns mit dem neuen Namen ‚Deutsche Finance Solution‘ als innovative Plattform für Kapitalanlagen im Markt positionieren. Im Zentrum dabei stehen ausschließlich die Produkte und Dienstleistungen der Deutsche Finance Group. Dabei bieten wir unseren Vertriebspartnern über ein Haftungsdach eine uneingeschränkte Haftungssicherheit bei der Anlagevermittlung im Privatkundengeschäft. Um der Aussage ‚Fachkompetenz‘ gerecht zu werden, gründen wir die Deutsche Finance Akademie. Mit Prof. Dr. John Davidson, Dozent und Studienleiter an der Hochschule Luzern mit Schwerpunkt Real Estate und Private Equity in Forschung und Lehre und Chief Research Officer (CRO) der Deutsche Finance Group, konnte ein hervorragender Vorsitzender gewonnen werden. Die Akademie beinhaltet ein Fachkompetenz-Intranet mit Produktvideos und Dokumenten und bietet gleichzeitig ein breites Spektrum an Seminaren rund um die Themen Märkte, Kapitalanlagen und Investmentstrategien.

Wie sich die neue Vertriebsstrategie auf die Produkte für Privatanleger auswirkt und welche Märkte die Deutsche Finance bald erschließen möchte, lesen Sie auf Seite 3