Einzelhandel – Ein Investment mit Zukunft?

Der Umsatz des deutschen stationären Einzelhandels betrug im Jahr 2013 rund 412,1 Mrd. Euro und lag damit um 0,5 % über dem Vorjahreswert (Quelle: GfK). Ein Wert der die Investoren von Shopping- und Einkaufscentern gerne hören.

Berücksichtigen muss man aber, dass allein 217 Mrd. Euro auf die Bereiche Lebensmittel und Drogerieartikel entfallen. Wenn man dann hingegen den Umsatz des deutschen E-Commerce von rund 33,1 Mrd. Euro (Quelle: Statista) betrachtet ist es nicht schwer die Probleme des stationären Handels zu erkennen. Im Jahr 2000 lag der E-Commerce-Umsatz bei gerade einmal 2,5 Mrd. Euro. Er hat sich also binnen 14 Jahren verdreizehnfacht und macht heute bereits rund 7,43 % am Gesamtumsatz aus. Nimmt man nur den Nicht-Lebensmittelumsatz erhöht sich der E-Commerce-Anteil auf 14,5 % – Tendenz stark steigend.

Zwar sind einige stationäre Händler bereits ergänzend im Internet vertreten und profitieren vom Wachstum des E-Commerce. Dennoch ist der Strukturwandel im Einzelhandel schon heute deutlich zu erkennen. Der Rückgang von Kundenfrequenzen in innerstädtischen Zonen ist teilweise klar messbar, so der Bericht innerstädtischer Händler. Nach einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland – HDE – besteht die Gefahr das rund 50.000 Handelsstandorte bis 2020 wegfallen könnten. Dies würde zu einer dramatischen Änderung der innerstädtischen Situation führen. Die Händler werden in Zukunft stark gefordert sein, um gegen die sinkenden Kundenfrequenzen anzukommen. Ergänzende Entertainmentprogramme und –center könnten ein Faktor sein.

Unter diesem Aspekt betrachtet, sind Investments in Shopping- oder Fachmarktcentren kein Selbstläufer. Es ist heute wichtiger denn je, die richtige Mischung der Mieter, die optimale Größe der Handelsflächen sowie die zukunftsorientierte Lage zu finden, um ein stabiles und rentables Investmentergebnis zu erzielen.

Hans J. Bär,
CEO Financial Solutions St. Gallen AG