Einzelhandelsrevolution an der Ostsee

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Wenn man an Startups denkt, kommen einem meist hippe Großstädte in den Sinn. Doch seit einiger Zeit entwickeln sich auch abseits der großen Metropolen kreative Mittelstandsunternehmen. Ein Beispiel hierfür findet sich im Nordosten der Republik.

In Bentwisch leben ca. 3.000 Menschen, und der Wikipedia-Artikel über die Gemeinde nordöstlich von Rostock ist auch sehr übersichtlich. In diesem eher unbedeutenden Ort ist die  die adcada GmbH beiheimatet, deren Geschäftsdiee auf nicht weniger als eine Revolution des Einzelhandels in der Modebranche abzielt. Erreicht werden soll das durch eine Vernetzung von Online- und Offline-Handel.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2015 von dem damals erst 18-jährigen Benjamin Kühn. Der gebürtige Rostocker absolvierte in der Schweiz und in Liechtenstein eine kaufmännische Ausbildung.

So funktioniert das Geschäft

Ursprung der adcada Gmbh ist der eigene Onlineshop FASHION.ZONE, der speziell ausgewählte Designermode anbietet. ADCADA bezieht die hochwertige Waren direkt von den Herstellern, verkauft diese über den eigenen Online-Shop und in Zukunft auch über eigene Ladengeschäfte. Über kooperierende Einzelhändler wird zeitgleich die Premiumware angeboten. Diese können wiederrum ihre eigene Ware über ADCADA und alle angeschlossenen Partner verkaufen, ganz direkt, ohne Umweg über die Hersteller.

Der zentrale Onlinemarktplatz adcada.market fungiert als Warehouse, Retailer, Market und Marketer. ADCADA ist es dabei wichtig, ein fairer Partner zu sein. So werden keine horrenden Komissionssätze verlangt, Lagerkosten werden gespart und die georderte Ware muss erst dann bezahlt werden, wenn sie verkauft ist. Über adcada.market erhalten die kooperierenden Einzelhändler die Möglichkeit, ihren Kunden ein wesentlich breiteres Angebot präsentieren zu können. Inzwischen kann die Premiummode von über 80 Designern angeboten werden. Dadurch wird Shoppen wieder interessanter und auch das Geschäft von kleinen Einzelhändlern und der Innenstädte wird belebt.

Wo das Unternehmen aktuell tätig ist und bald tätig sein wird, lesen Sie auf Seite 2

„Stationärer Einzelhandel hat Zukunft“

Davon ist ADCADA überzeugt. Um das zu beweisen, hat sich das Unternehmen im Ostseebad Warnemünde ein denkmalgeschütztes Kapitänshaus gekauft. Das auffällige Wohn- und Ladenobjekt befindet sich in exklusiver 1A Lage direkt am Wasser. Weil private Anleger an das Geschäfts- und Finanzmodell von ADCADA glauben, konnte es über das Immobilien Konzept adcada.money vollständig bankenunabhängig erworben werden.

Anlässlich des 4. Investorentreffens der ADCADA Unternehmensgruppe am 15. Juni, wird nun die Eröffnung von FASHION.ZONE The Boutique gefeiert. Auf der Flaniermeile „ Am Alten Strom 81“ erfahren die Kunden ein einmaliges Einkaufserlebnis. In elegantem Ambiente wird Mode von zunächst 30 Top-Designern angeboten, darunter Gant, Ted Baker, La Martina, sowie das High-End Fashion Label Lanasia, das komplett auf Nachhaltigkeit setzt. Ab Herbst 2019 kommen weitere 100 Premium Marken dazu. Gezeigt werden keine Einzelteile, sondern komplett zusammengestellte Outfits. Der Clou dabei und europaweit einzigartig, ist der FASHION.ZONE Mirror. Der smarte Spiegel in der Umkleidekabine lässt sich über eine einfache Gestensteuerung bedienen. Eine integrierte Kamera scannt die Kleidungsstücke visuell auf den Körper der Kunden, ganz ohne lästiges An- und Ausziehen.

Weitere Expansion geplant

In wenigen Monaten wird FASHION.ZONE The Store in Rostock, in der Einkaufsmeile Kröpeliner Straße eröffnen. Deutlich größer als FASHION.ZONE The Boutique, auf zwei Etagen, mit angeschlossenem Café, wird es auch hier wieder auserlesene Mode und die digitalen Umkleidekabinen mit dem FASHION.ZONE Mirror geben. Der Spiegel ermöglicht es, Fotos von sich in den verschiedenen Looks auf sein Handy zu schicken und so eventuell erst zu Hause seine Kaufentscheidung zu treffen und die Ware liefern zu lassen. Das innovative Ladenkonzept von FASHION.ZONE zeigt, wie die Zukunft des Modehandels aussehen kann.

Annerkennung und Auszeichnung

Für seine innovative Geschäftsidee erhielt Benjamin Kühn den 2. Platz bei der Existenzgründer-Preisverleihung der Rostocker Ostsee-Zeitung. Außerdem wurde er im vergangenen November als jüngstes Mitglied in den Senat der Wirtschaft berufen, einer Vereinigung von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur. Ihr Leitsatz lautet „Wirtschaft für Menschen“. Dieses Motto passt zu dem Jungunternehmer, der aus einem 3-Personen Start-up in kurzer Zeit ein mittelständisches Unternehmen mit 60 Mitarbeitern gemacht hat – Tendenz steigend. So werden qualifizierte und sichere Arbeitsplätze in einer eher strukturschwachen Region geschaffen. (ahu)